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German Pellets Gericht lehnt Insolvenzantrag in Eigenverwaltung ab

German Pellets ist mit seinem Insolvenzantrag in Eigenverantwortung vorerst gescheitert. Das zuständige Gericht lehnte den Antrag ab. Als vorläufige Insolvenzverwalterin wurde die Anwältin Bettina Schmudde eingesetzt.

Das Werk von German Pellets in Wismar. Quelle: dpa

Der Wismarer Brennstoff-Hersteller German Pellets ist nach eigener Darstellung mit seinem Insolvenzantrag in Eigenverwaltung bei Gericht vorerst gescheitert. Das zuständige Amtsgericht in Schwerin habe zunächst kein solches Insolvenzverfahren angeordnet.

Die Anwältin Bettina Schmudde von der Kanzlei White&Case sei als vorläufige Insolvenzverwalterin eingesetzt worden. Sie solle nun prüfen, ob eine Eigenverwaltung möglich sei. Das bestätigte der Sprecher des neuen German-Pellets-Geschäftsführers Frank Günther. Zuvor hatte das „Handelsblatt“ über die Ablehnung des Antrags berichtet.

German Pellets - Fakten zum Unternehmen

Das „Handelsblatt“ zitierte Günther mit den Worten: „Mit der Entscheidung hat sich das Gericht über sieben große Gläubiger hinweggesetzt. Das ist ein einmaliger Vorgang.“ Günther ist Restrukturierungsexperte und war erst am Mittwoch in die Geschäftsführung von German Pellets eingetreten. Er kommt von der Münchener Beratungsfirma One Square Advisors. "German Pellets ist ein im Kern zukunftsfähiges Unternehmen in einem wachsenden Markt mit wettbewerbsfähigen Produkten", gab er sich zuversichtlich. Der Betrieb soll weitergehen.

Eine Insolvenz in Eigenverwaltung ist eine Variante des Insolvenzrechts. Dabei kann die Geschäftsleitung im Amt bleiben, ihr wird allerdings ein sogenannter Sachwalter zur Seite gestellt.

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German Pellets hat seit 2010 drei Anleihen im Gesamtvolumen von rund 250 Millionen Euro ausgegeben, die jeweils mit 7,25 Prozent verzinst werden. Die Umschuldung einer Anleihe über gut 50 Millionen Euro, die im April ausläuft, scheiterte aber an der prekären Finanzlage. Eine Gläubigerversammlung, die über eine Verlängerung der Laufzeit und eine Senkung der Zinsen abstimmen sollte, wurde kurzfristig abgesagt. Die Finanzaufsicht BaFin hatte öffentlich Bedenken geäußert, weil die Pläne die Inhaber von Genussscheinen von German Pellets benachteiligten.

German Pellets war aus mehreren Gründen in Schwierigkeiten geraten. Zum einen geriet der Preis für die Holzpellets unter Druck, als der Ölpreis abstürzte. Zum anderen ließen zwei warme Winter die Nachfrage einbrechen. Zudem entpuppte sich der Kauf des Ofenbauers Kago 2010 als Fehlschlag und brachte dem Unternehmen weitere Verluste. Das inhabergeführte Familienunternehmen beschäftigt rund 650 Mitarbeiter, die nun drei Monate lang Insolvenzgeld erhalten.

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