Henkel Fast eine weiße Weste

Die zahlreichen Zukäufe und der starke US-Dollar bringen dem Düsseldorfer Konsumgüterhersteller Henkel ein zweistelliges Umsatzplus. Nur aus eigener Kraft war das Wachstum vergleichsweise schwach.

Die größten Konsumgüterhersteller der Welt
Größte Konsumgüterhersteller Quelle: dpa
Henkel Konsumgüterhersteller Quelle: dpa
L’Oreal Quelle: REUTERS
Mondelez Oreo Quelle: AP
Rang 8: Tyson Foods Quelle: REUTERS
AB InBev Beck's Quelle: AP
Coca-Cola-Company Quelle: REUTERS

Von einer schweren Niederlage, die Henkel im Bieterkampf um die Procter & Gamble-Tochter Wella erlitten habe ist heute Morgen in vielen Medien die Rede; von einer Schlappe, die dem  Düsseldorfer Hersteller von Persil, Pril und Schwarzkopf noch immer in den Knochen stecke. Na ja.  Zum einen hatte Henkel-Chef Kasper Rorsted nie nachdrücklich sein Interesse an der ergrauten Friseur-Ikone Wella signalisiert und die Bemühungen um die P&G-Tochter dürften daher auch nur mit gebremstem Schaum betrieben worden sein.

Zudem zeigt ein Blick auf die Zahlen des ersten Halbjahres 2015: Auch ohne das vor sich hin dümpelnde Wella-Friseurgeschäft und ohne die zahllosen Parfüms und anderen Kosmetikartikel, die nun von Procter & Gamble zum US-Konzern Coty (Familie Reimann) wechselten, ist Henkel gut aufgestellt. Ein kleiner Fleck auf der ansonsten blütenweißen Weste lässt sich allenfalls im organischen Wachstum finden. Das um Wechselkurseffekte und Übernahmen bereinigte Wachstum lag im ersten Halbjahr insgesamt bei drei Prozent, im zweiten Quartal sogar nur bei 2,4 Prozent. Im ersten Halbjahr 2015 stieg der Umsatz dagegen deutlich um rund 1 Milliarde auf 9,1 Milliarden Euro – ein Zuwachs von gut 13 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2014.

Kosmetikriesen: Henkel und Procter & Gamble im Vergleich

Vor allem die Waschmittelsparte konnte im zweiten Quartal mit einem organischen Plus von 4,3 Prozent deutlich zulegen. Und auch im lange krisengeschüttelten Südeuropa konnte Henkel wieder wachsen. „In einem weiterhin herausfordernden Marktumfeld verzeichnete Henkel im zweiten Quartal eine insgesamt gute Geschäftsentwicklung“, bilanzierte Rorsted.

Das bereinigte betriebliche Ergebnis legte um 182 Millionen Euro auf 1,4 Milliarden Euro zu, ein Plus von 14 Prozent. Die bereinigte Umsatzrendite stieg von 16 auf 16,2 Prozent. Rorsted bekräftigte den Ausblick. Dabei geht der in München lebende Däne von einem anhaltend schwierigen Marktumfeld sowie einer hohen Volatilität der Märkte aus. Der Konzern rechnet mit einem organischen Umsatzwachstum von 3 bis 5 Prozent.

In Arbeit
Bitte entschuldigen Sie. Hier steht ein Element, an dem derzeit noch gearbeitet wird. Wir kümmern uns darum, alle Elemente der WirtschaftsWoche zeitnah für Sie einzubauen.

Alle Geschäftsbereiche sollen dazu beitragen. Nach dem ersten Halbjahr liegt Henkel hier mit plus 3 Prozent am unteren Ende der erwarteten Spanne. Bei der bereinigten Umsatzrendite geht das Unternehmen von einer leichten Steigerung auf etwa 16 Prozent aus, nach 15,8 Prozent im Vorjahr. Das bereinigte Ergebnis je Aktie soll um etwa 10 Prozent zulegen.

© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%