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Geschäftsreise mit dem Flieger Wer braucht eigentlich Business Jets?

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Für wen sich ein Business Jet lohnt

Andere Firmen können oder wollen die Millionen für einen Business Jet nicht so einfach auf den Tisch legen und gehen andere Wege. Das US-Unternehmen NetJets etwa bietet Anteile an Geschäftsreiseflugzeugen zum Kauf oder zur Miete an. Ein Bruchteil eines Business Jets für einen Bruchteil des Preis klingt nach einem guten Deal für Wenigflieger.

Etwa die Hälfte aller Geschäftsreiseflüge in Deutschland geht laut WingX Advance zudem auf Charter-Anbieter zurück. Billig ist das allerdings auch nicht: mindestens 1500 Euro kostet eine Stunde im kleinen Privatjet. Mit der Größe und Ausstattung steigt der Preis schnell in die Höhe, kann auch die 10.000 Euro-Grenze überspringen.

Die Flughäfen mit den kürzesten Wegen
Bis das Flugzeug in der Luft ist, vergeht für gewöhnlich erstmal eine Menge Zeit: Die Wege in den Flughäfen sind meist lang, wie etwa am Moskauer Airport Domodedovo. Hier benötigen die Passagiere vom Eingang bis in den Flieger eine geschlagene Stunde. Die Reisesuchmaschine kayak.de hat die durchschnittlichen Gehzeiten vom Eingang bis zum Flugsteig an 14 Flughäfen Europas mit mehr als zehn Millionen Passagieren untersucht – und herausgefunden, an welchen Airports es besonders schnell geht. Quelle: kayak.de, die Informationen wurden von Flughafen-Pressestellen eingeholt oder von Kayak kalkuliert Quelle: dpa
8. Platz – Mailand-Malpensa, ItalienMailand-Malpensa ist der größte der drei Flughäfen der italienischen Metropole – die Weitläufigkeit bekommen die Passagiere allerdings auch bei der Gehzeit zu spüren: 27 Minuten benötigen sie durchschnittlich vom Eingang bis ins Flugzeug. Durch die Eingangshalle dauert es 15 Minuten, nach der Sicherheitskontrolle noch maximal zwölf Minuten. Quelle: dpa
7. Platz – Madrid Barajas, SpanienDer Flughafen der spanischen Hauptstadt schafft es locker in die Top 10 der größten Flughäfen Europas. Dafür sind die Wege noch relativ überschaubar: Knapp 20 Minuten benötigen die Passagiere durchschnittlich, um ihre Maschine zu erreichen. Die Eingangshalle ist schnell durchlaufen, nach der Sicherheitskontrolle dauert es noch 15 Minuten bis zum Gate. Quelle: AP/dpa
6. Platz – Barcelona El Prat, SpanienIm spanischen Duell mit Madrid hat Barcelona die Nase vorn: Am zweitgrößten spanischen Flughafen durchqueren Passagiere die Eingangshalle in durchschnittlich acht Minuten, nach dem Sicherheitsbereich dauert es nochmal sieben Minuten – macht 15 Minuten Gesamtgehzeit. Quelle: IMAGO
5. Platz – Zürich, SchweizWer von Terminal A oder B abfliegt, ist in Zürich klar im Vorteil: Die Gesamtgehzeit beträgt hier nur 15 Minuten. Reisende, die vom Terminal E starten, sind deutlich länger unterwegs. Sie müssen durchschnittlich 22 Minuten einplanen, bis sie ihren Flieger erreichen. Quelle: AP
Flughafen Nizza Quelle: REUTERS
Platz 4 – Nizza, FrankreichDer drittgrößte Flughafen Frankreichs an der Côte d’Azur sticht den Pariser Flughafen Charles-de-Gaulle in einer Disziplin locker aus: In Nizza sind Passagiere in nur 15 Minuten an ihrem Gate. In Paris ist dagegen eine kleine Wanderung nötig: Reisende sind in Frankreichs Hauptstadt 55 Minuten unterwegs – nur in Moskau dauert es noch länger. Quelle: obs

Trotzdem sind die Ausgaben für viele Unternehmen lohnenswert, glaubt Heinrich Großbongardt. Auch im Vergleich zu den vermeintlich billigeren Linienflügen. Insbesondere, wenn man die Arbeitskraft der Reisenden mit einberechne. „Wenn Sie aus Paderborn nach Genf und wieder zurück müssen, dann bekommen Sie das inklusive Umsteigen an einem Tag nicht gebacken. Trotzdem kosten die Tickets für vier oder fünf Mitarbeiter in der Economy-Klasse 6000 Euro“, rechnet der Luftfahrtexperte vor. „Chartern Sie einen Business Jet, kostet das Ganze vielleicht 8000 Euro. Dafür sind Sie am Abend wieder zu Hause und Ihre Leute können am nächsten Tag arbeiten.“

Wer in Ostwestfalen sitzt, hat ohnehin kaum eine andere Chance, wenn er schnell mit dem Flieger ins Ausland will. Große Verkehrsflughäfen wie Düsseldorf sind mehrere Autostunden entfernt. Vom Regionalflughafen in Paderborn gibt es nur eine begrenzte Zahl an Direktflügen in die großen Metropolen, viele Airports sind ohne mehrfaches Umsteigen gar nicht zu erreichen.

Was der neue A350 alles aushalten muss
Foto von Airbus 350 Quelle: Presse
Foto von Airbus 350 Quelle: Presse
November 2013: Flugtests am LimitIm Herbst bringen die Tespiloten den Flieger an die Belastungsgrenze. Sie fliegen erst so langsam, dann so schnell, dass der tragende Luftstrom fast abreißt und die Flügel flattern. Dann kommt ein zu steiler Start bei dem das Heck aufsetzt und ein sicherheitshalber montierter Dorn Funken sprüht. Video zum VMU-Test Quelle: Screenshot
April 2014: PanikübungIn der Airbus-Basis in Hamburg schaffen es fast 400 Insassen, die Maschine in nur 90 Sekunden zu verlassen. Weil bei Notlandungen oft Ausgänge blockiert sind, öffnen sich bei dem Test nur vier der acht Türen. Quelle: dpa
Foto von Airbus 350 Quelle: Presse
Foto von Airbus 350 Quelle: Presse
Foto von Airbus 350 Quelle: Presse

Aus diesem Grund glauben die meisten Branchenkenner, dass das Potenzial der Business Jets derzeit nicht ausgeschöpft wird. Sie gehen von weiterem Wachstum in den kommenden Jahren aus. Je enger die internationalen Beziehungen werden und je häufiger auch kleine Mittelständler ins Ausland expandieren, desto größer wird der Bedarf nach Individualreisen für den Geschäftsmann werden.

Business-Flug mit 1,6-facher Schallgeschwindigkeit

Die Business-Jet-Branche hat bereits den nächsten Superlativ der Business Jets angekündigt. Bis 2021 will die amerikanische Firma Aerion einen neuen Überschall-Jet auf den Markt bringen – und in den kommenden 20 Jahren etwa 600 davon verkaufen.

Industrie



Die Zielgruppe ist dabei eindeutig: Menschen, die es besonders eilig haben. Die kleine Maschine soll über dem offenen Meer die 1,6-fache Schallgeschwindigkeit erreichen können. Zwischen Berlin und New York wäre die Maschine damit mehr als doppelt so schnell wie eine Passagiermaschine. Der Flug von Berlin zum Weltwirtschaftsgipfel in Davos würde endgültig zum Katzensprung.

Billig wird das freilich nicht: Den Stückpreis eines solchen Überschalljets schätzen Experten auf mehr als 100 Millionen Dollar.

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