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Heckler & Koch Grünes Licht für umstrittene Waffenexporte

Eine Genehmigung der Bundesregierung für Exporte von Gewehren und Pistolen in den Nahen Osten lässt den finanziell angeschlagenen deutschen Waffenschmied Heckler & Koch aufatmen.

Trotz weltweiter Krisen leidet Heckler & Koch unter Finanznot. Quelle: dapd

Die tödliche Zuverlässigkeit der Produkte aus dem Hause Heckler & Koch verspricht eigentlich hohe Renditen, denn weltweit lechzen Abnehmer nach Pistolen und Gewehren Made in Germany. Doch das Unternehmen aus dem schwäbischen Oberndorf wird von Finanznot geplagt, obwohl Terror und bewaffnete Konflikte rund um den Erdball einen tragischen Boom erleben. Gläubiger zittern um die Bedienung einer Anleihe im Volumen von 295 Millionen Euro, auf die Heckler & Koch 9,5 Prozent Zinsen zahlen muss.

Grund für die prekäre Finanzlage ist unter anderem die Tatsache, dass der mittelständische Rüstungslieferant seine Exporte von Waffen und Zubehör regelmäßig von der Bundesregierung genehmigen lassen muss. Die Kontrolle soll verhindern, dass sich Diktatoren, Gangster oder Terroristen mit den begehrten Mordinstrumenten eindecken. Kürzlich hatte das Unternehmen noch darüber geklagt, dass Anträge besonders lang lieben blieben, auch weil Berlin sich nach dem Regierungswechsel im vergangenen Jahr außenpolitisch neu orientieren musste.

Jetzt ist eine lang erwartete Genehmigung für Exporte von Heckler & Koch endlich erteilt worden. Just reagiert die Ratingagentur Moody’s mit der Aussicht auf eine bessere Bonitätsnote für den Waffenlieferanten. Noch im September hatten die Bonitätswächter das Unternehmen herabgestuft. Dank des grünen Lichts der Bundesregierung für Exporte in den Nahen Osten erwarten die Analysten von Moody’s nun aber Zuflüsse von rund 50 Millionen Euro, was 23 Prozent des Umsatzes aus dem Jahr 2013 ausmache.  

Das Unternehmen selbst begrüßt die jüngste Genehmigung zwar, sieht diese aber nur als einen ersten Schritt in die richtige Richtung. Denn weitere Entscheidungen stünden noch aus.

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Während Analysten über die Exportgenehmigung jubeln und sorgengeplagte Gläubiger von Heckler & Koch aufatmen, ist die Entscheidung für Rüstungslieferungen in den Nahen Osten politisch höchst umstritten. Die die dortigen Regierungen gehören nicht der NATO an und verstoßen teils eklatant gegen Menschenrechte. Zudem wächst die Angst, dass Waffen oder Zubehör auf Umwegen in die Hände der Guerillatruppe Islamischer Staat fallen könnten, die gerade die Region mit Terror überzieht.

Die Ratingagentur Moody’s sorgt sich daher mit Blick auf Heckler & Koch künftig auch um eine strengere Handhabung von Waffenexporten in Krisenländer. Angesichts der Gefahr, dass Waffen oder andere Rüstungsgüter wegen der unübersichtlichen Sicherheitslage im Nahen Osten in die falschen Hände fallen, könne zu restriktiveren Vergabe von Exportlizenzen führen. Ob Heckler & Koch angesichts einer Eskalation der regionalen Sicherheitslage von zusätzlichen Aufträgen profitieren könne, bleibe daher abzuwarten.

Nachfrage nach den einschlägigen Produkten gibt es durchaus. So will die Bundesregierung kurdische Kämpfer mit Waffen versorgen, um diese beim Kampf gegen die Terrorhorden des Islamischen Staats zu unterstützen. Dabei geht es auch um Kriegsgerät etwa in Form von Sturmgewehren aus den Hause Heckler & Koch. Neue Umsätze für das Unternehmen generiert die von Deutschland für die Kurden in Aussicht gestellte Unterstützung jedoch nicht, denn die in Frage kommenden Bestände stammen aus Altbeständen der Bundeswehr und sind bereits bezahlt.

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