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Heckler & Koch Aktivisten und „Räuber“ wollen Hauptversammlung kapern

Exklusiv
Logo des Waffenherstellers Heckler & Koch am Stammsitz des Unternehmens Quelle: dpa

Die Hauptversammlung des Waffenkonzerns Heckler & Koch an diesem Freitag könnte turbulent werden. Nach Informationen der WirtschaftsWoche haben Friedensaktivisten Aktien gekauft und planen, die Veranstaltung zu stören.

Waffen-Gegner stellen bei der morgigen Hauptversammlung des Waffenkonzerns Heckler & Koch fast die Hälfte der angemeldeten Aktionäre. Aus einer internen E-Mail der Rechtsabteilung an Aufsichtsratschef Dieter John geht hervor, dass insgesamt 44 Aktionäre an der Hauptversammlung im baden-württembergischen Rottweil teilnehmen wollen, bei der es auch um umstrittene und möglicherweise verbotene Gewehrlieferungen nach Mexiko gehen dürfte.

Allein 21 der möglichen Teilnehmer sind laut der E-Mail „den Friedensaktivisten zuzuordnen beziehungsweise sympathisieren mit der Szene“. Weitere fünf seien „bekannte räuberische Aktionäre“, die berufsmäßig gegen Hauptversammlungsbeschlüsse klagen, um letztlich persönlich Profit daraus zu ziehen. Drei Aktionäre outet das interne Schreiben als Journalisten, die beispielsweise über eigene Aktien Zugang haben oder von anderen Aktionären Einlasskarten bekommen. Eigentlich sind Medien von der Hauptversammlung im historischen Restaurant „Badhaus“ in der Kreisstatt Rottweil ausgeschlossen.

Das Schreiben vom 14. September bereitet den Aufsichtsratschef und früheren Bombardier-Manager John, dem sie eingangs zu seinem „heutigen Geburtstag herzlich“ gratuliert, auf Gegenwind vor. In der Tat stellen Kritiker und kritische Beobachter des umstrittenen Unternehmens aus dem baden-württembergischen Oberndorf nach der Liste zwei Drittel der Hauptversammlungs-Teilnehmer.

Trotz ihres Rederechts haben sie faktisch kaum Einfluss auf die HV-Beschlüsse, denn ihr Anteil am Grundkapital von Heckler & Koch beträgt laut der internen Aufstellung weniger als ein Prozent des Grundkapitals. Die angemeldeten Aktionäre insgesamt repräsentieren knapp 88 Prozent des Heckler&Koch-Grundkapitals. Größter angemeldeter Aktionär ist mit gut 54 Prozent Andreas Heeschen, der 2015 temporär die Geschäftsführung des kriselnden Unternehmens übernommen hatte und 2016 in den Aufsichtsrat wechselte. Die tatsächlichen Besitzverhältnisse bei Heckler & Koch gelten als intransparent.

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