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Geplante Übernahme Monsanto enttäuscht, Bayer kämpft

Bayer-Chef Werner Baumann Quelle: dpa

Bis Ende 2017 wollte Bayer-Chef Werner Baumann die Übernahme von Monsanto abschließen. Während der Mega-Deal immer noch auf die Freigabe aus Brüssel wartet, läuft es bei Monsanto schlechter als gedacht.

Irgendwie hatte Bayer-Chef Werner Baumann sich das einfacher vorgestellt: Bis Ende 2017, tönte der Bayer-Boss noch vor einigen Monaten, solle die Übernahme von Monsanto unter Dach und Fach sein. Doch die EU-Behörde prüft intensiver als gedacht. Derweil enttäuscht Monsanto die Analysten.

Der Jahreswechsel ist vorbei, doch Baumann kann bei der Übernahme keinen Vollzug melden. Die Kartellbehörden, insbesondere in Brüssel, prüfen intensiver als gedacht. Ungefähr vier Millionen Seiten mit Markt- und Unternehmensdaten bis in kleinste Details soll Bayer inzwischen bei der EU-Wettbewerbsbehörde abgeliefert haben. EU-Wettbewerbskommissarin Margarethe Vestager will die 63,5-Milliarden-Dollar-Übernahme genau prüfen – insbesondere daraufhin, wie sich künftig die Preise von Pflanzenschutzmitteln und Saatgut für Landwirte entwickeln, ob das neue Unternehmen nicht zu mächtig wird und ob durch den Zusammenschluss nicht Innovationen verhindert werden. Schließlich sind auch bereits die Wettbewerber Dow Chemical/DuPont sowie Syngenta/Chemchina fusioniert. Mittlerweile endet die Frist, die sich die Behörde für die Prüfung gesetzt hat, am 5. März.

Um den Wettbewerbshütern entgegenzukommen, ist Bayer nun offensichtlich bereit, sich von weiteren Aktivitäten zu trennen: Wie die „New York Post“ ohne Nennung von Quellen berichtet, will sich Bayer nun von einem Hersteller für Gemüse-Saatgut und von einem Anbieter von Agrar-Software trennen. Bereits vor einigen Monaten hatte Bayer angekündigt, einen Teil seines Geschäfts mit Pflanzenschutzmitteln und Saatgut an die BASF abzutreten – wenn die Übernahme denn klappt.

Wenig erbaulich waren für Bayer auch die Zahlen, die Monsanto aktuell für das erste Geschäftsquartal 2017/18 (bis Ende November) vorlegte: Der Umsatz stieg mit 2,7 Milliarden Dollar nur minimal. Der Gewinn kletterte zwar kräftig von 29 Millionen auf 169 Millionen Dollar – Grund waren jedoch vor allem die Verkäufe von Firmenteilen. Insgesamt blieben die Zahlen hinter den Erwartungen der Analysten zurück.

Wegen seines Mittels Glyphosat, das krebserregend sein soll, war Monsanto zuletzt in Europa in die Kritik geraten. Demgegenüber sieht sich Monsanto in den USA Klagen von Landwirten gegenüber, wonach das Monsanto-Mittel Dicamba Pflanzen auf Nachbarfeldern geschädigt haben soll. Mehrere US-Bundesstaaten haben bereits Einschränkungen und Verbote für den Einsatz des Unkrautvernichters erlassen.

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