Gewerkschaft IG Metall fordert für Stahlkocher 8,2 Prozent mehr Lohn

Mehr als 70.000 Stahlkocher werden durch die IG Metall vertreten. Quelle: dpa

Steigende Preise und die gute Situation in vielen Betrieben nährt die Erwartung auf eine kräftige Lohnerhöhung Stahlkocher. Die erste Verhandlungsrunde soll im Mai beginnen.

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Die IG Metall fordert in der kommenden Tarifrunde für die Beschäftigten der Stahlindustrie 8,2 Prozent mehr Lohn. Diese Empfehlung an den IG Metallvorstand gaben am Dienstag die Tarifkommissionen für die rund 68.000 Beschäftigten in Nordwestdeutschland und für die rund 8000 Stahlkocher in Ostdeutschland bekannt. Die Laufzeit solle zwölf Monate betragen.

„Die Beschäftigten erwarten angesichts der stark steigenden Preise und der guten Situation in vielen Betrieben eine ordentliche Erhöhung ihrer monatlichen Entgelte“, betonte der Bezirksleiter der IG Metall NRW und Verhandlungsführer Knut Giesler. Die Stahlpreise seien so hoch, wie er sie nie gesehen habe. „Wer bei solchen Preisen kein Geld verdient, so doof kann man nicht sein.“

Der Vorstand der IG Metall soll die Empfehlung der Tarifkommission am 8. Mai offiziell beschließen. Im Westen ist die erste Verhandlungsrunde am 13. Mai geplant. Die Friedenspflicht endet am 31. Mai.

Der Arbeitgeberverband Stahl wies die Forderung der Gewerkschaft zurück. Einige, aber nicht alle Mitgliedsunternehmen, erwarteten zwar auskömmliche bis gute Jahresergebnisse. Die Liquiditätssituation der Stahlindustrie sei aber insgesamt angesichts der explodierenden Rohstoff- und Energiepreise äußerst angespannt.

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„Es besteht die große Gefahr, dass eine sich weiter verschärfende Lage in der Ukraine und insbesondere eine Unterbrechung der Versorgung der deutschen Industrie mit Erdgas zu einem schlagartigen, dramatischen Einbruch der Wirtschaftstätigkeit in Deutschland führt.“ Das geschäftsführende Vorstandsmitglied des Verbands, Gerhard Erdmann, betonte, die Forderung der IG Metall entspreche auch nicht annähernd dem Gebot der Stunde.

Die Stahlindustrie mit Konzernen wie Thyssenkrupp, Salzgitter und ArcelorMittal profitiert von den stark gestiegenen Werkstoffpreisen, kämpft aber selbst mit den in die Höhe geschossenen Rohstoff- und Energiekosten. Zudem schwächelt aufgrund von Lieferkettenproblemen die Nachfrage der Automobilindustrie. Thyssenkrupp Steel Europe hatte Mitte April rund 1300 der etwa 18.000 Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt.

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