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Gerüchteküche brodelt Stahlwerksverkauf wird für ThyssenKrupp zur Zitterpartie

Zum Verkauf der ThyssenKrupp-Stahlwerke in Übersee jagt ein Gerücht das nächste. Ein Scheitern der Gespräche mit CSN hat der Konzern inzwischen dementiert - doch der Aktienkurs reagiert äußerst sensibel.

Das Werksgelände des Stahl- und Hüttenwerkes von ThyssenKrupp an der Sepetiba-Bucht bei Rio de Janeiro. Der geplante Verkauf der ThyssenKrupp-Stahlwerke in Brasilien und den USA an den Konkurrenten CSN hängt einem Bericht zufolge am seidenen Faden. Quelle: dpa

Für den angeschlagenen ThyssenKrupp-Konzern wird der Verkauf seiner verlustreichen Übersee-Stahlwerke immer mehr zur Nervenprobe. Die Verhandlungen seien schwierig, von einem Scheitern könne aber keine Rede sein, sagten zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen am Freitag der Nachrichtenagentur Reuters. "Ganz so schnell wird es nicht gehen", sagte eine. Es sei gut möglich, dass es im Geschäftsjahr 2012/13 (per Ende September) nicht mehr zu einem Deal für die Werke in Brasilien und den USA kommt. Auch ThyssenKrupp spricht nur noch von einem "zeitnahen" Abschluss. Der Konzern verhandele weiter mit einem führenden Bieter. Reuters hatte von mehreren mit der Angelegenheit vertrauten Personen erfahren, dass es sich dabei um den brasilianischen Stahlkonzern CSN handelt.

Das sind die wunden Punkte von ThyssenKrupp
Ein Stahlarbeiter im ThyssenKrupp-Werk in Bochum steht vor einem glühenden Stahlcoil Quelle: dpa
Gerhard Cromme, Aufsichtsratsvorsitzender von ThyssenKrupp Quelle: dpa
Unter Cromme als Vorsitzendem des Prüfungsausschusses im Siemens-Aufsichtsrat bis 2007 fließen in dem Konzern Schmiergelder von 1,3 Milliarden Euro an Auftragsnehmer. Quelle: dpa
Berthold Beitz (99), Vorsitzender der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung, lauscht in der Villa Hügel der Rede von Ministerpräsident Sellering (SPD). Quelle: dpa
Der Ex-Vorstandsvorsitzende Ekkehard Schulz, rechts, und der Aufsichtsratsvorsitzende Gerhard Cromme Quelle: AP
Zuege stehen vor dem Hauptbahnhof in Frankfurt am Main Quelle: dapd
Der Formel-1 Fahrer Sebastian Vettel fährt am 17.04.2010 in Shanghai während eines Formel-1 Rennens an einer Zuschauertribüne vorbei. Quelle: dpa

Das "Wall Street Journal Deutschland" berichtete unter Berufung auf Insider, der Verkauf der Stahlwerke an CSN sei "offenbar geplatzt". Die Unternehmen seien sich nicht über einen Preis einig geworden. Vertreter von CSN und ThyssenKrupp hätten sich am Dienstag in New York getroffen, um den Deal zu retten. Hauptstreitpunkt sei der Preis für das relativ neue Stahlwerk in Alabama, für das die Branchenrivalen ArcelorMittal und Nippon Steel mehr geboten hätten als CSN. Die Aktie rauschte daraufhin zu Handelsbeginn sechs Prozent in den Keller, baute aber einen Teil der Verluste später wieder ab. ThyssenKrupp war zuletzt fast zu einem Zockerpapier geworden. Beinahe jeder Bericht vermochte es - je nach Stoßrichtung - den Aktienkurs nach unten oder nach oben zu katapultieren.

Insider: "Kein Deal auf Biegen und Brechen"

"Der Deal ist nicht gescheitert", sagte eine mit dem Prozess vertraute Person. Es gehe aber nicht darum, auf Biegen und Brechen bis Ende September einen Abschluss zu erzielen. Es komme vielmehr auf das Ergebnis an. Es gebe für die Sparte Steel Americas immer noch Gespräche mit mehreren Bietern. Zu den Optionen gehöre, dass CSN sich an dem Werk in Braslien mit 33 Prozent beteiligt - ebenso wie ThyssenKrupp und der brasilianische Rohstoffkonzern Vale. Vale hält bislang 27 Prozent, ThyssenKrupp den Rest. Einem Berater von ThyssenKrupp zufolge sperrt sich Vale gegen eine Beteiligung von CSN an dem Werk, da es sich um einen unmittelbaren Konkurrenten handelt. Vale habe die Hand drauf und könne einen Deal blockieren.


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