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Gasekonzern Linde übertrifft Prognosen und will noch mehr

Nach der Fusion mit dem einstigen Rivalen Praxair laufen die Geschäfte bei Linde gut. 2020 konnte der Gasekonzern beim Gewinn deutlich zulegen.

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Der Industriegaskonzern macht auch in der Coronakrise Gewinne. Quelle: dpa

Der weltgrößte Industriegase-Konzern Linde hat im abgelaufenen Jahr seine Gewinnerwartungen noch übertroffen und peilt auch im laufenden Jahr deutliche Zuwächse an. Unter dem Strich stand bei dem amerikanisch-deutschen Unternehmen ein Gewinn von 4,37 Milliarden Dollar, neun Prozent mehr als 2019, wie Linde am Freitag mitteilte.

Der Gewinn je Aktie übertraf mit 8,23 Dollar die erst im November angehobene Zielspanne von 8,05 bis 8,10 Dollar ebenso klar wie die Erwartungen der Analysten. Dabei verkraftete Linde, dass der Umsatz im Corona-Jahr 2020 um drei Prozent auf 27,2 Milliarden Dollar schrumpfte. Zwei Prozent höhere Preise konnten den Absatzrückgang nicht wettmachen.

Im vierten Quartal legten die Umsätze, getrieben vom Asien- und Europa-Geschäft, um drei Prozent zu, weil auch die Volumina dank neuer Projekte wieder anzogen. Das Geschäft in Amerika, dem mit Abstand größten Markt für den Konzern, stagnierte noch. Die Investitionen wurden um acht Prozent auf 3,4 Milliarden Dollar gedrosselt. „Kurzfristig bleiben die wirtschaftlichen Aussichten unsicher“, sagte Vorstandschef Steve Angel.

Unabhängig davon sei er aber zuversichtlich, den Gewinn je Aktie 2021 um elf bis 13 Prozent auf 9,10 bis 9,30 Dollar auszubauen. Für das laufende erste Quartal erwartet Angel sogar ein Gewinnplus von 16 bis 19 Prozent. Wechselkurseffekte sollen Linde dabei im laufenden Jahr eher zugutekommen. Investiert werden sollen zwischen 3,0 und 3,6 Milliarden Dollar.

Von einer Erholung der Konjunktur würde Linde zusätzlich profitieren, sagte Angel. „Darüber hinaus erwarte ich, dass wir unsere Chancen in langfristigen Wachstumsmärkten wie Gesundheit, Elektronik und erneuerbare Energien entschiedener ergreifen.“ Im Geschäft mit der Gesundheits- (Medizingase) und der Elektronik-Branche legte Linde bereits im vierten Quartal mit jeweils neun Prozent am stärksten zu. Linde hat den Konzern kontinuierlich auf Effizienz getrimmt.

Das Unternehmen war 2019 durch die Fusion der Münchner Linde AG mit dem US-Rivalen Praxair entstanden. Die Linde-Aktie legte im Dax am Freitag 1,5 Prozent auf 213,20 Euro zu. Der US-Rivale Air Products hatte am Donnerstag mit Quartalszahlen die Märkte enttäuscht und seine Aktie auf Talfahrt geschickt.

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