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Hauptversammlung So trommelt der RWE-Chef für die Innogy-Zerschlagung

RWE-Chef Rolf Martin Schmitz wirbt bei der Hauptversammlung des Energiekonzerns für die Innogy-Zerschlagung. Quelle: REUTERS

RWE-Chef Rolf Martin Schmitz hat vor den Aktionären des Energiekonzerns für das geplante Geschäft mit Konkurrent E.On und damit für die Zerschlagung der Tochter Innogy geworben. Es sei für RWE die beste Option.

"Die Veräußerung des Gesamtpakets ist die beste Option für RWE", sagte RWE-Chef Rolf Martin Schmitz bei der Hauptversammlung des Energiekonzerns und warb damit vor den Aktionären für die geplante Zerschlagung der Tochter Innogy. Der Deal mit E.On biete RWE die größten Potenziale, sowohl strategisch als auch finanziell.

Sein Konzern erhalte Zugriff auf diverse Ökostromanlagen und steige insgesamt zur Nummer Drei bei den erneuerbaren Energien in Europa auf. Gerade in diesem Bereich entscheide eine schlagkräftige Größe über den Erfolg.

RWE und E.On wollen Innogy unter sich aufteilen. Dadurch würde die gerade einmal zwei Jahre alte Tochter Innogy, an der RWE noch gut 77 Prozent hält, schon wieder verschwinden. E.On will dazu in einem ersten Schritt Innogy komplett übernehmen und im Gegenzug den Konkurrenten RWE am eigenen Unternehmen mit knapp 17 Prozent beteiligen. E.On würde das lukrative Netzgeschäft und den Stromvertrieb von Innogy behalten, während die erneuerbaren Energien beider Konzerne unter dem Dach von RWE vereint werden. Der Start des offiziellen Übernahmeangebots von E.On wird für Mai erwartet. Abgeschlossen werden soll der Deal bis Ende 2019.

RWE vergrößert so sein operatives Geschäft deutlich und steigt auf einen Schlag zur Nummer 3 bei den erneuerbaren Energien in Europa auf. Bislang betreibt der Essener Konzern ausschließlich konventionelle Kraftwerke mit einem hohen Anteil an Kohlestrom. „Gerade im Bereich der erneuerbaren Energien entscheidet eine schlagkräftige Größe über den Erfolg“, sagte Schmitz.

Diese hätten weder Innogy noch E.On. Die Zusammenführung der Erneuerbaren beider Unternehmen unter dem Dach von RWE sorge für die nötige Schlagkraft. RWE werde zur Nummer drei bei den Erneuerbaren in Europa. Jeweils allein hätten RWE und E.On diese schlagkräftige Größe nicht erreicht, ist der Konzernchef überzeugt. Die wirtschaftliche Perspektive stimme mittelfristig optimistisch, so der Vorstandschef. Der Strombedarf werde weiter steigen.

Im vergangenen Geschäftsjahr war RWE nach einem Milliardenverlust 2016 wieder in die Gewinnzone zurück. Unter dem Strich verdiente das Unternehmen 1,9 Milliarden Euro, nach einem Fehlbetrag von 5,7 Milliarden Euro im Jahr zuvor. Dabei profitierte der Dax-Konzern von der Rückzahlung der Brennelementesteuer. Die Stammaktionäre, die zwei Jahre lang auf eine Ausschüttung verzichten mussten, erhalten wieder eine Dividende. Inklusive einer Sonderdividende von 1,00 Euro je Aktie will RWE ihnen für das vergangene Geschäftsjahr 1,50 Euro zahlen. Das freut vor allem die Kommunen, die rund 20 Prozent der Anteile halten.

Vor der Hauptversammlung wollten auch wieder Atomkraft- und Braunkohlegegner demonstrieren. Sie werfen RWE vor, mit seinen Braunkohlekraftwerken besonders stark zum Klimawandel beizutragen. Die Essener halten dem entgegen, durch die Stilllegung und die Modernisierung von Kraftwerken sei der Schadstoffausstoß schon stark gesunken.

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