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Hastor bei Alno Küchen Dieses Investment war ein Schuss in den Ofen

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Unzufrieden mit der Arbeit der Finanzvorständin

Unzufrieden sollen die Hastors heute vor allem mit der Arbeit der langjährigen Alno-Finanzvorständin sein. Ihr habe die nötige Professionalität gefehlt, heißt es. Während ihrer Amtszeit hat sie unter anderem künftig zu erwartende mögliche Steuervorteile für Alno als Vermögenswerte bilanziert. Unternehmen können das machen, aber nur dann, wenn es realistisch ist, dass Verluste mit späteren Gewinnen verrechnet werden und das Unternehmen tatsächlich Steuern sparen kann. Dazu muss der Vorstand plausibel darlegen, dass er bald die Gewinnzone erreicht.

Im ersten Halbjahr 2015 hatte Alno so einen Ertrag von 60 Millionen Euro gebucht, das Konzernergebnis fiel bombastisch aus. Jedoch nur so lange, bis der Wirtschaftsprüfer hinsah. Zum Jahresende nahm Alno zwei Drittel wieder zurück, 20 Millionen Euro des Ertrags blieben stehen. Der Konzernverlust wurde so auf dem Niveau des Vorjahres gehalten. Ansonsten wäre er deutlich höher ausgefallen.

Doch die Rückkehr in die Gewinnzone hat Alno bisher nicht geschafft. Im ersten Halbjahr 2016 machte der Küchenbauer Verlust. Sollte die operative Wende ausbleiben, müsste Alno den Steuerposten wertberichtigen. Das ist nicht abwegig. Im Frühjahr gab es erneut ein Restrukturierungsprogramm. Personal wurde abgebaut. Entlassungen aber sind erst einmal kostspielig. Seit Jahresbeginn fiel die Aktie auch von 50 auf 36 Cent.

Um den Rückstand gegenüber anderen Herstellern aufzuholen, müssten die Hastors Millionen für die Modernisierung der Maschinen ausgeben. Sparen dagegen ist für sie nicht einfach. Zwar könnten sie die Fabriken von Pfullendorf nach Bosnien verlagern, wo die Personalkosten deutlich niedriger sind. Doch die Händler in Deutschland würden das kaum mitmachen. Sie brauchen bei Reklamationen die Nähe zum Hersteller.

Während 62 Prozent aller in Deutschland gekauften Möbel aus dem Ausland kommen, gilt das nur für drei Prozent der Küchen. Wandert die Produktion von Alno ins Ausland ab, könnten die Händler schon allein aus Sorge vor Qualitätseinbußen auf andere Hersteller umschwenken.

Das Überleben von Alno gefährden aber vor allem die Schulden. 2018 wird eine Anleihe über 44 Millionen Euro fällig. Wegen der schlechten Zahlen wird es kaum gelingen, das Papier über eine neue Anleihe abzulösen. Es blieben nur die Hastors als Geldgeber. „An deren Stelle täte ich mich schwer damit, noch mal so viel Geld reinzugeben“, sagt ein Insider. Ob der prekären Lage wäre es logisch, wenn die Hastors versuchen würden, mit den Gläubigern von Alno einen Schuldenschnitt zu verhandeln.

Denn die Familie ist nicht dafür bekannt, dass sie Geld zu verschenken hat.

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