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GE verbessert Angebot Alstom-Chef nennt Siemens "Träumer"

Siemens legt nach, nun reagiert GE: Der US-Konzern legt Alstom ein neues Angebot vor. Derweil ätzt der Chef des französisches Mischkonzerns stärker denn je gegen Siemens - und gegen seine Regierung.

Der Alstom-Verwaltungsrat soll sich bis Montag zwischen der 12,4 Milliarden Euro schweren Offerte des US-Konzerns General Electric und einem Gegengebot eines Konsortiums aus Siemens und der japanischen Mitsubishi Heavy entscheiden. Quelle: AP

Es ist womöglich ein vorentscheidender Tag im weltweit viel beachteten Poker um Alstom - bestätigte Neuigkeiten gibt es zwar noch nicht, aber reichlich spannende Gerüchte: So stehe die französische Staatsbank BPI offenbar bereit, sich am künftigen Alstom -Konzern zu beteiligen. Das gelte unabhängig davon, welcher der beiden Bieter den Zuschlag für Alstom bekomme, sagte eine mit den Plänen vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters. Der Alstom-Verwaltungsrat soll sich bis Montag zwischen der 12,4 Milliarden Euro schweren Offerte des US-Konzerns General Electric und einem Gegengebot eines Konsortiums aus Siemens und der japanischen Mitsubishi Heavy entscheiden.

Sollte Alstom mit GE eine Verbindung eingehen, würde sich die Staatsbank an der übrig bleibenden Transportsparte beteiligen, sagte der Insider weiter. Falls Alstom mit Siemens und Mitsubishi einig werde, strebe BPI einen Anteil an Alstom als Ganzem an.

Alstom -Chef Patrick Kron macht aus seiner Ablehnung des Siemens -Angebots weiter keinen Hehl. "Sie wollen unser Gasgeschäft und wir sollen ihr Transportgeschäft übernehmen, nun ja, sie dürfen träumen", sagte Kron einer Investorenkonferenz, wie die Analysten der französischen Bank Exane BNP Paribas in einem Marktkommentar am Donnerstag schreiben. "Am Ende des Tages, auch wenn es gelegentlich anders aussieht, werden die Aktionäre entscheiden", sagte der Firmenchef weiter in Anspielung auf die Versuche der französischen Politik, die Übernahme zu beeinflussen. Eine Alstom-Sprecherin wollte sich dazu nicht äußern. Kron sagte laut Exane BNP weiter, das Gremium werde beide Gebote auf ihre Wirtschaftlichkeit, Machbarkeit und auf Risiken prüfen und die Ansichten der Aktionäre dabei berücksichtigen.

Das Tauziehen um Alstom

Derweil wird GE allem Anschein nach heute seine Offerte für die Alstom-Energiesparte aufbessern. Unter dem Druck der Rivalen Siemens und Mitsubishi bieten die Amerikaner den Franzosen an, ihre Eisenbahn-Signaltechnik an die Alstom-Verkehrssparte abzugeben, berichtete "Le Figaro". Alstom solle zudem am Stromnetzgeschäft beteiligt bleiben, wenn GE das gesamte Energiegeschäft von Alstom übernehme. GE in Frankreich wollte sich zu dem Bericht nicht äußern.

GE-Chef Jeff Immelt hatte vor einem Monat angeboten, die Firmenzentrale für das Netzgeschäft, die Wasser- und Windkraft sowie Dampfturbinen in Frankreich anzusiedeln. Immelt hatte zudem bereits angedeutet, GE erwäge einen Zusammenschluss der Signaltechnik, die unter Alstom-Kontrolle kommen solle.

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Und noch ein Gerücht - allerdings aus für gewöhnlich gut informierter Quelle: Alstom hat den Siemens-Plan in einer ersten Bewertung als zu kompliziert eingestuft, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet. So betrachte der Konzern etwa die von Siemens vorgeschlagene Auftrennung des Gas- und Dampfturbinengeschäfts als nicht praktikabel. Der Plan sei “in seiner Struktur hochkomplex”, was aus betrieblicher Sicht vermutlich noch sehr viel deutlicher zum Tragen kommen würde, schrieb der New Yorker Analyst Nicholas Heymann von William Blair & Co. in einer Studie am 17. Juni. “Die Aufspaltung in Gas- und Dampfturbinen ist möglicherweise nicht durchführbar.”

An Teilen von Alstom sind auch Siemens und Mitsubishi Heavy Industries aus Japan interessiert. Der deutsche Konzern möchte dem Unternehmen die Gaskraftwerksparte abkaufen, während Mitsubishi bei Alstom einsteigen will. Die französische Regierung hält die Offerten sowohl von GE als auch von Siemens und Mitsubishi für unzureichend.

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