Hier regiert der Rotstift Die Sparprogramme der Konzerne

Deutschlands zweitgrößter Pharmakonzern will sparen. Ein Einstellungsstopp wurde verhängt. Ob auch Jobs wegfallen, ist noch unklar. Auch viele Autobauer wollen Milliarden einsparen. Wer noch den Rotstift zückt.

Boehringer IngelheimDeutschlands zweitgrößter Arzneimittelhersteller will seine Kosten deutlich senken. Der Konzern habe sich das Ziel gesetzt, insgesamt 15 Prozent in Deutschland einzusparen, erklärte eine Sprecherin der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" vom 11. August. "Boehringer Ingelheim reagiert mit einem Maßnahmenpaket auf die großen Veränderungen auf dem Pharmamarkt: Der Preisdruck steigt, der Zugang zu Märkten wird schwieriger, die Konkurrenzsituation verschärft sich weltweit." Ziel sei es, Mittel zu schaffen, um neue Produkte einzuführen und weiter zu investieren. Der Zeitung zufolge hat das Unternehmen bereits einen qualifizierten Einstellungsstopp in Deutschland verhängt. In einer Mitarbeiterzeitung sei auch die Rede davon, dass die Zahl der Angestellten sinken soll. Dies habe das Unternehmen jedoch am Wochenende nicht bestätigen wollen. Quelle: dpa
AudiUnter dem Eindruck sinkender Erträge stellt Audi seine Mitarbeiter auf Einsparungen ein. Das neue Programm "Business 2.0" soll eine Vielzahl von Maßnahmen bringen - ein Stellenabbau ist aber nicht geplant. Als Begründung für die Sparmaßnahmen nannte Audi in einem Schreiben an die Mitarbeiter, das unserer Redaktion vorliegt, die unsichere Wirtschaftslage in Russland, strukturelle Problemen der Wirtschaft in Brasilien und Südafrika sowie die nachlassende Konjunktur in Deutschland. Quelle: dpa
DaimlerKonzernchef Dieter Zetsche legt beim Sparprogramm "Fit for Leadership" noch eine Schippe drauf. Das berichtet das manager magazin. Bisher sollten damit die Kosten in der Pkw-Sparte Mercedes im laufenden Jahr um gut zwei Milliarden Euro gedrückt werden. Jetzt will Zetsche jährlich weitere 3,5 Milliarden Euro einsparen, um das Gewinnziel von 10 Prozent Umsatzrendite (vor Steuern und Zinsen) noch zu erreichen. Mit seinem Sparprogramm folgt Zetsche auf die Ankündigungen seiner Kollegen in München und Wolfsburg... Quelle: AP
VolkswagenLange Gesichter auch bei Volkswagen. Chef Martin Winterkorn hat seine Führungskräfte auf milliardenschwere Sparbemühungen eingeschworen: fünf Milliarden Euro bis 2017. So will der Chef die anvisierten sechs Prozent Umsatzrendite in der VW-Pkw-Sparte bis 2018 doch noch schaffen. Vergangenes Jahr kamen aber nur 2,9 Prozent zusammen. Winterkorn hatte das Ziel ausgegeben bis 2018 Weltmarkführer werden zu wollen, die Rendite ist wichtiger Teil der Strategie. Wie das „Handelsblatt“ berichtet, sollen die Einsparungen unter anderem beim Einkauf sowie geringeren Investitionen und Fixkosten erreicht werden. Winterkorn beklagte zudem zu hohe Aufwendungen beim Bau neuer Fabriken sowie dem Anlauf von neuen Modellen. Quelle: dpa
BMWDer Autobauer will einem Magazinbericht zufolge mit einem neuen Sparprogramm Milliarden einsparen. Bis 2020 sollten die Kosten um mindestens drei bis vier Milliarden Euro pro Jahr sinken, berichtete das "Manager Magazin" am 18. Juni unter Berufung auf Konzernkreise. BMW-Chef Norbert Reithofer habe die Unternehmensberatung McKinsey mit der Ausarbeitung des Projekts beauftragt. Das Sparprogramm solle gewährleisten, dass die operative Umsatzrendite des Konzerns auch langfristig im angepeilten Korridor von acht bis zehn Prozent liege. Bei BMW war zunächst niemand für eine Stellungnahme zu erreichen. Quelle: dpa
Siemens Programm "2020"Joe Kaeser gibt Gas und drückt die Kosten. Rund eine Milliarde Euro will er bis 2016 einsparen. Dafür schrumpft er die Zahl der Divisionen - so heißen die Geschäftseinheiten von Antriebstechnik bis zu Windkraft - von 16 auf 9 zusammen. Die so genannte Sektoren-Ebene entfällt vollständig. Aber damit nicht genug. Zum bisherigen Arbeitsplatzabbau von weltweit 15.000 Stellen, der noch unter Vorgänger Peter Löscher beschlossen wurde, kommen weitere mehrere Tausend. Details nannte Kaeser noch nicht. Siemens beschäftigt in Deutschland 130.000 Mitarbeiter. Sie sind größtenteils per Betriebsvereinbarung vor Entlassungen geschützt. Zweck des Rundum-Erneuerungs-Programms: Die Marge soll wachsen. Sie war in den vergangenen zwei Jahren deutlich unter der des Konkurrenten General Electric geblieben. Die zu optimistischen Rendite-Versprechen von 12 Prozent bis 2014 kosteten Peter Löscher im Sommer 2013 den Job. Quelle: dpa
DaimlerDas Sparprogramm „Fit for Leadership (F4L)“ ist als eine Art Zwei-Stufen-Modell angelegt. Kurzfristig will der Autobauer dadurch in seiner Pkw-Sparte bis Ende 2014 rund zwei Milliarden Euro sparen. Im Lkw-Bereich sollen es insgesamt 1,6 Milliarden Euro sein. Hinzu kommen Ersparnisse in der Bussparte. In den darauffolgenden Jahren möchte der Konzern dann weiter von den eingeleiteten Sparmaßnahmen profitieren. Entlassungen sind Daimler zufolge dabei vorerst kein Thema - freiwerdende Stellen werden aber möglicherweise nicht neu besetzt und ältere Mitarbeiter über Alterszeit früher aus dem Unternehmen ausscheiden. Daimler will Entwicklung, Produktion und Vertrieb effizienter machen. Im für die Schwaben problematischen Markt China sollen die bisher zwei Vertriebsgesellschaften zu einer zusammenwachsen.Auf der Hauptversammlung am 9. April 2014 kündigte Chef Zetsche an, das Sparprogramm auszuweiten. „Über alle Geschäftsfelder hinweg zeigen unsere Effizienzmaßnahmen Wirkung. Wir werden sie strukturell absichern und ausbauen“, sagte Zetsche. Details zum Umfang weiterer Sparmaßnahmen nannte er nicht. Quelle: dapd
Energiekonzern RWEDie RWE-Tochter Npower wird in Großbritannien Insiderinformationen zufolge 1400 Stellen streichen. Am 28. November werde Npower die Verlagerung von 1000 Arbeitsplätzen nach Indien ankündigen, sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters. 400 Jobs würden komplett abgebaut. Weitere 550 Arbeitsplätze in Großbritannien würden an ein anderes Unternehmen ausgegliedert. Npower gehört auf der Insel zu den sechs größten Energiekonzernen. Derzeit arbeiten 9500 Beschäftigte für das Unternehmen. Laut dem Sender Sky News, der als erstes von den Stellenstreichungen berichtet hatte, sind vor allem Mitarbeiter in Mittelengland und im Norden des Landes betroffen. Auch in Deutschland verschärft RWE-Chef Peter Terium wegen der wegbrechenden Gewinne den Sparkurs. Von 2014 bis Ende 2016 will er rund 6750 Stellen bei dem Energiekonzern streichen. Betroffen seien Jobs in der vom Gewinnschwund besonders betroffenen Stromerzeugung, in der Verwaltung und bei der Ökostromtochter Innogy. Auch durch den Verkauf von Beteiligungen soll die Zahl der Beschäftigten von fast 74.000 im Jahr 2011 auf rund 61.000 schrumpfen. Quelle: dpa
K+SDer Düngemittelanbieter K+S legt sich ein umfangreiches Sparpaket auf. Der Grund: der Abwärtstrend am Düngemittelmarkt. Das Unternehmen wolle die Kosten über die nächsten drei Jahre im Vergleich zu den bisherigen Planungen um 500 Millionen Euro senken, teilte der Dax -Konzern am 14. November mit. Bereits im nächsten Jahr sollen die Kosten um 150 Millionen Euro gedrückt werden. "Die geplanten Sparmaßnahmen beziehen sich in erster Linie auf Sachaufwendungen, beinhalten aber auch Überlegungen, die zu einem Abbau von Personal führen könnten", erklärte das hessische Unternehmen. Die Preise für Kali-Düngemittel sind seit dem Platzen des russisch-weißrussischen Exportbündnisses BPC Ende Juli unter Druck, zudem halten sich viele Landwirte wegen der Unsicherheit über die weitere Preisentwicklung mit Bestellungen zurück. In der Folge brach der K+S-Betriebsgewinn (Ebit I) im dritten Quartal um 26 Prozent auf 116 Millionen Euro ein. Im Gesamtjahr erwartet K+S einen Betriebsgewinn von mehr als 600 Millionen Euro. Der Umsatz ging im dritten Quartal um elf Prozent auf 818 Millionen Euro zurück. Quelle: dpa
PSA Peugeot Citroen Gewerkschaften und Unternehmensführung bei Europas zweitgrößtem Autohersteller haben sich auf ein Einfrieren der Löhne im kommenden Jahr verständigt. Im Gegenzug für den Lohnverzicht sichert das Unternehmen den Beschäftigten zu, keinen Standort zu schließen. Nach Unternehmensangaben spart der Konzern durch das Abkommen rund 100 Millionen Euro pro Jahr. Neben dem Einfrieren der Löhne verständigten sich Gewerkschaften und Firmenleitung auf weitere Maßnahmen wie flexiblere Arbeitszeiten und Zugeständnisse der Beschäftigten bei der Urlaubsregelung. Der Konzern gehört zu den Autobauern, die besonders heftig unter dem Kollaps des südeuropäischen Automarktes in Folge der Euro-Schuldenkrise leiden. Peugeot hat bereits den Abbau von 10.000 Arbeitsplätzen und weitere Kosteneinsparungen angekündigt, um 2015 wieder Gewinne schreiben zu können. Weltweit beschäftigt PSA rund 202.000 Mitarbeiter. Quelle: AP
ThyssenKruppDas angeschlagene Industrieunternehmen will einem Zeitungsbericht zufolge sein konzerneigenes Dienstleistungs-Center ins Ausland verlagern. Von den Plänen betroffen seien bis zu 800 Mitarbeiter der Verwaltung, vor allem aus den Bereichen Finanzdienstleistung, Informationstechnologie und Lohnbuchhaltung, berichtet die " Rheinische Post" unter Berufung auf einen Konzernsprecher und Konzernbetriebsratschef Wilhelm Segerath. Demnach äußerte der Sprecher, es gebe allerdings noch keine Entscheidung über die Zukunft der Dienstleistungseinheit Shared Services. Segerath bestätigte laufende Verhandlungen darüber mit dem Management. ThyssenKrupp geht durch schwierige Zeiten. Zwei neu gebaute Stahlwerke in Übersee haben Milliarden verschlungen, die geplante Veräußerung der Werke in den USA und Brasilien lässt seit Monaten auf sich warten. Quelle: REUTERS
Stahlkonzern SalzgitterDer angeschlagene Stahlkocher kann die Sanierung angehen. Der Aufsichtsrat segnete am 26. September die Neustrukturierung des Konzerns ab, bei der 1500 der gut 23.000 Vollzeitstellen wegfallen sollen. Der Vorstand wird zugleich auf drei Mitglieder verkleinert. Mit der Neustrukturierung der Geschäftsbereiche und der Unterzeichnung des Zukunftsvertrages mit der Gewerkschaft seien alle Voraussetzungen geschaffen, um den Konzern in der Branchenkrise zu stabilisieren. Das Programm diene zudem der Absicherung der Eigenständigkeit des Unternehmens und dem Erhalt möglichst vieler Arbeitsplätze, erklärte Salzgitter. Das Land Niedersachsen als größter Einzelaktionär hatte der Umstrukturierung des ThyssenKrupp-Konkurrenten bereits zugestimmt und damit den Weg für das Votum im Kontrollrat freigemacht. Knackpunkt in den Verhandlungen war zuvor das defizitäre Werk in Peine, in dem rund 1100 Mitarbeiter Stahlträger für die Baubranche herstellen. Das erst vor kurzem für 400 Millionen Euro modernisierte Traditionswerk soll zwar erhalten werden, die Zahl der Arbeitsplätze schrumpft aber auf gut 800. Quelle: dpa
Der Vorstandsvorsitzende des Spezialchemiekonzerns Lanxess, Axel Heitmann, muss kräftig sparen. Ab 2015 sollen die jährlichen Kosten um 100 Millionen Euro schrumpfen. Dafür kürzt Heitmann 1000 von 17.500 Stellen weltweit. 300 davon fallen in Deutschland weg, hier arbeiten 8000 Menschen für Lanxess. Standortschließungen in Deutschland seien zwar nicht geplant, betriebsbedingte Kündigungen könne man aber nie ausschließen. Lanxess will auch Randbereiche abgeben und die erfolgsabhängigen Gehaltskomponenten der Mitarbeiter kürzen. Nötig wird die Sparoffensive, weil die Kautschuksparte unter dem Einbruch der Reifenproduktion in Europa leidet. Lanxess ist mit einem Großteil seines Geschäfts von der Autoindustrie abhängig. Zunächst wir das Sparprogramm 150 Millionen Euro kosten, dann soll der gegenteilige Effekt eintreten. . Quelle: dpa
AllianzDer Versicherungskonzern will einen großen Teil seiner Datenverarbeitung an einen externen Dienstleister abgeben. Der Konzern verhandele mit den US-Unternehmen Computer Sciences Corporation (CSC) und IBM, berichtet die „Süddeutsche Zeitung“ am 29. August unter Berufung auf Branchenkreise. Ein Allianz-Sprecher bestätigte der Zeitung Gespräche, ohne konkrete Namen zu nennen. Der Vertrag dürfte laut dem Blatt mindestens zehn Jahre laufen und könnte einen Umfang von deutlich über 500 Millionen Euro haben. Die EDV gehört bei den Versicherern traditionell zu den größten Kostenblöcken. „In Deutschland geht es um rund 250 Mitarbeiter“, zitiert die Zeitung den Sprecher. Betroffene Mitarbeiter würden mit bestehenden Verträgen und allen Rechten zu dem Dienstleister oder in mögliche Gemeinschaftsunternehmen wechseln. Die gesamte Aktion soll höchstens 20 Prozent der EDV-Mitarbeiter erfassen. Derzeit bearbeite und speichere die Allianz Daten von Kunden und Mitarbeitern weltweit in 140 Rechenzentren. Künftig werden es fünf bis sieben sein, berichtet das Blatt. Quelle: dpa
CommerzbankDeutschlands Bank Nummer zwei stellt sich mit einem Mix aus Investitionen und Sparmaßnahmen gegen den anhaltenden Abwärtstrend und feilt unter anderem an einem neuen Programm für Stellenstreichungen. Insgesamt will die Commerzbank bis 2016 mehr als zwei Milliarden Euro ausgeben, „um ihr Geschäftsmodell in den kommenden Jahren an die veränderten Rahmenbedingungen in der Finanzbranche“ anzupassen. Aus Betriebsratskreisen erfuhr die WirtschaftsWoche bereits im Oktober: "Wir rechnen Anfang 2013 fest mit einem weiteren Abbauprogramm". Es kursieren aber bereits Gerüchte, dass 5000 bis 6000 Jobs auf der Kippe stehen. Die Commerzbank hat bereits nach der Fusion mit der Dresdner Bank 2008 den Wegfall von 9000 Stellen beschlossen. Quelle: dapd
Air BerlinEx-Air-Berlin-Chef Hartmut Mehdorn hatte das Sparprogramm "Turbine 2013" als Ergänzung zum bereits laufenden Paket "Shape & Size" aufgelegt. Sein Nachfolger Wolfgang Prock-Schauer nennt Details. Bis 2014 sollen die Kosten um 400 Millionen Euro oder fast zehn Prozent vom Umsatz sinken. Dafür sollen 900 der gut 4.300 Mitarbeiter gehen und die Flotte von heute 158 auf 136 aktive Flugzeuge schrumpfen. Den geforderten teilweisen Gehaltsverzicht lehnte die Gewerkschaft Verdi aber ab. Im Gespräch waren fünf Prozent weniger Lohn und Verzicht auf das 13. Monatsgehalt. Allein 2012 wollte Mehdorn mit "Shape & Size" schon 230 Millionen Euro einsparen. Erreichen wollte der Ex-Bahn-Manager das unter anderem über höhere Ticketpreise und die Verkleinerung der Flugzeugflotte von 170 auf 152 Flieger. Dazu wurden bereits einige Routen gestrichen. Einsparungen sieht die Airline auch in Sachen Selbstbedienung: Durch eine verstärkte Nutzung des E-Check-in an Automaten oder das Online-Check-in soll die Selbstbedienung der Kunden auf mehr als 60 Prozent erhöht werden. Jetzt stellt die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft 15 Mitarbeiter-Standorte in Deutschland auf den Prüfstand. „Durch Netzwerk- und Standort-Optimierung kann Air Berlin zukünftig auf einige Stationen verzichten“, sagte Unternehmenssprecher Mathias Radowski. So können bis Ende nächsten Jahres weitere Einsparungen von 50 Millionen Euro möglich. Quelle: dapd
Thyssen-Krupp Der Ruhkonzern will seine Ausgaben in den nächsten drei Jahren um zwei Milliarden Euro senken. In der Summe eingerechnet sind laufende Sparmaßnahmen in Höher von 400 Millionen Euro. Das berichten "Handelsblatt" und "Süddeutsche Zeitung". Ein großer Arbeitsplatz-Abbau ist nicht vorgesehen. Einiges ändern soll sich aber für die 600 Mitarbeiter in der Zentrale in Essen. Dort könnte ein Drittel der Stellen überflüssig werden, berichtet das Handelsblatt. Das neue Programm heißt "Act - Achieve change Thyssen-Krupp" und ist Teil der Neuausrichtung, die Vorstandschef Heinrich Hiesinger anstrebt. Thyssen-Krupp soll unabhängiger vom Stahlgeschäft werden und sich stärker auf Technologien wie Aufzüge und Anlagen konzentrieren. Eklatant sind die Verluste der Werke in Brasilien und den USA. Zwölf Milliarden hatten sie gekostet, Hiesinger will beim Verkauf mindestens den noch übrigen Buchwert von sieben Milliarden erzielen. Analysten schätzen den Wert auf maximal vier Milliarden Euro. Das bedeute, dass ThyssenKrupp im abgelaufenen Geschäftsjahr voraussichtlich eine Wertberichtigung bis zu drei Milliarden Euro verkraften muss. Auf der Hauptversammlung verkündete der Aufsichtsrat auf die Hälfte seiner Vergütung verzichten zu wollen - in Summe nicht mehr als ein Tropfen auf dem heißen Stahl. Quelle: dapd
General Motors-Chef Dan Akerson muss seit Jahren zusehen, wie seine Europa-Töchter Opel und Vauxhall Geld verbrennen. Allein 2012 schlug im Europa-Geschäft ein operatives Minus von 1,8 Milliarden Dollar (1,3 Milliarden Euro) zu Buche. Damit sich das ändert, verständigte sich das Management mit der IG Metall auf einen Sparplan, der die Verschiebung von Lohnerhöhungen vorsieht. Im Gegenzug erhalten die Werke Rüsselsheim, Kaiserslautern und Eisenach mehrjährige Produktionszusagen. Im Werk Bochum mit 3200 Mitarbeitern soll die Produktion dagegen Ende 2014 eingestellt werden. Dort hatte die Belegschaft als einzige dem Sanierungsplan von GM nicht zugestimmt. Es wird aber nicht nur gespart. Akerson hat angekündigt, GM werde bis 2016 vier Milliarden Euro in Deutschland und Europa investieren. Quelle: REUTERS
LufthansaKonzernchef Christof Franz setzt derzeit das "Score"-Programm um, mit dem er die Kosten um 1,5 Milliarden Euro pro Jahr drücken will. Doppelte Verwaltungsstrukturen werden abgebaut. Dem fallen in Deutschland 2500 Jobs zum Opfer, 1100 Jobs werden ins Ausland verlagert; weltweit werden 3500 der knapp 17.000 Stellen in dem Bereich wegfallen. Der Chef will außerdem den Einkauf von Waren und Dienstleistungen konzernweit zentralisieren und den Unternehmenstöchtern weniger Eigenständigkeit zugestehen. Im Zuge des Sparpakets hat die Lufthansa im Oktober 2012 ihrem Regionalpartner Augsburg Airways zum Ende des Sommerflugplans 2013 gekündigt. Die Kooperation lief seit 1996. Die Flotte umfasst 15 Regionaljets, 500 Mitarbeiter sind betroffen. Um mit Billigfliegern oder den Fluglinien vom Golf mithalten zu können, soll die Lufthansa den Vorsteuergewinn von rund 500 Millionen Euro in 2011 bis Ende 2013 auf zwei Milliarden Euro steigern. Quelle: dpa
Deutsche BankDeutschlands größtes Geldhaus reagiert mit harten Einschnitten auf die Krise: 1900 Stellen sollen laut dem Institut gestrichen werden. Die Bank will drei Milliarden Euro einsparen, der Stellenabbau soll 350 Millionen Euro dazu beitragen. Allein im Investmentbanking fallen 1500 Arbeitsplätze weg. Zudem kürzen die Chefs Jürgen Fitschen und Anshu Jain die Boni im Investmentbanking außerhalb Deutschlands. Quelle: REUTERS
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