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Glencore und Xstrata Ein neuer Rohstoff-Gigant entsteht

Mit der Fusion von Glencore und Xstrata entsteht ein Rohstoffriese, der Abbau, Transport und Verkauf in einer Hand bündelt und an der Börse 70 Milliarden Euro wert ist.

Erzabbau in einer Mine Quelle: REUTERS

Auf dem Rohstoffmarkt entsteht ein neuer milliardenschwerer Großkonzern: Der weltgrößte Rohstoffhändler Glencore und das Bergbauunternehmen Xstrata haben einen „Zusammenschluss unter Gleichen“ vereinbart und schaffen eine Gesellschaft mit einem Jahresumsatz von fast 210 Milliarden Dollar. Das neue Unternehmen deckt die gesamte Wertschöpfungskette der Branche von der Förderung über den Transport bis zum Verkauf von Rohstoffen ab.

Der fusionierte Rohstoff-Gigant kommt auf einen Marktwert von rund 90 Milliarden US-Dollar (68,7 Milliarden Euro) und einen gemeinsamen operativen Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen von gut 16,2 Milliarden Dollar. Der Zusammenschluss soll den Umsatz mittelfristig mindestens um 500 Millionen Dollar verbessern, wie beide Seiten mitteilten. Damit kann es der neue Konzern mit dem Namen Glencore Xstrata International mit den ganz großen wie BHP Billiton, Vale und Rio Tinto aufnehmen. Glencore hatte zuletzt bereits eine Kontrollmehrheit bei Xstrata und ist mit einer Beteiligung von 34 Prozent bereits deren größter Einzelaktionär.

Xstrata ist der viertgrößte Bergbaukonzern der Welt. Zusammen mit dem Know-how des Rohstoffhändlers Glencore ist der Mega-Konzern bestens gerüstet, um die in den nächsten Jahren erwartete massive Rohstoffnachfrage aus China und anderen Schwellenländern bedienen zu können. Die neue Firma ist der weltgrößte Exporteur für Kohle für Kraftwerke und zudem einer der führenden Kupferkonzerne.

Die größten Rohstoffkonzerne der Welt

Xstrata-Aktionäre sollen für einen Anteilsschein 2,8 Aktien von Glencore bekommen und künftig 45 Prozent am fusionierten Unternehmen halten. Insgesamt wird Xstrata damit mit knapp 62 Milliarden Dollar bewertet. Das entspricht einem Zuschlag von gut 15 Prozent zum Schlusskurs vom ersten Februar. Danach machte Xstrata die Verhandlungen öffentlich, woraufhin der Aktienkurs vor allem von Xstrata kräftig zulegte. Glencore ist mit 34 Prozent bereits größter Xstrata-Aktionär.

Beide Firmen haben ihren Sitz im Schweizer Steuerparadies Zug. Auch die personellen Weichen sind gestellt. Dabei hält sich die Glencore-Seite zurück, obwohl sie an dem fusionierten Unternehmen die Mehrheit hält. Xstrata-Vorstandschef Mick Davis soll Chef des fusionierten Unternehmens werden. . „Eine Fusion von Glencore und Xstrata bietet eine einmalige Gelegenheit für die Schaffung eines neuen Geschäftsmodells in unserer Branche“, sagte Davis. Glencore-Chef und Hauptaktionär Ivan Glasenberg will sich mit der Rolle als Stellvertreter begnügen. Auch die Spitze des Verwaltungsrats soll mit John Bond der bisherige Xstrata-Chairman übernehmen. Beide Unternehmen hoffen, den Zusammenschluss im dritten Quartal über die Bühne zu bringen.

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