Henkel Waschmittelgeschäft beflügelt Konsumgüterkonzern

Totrost nach dem verlorenen Wella-Deal: Das gut laufende Waschmittelgeschäft hat beim Konsumgüterriesen Henkel für deutliche Zuwächse bei Gewinn und Umsatz im zweiten Quartal gesorgt.

Quelle: dpa

Der Konsumgüterkonzern Henkel kann sich nach der Schlappe im Übernahmerennen um den Konkurrenten Wella wenigstens über ein deutliches Umsatz- und Gewinnplus freuen. Vor allem die Waschmittelsparte konnte im zweiten Quartal deutlich zulegen. Und auch im lange krisengeschüttelten Südeuropa konnte Henkel wieder wachsen. "In einem weiterhin herausfordernden Marktumfeld verzeichnete Henkel im zweiten Quartal eine insgesamt gute Geschäftsentwicklung", bilanzierte Henkel-Chef Kasper Rorsted.

Im zweiten Quartal kletterte der Umsatz um 13,5 Prozent auf 4,7 Milliarden Euro, wie der Hersteller von Pritt und Persil am Mittwoch in Düsseldorf mitteilte. Dabei halfen die Zukäufe aus dem vergangenen Jahr und der starke US-Dollar, denn Henkel produziert auch in Nordamerika.

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Der bereinigte operative Ertrag (Ebit) legte um 14 Prozent auf 768 Millionen Euro zu, der Überschuss nach Anteilen Dritter kletterte auf 521 (Vorjahr: 441) Millionen Euro. Die Kennziffern lagen im Rahmen der Analystenschätzungen. Die Aktien gaben vorbörslich in einem schwachen Markt gut ein Prozent nach.

Seine Jahresprognose bekräftigte Rorsted - auch wenn er weiter von einem "schwierigen wirtschaftlichen Umfeld" ausgehe: Henkel rechne für 2015 weiter mit einem organischen Umsatzwachstum von drei bis fünf Prozent. Beim bereinigten Ergebnis je Vorzugsaktie werde ein Wachstum von rund zehn Prozent und bei der bereinigten Ebit-Marge mit einem Ergebnis von "etwa sechzehn Prozent" nach 15,8 Prozent im Vorjahr gerechnet.

Schlappe im Kampf um Wella

Der erfolgsverwöhnte Henkel-Konzern hatte jüngst eine Niederlage einstecken müssen. Im Rennen um den Haarpflegehersteller Wella zogen die Düsseldorfer den Kürzeren, der US-Parfümhersteller Coty erhielt den Zuschlag für die Tochter des US-Branchenprimus Procter&Gamble.

Henkel-Chef Rorsted hatte bereits vorsorglich klar gemacht, der Konzern könnte seine Mittelfrist-Ziele bis 2016 auch ohne milliardenschwere Zukäufe erreichen. Die Rheinländer wollen bis Ende 2016 den Umsatz auf 20 Milliarden Euro steigern, die Hälfte davon soll in Wachstumsmärkten eingefahren werden. Bereits im Quartal legte Henkel auch in Asien und Lateinamerika zu: Allein in Lateinamerika kletterten die Erlöse um 12,7 Prozent, in Asien schnellte der Umsatz von 666 Millionen auf 826 Millionen Euro.

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