Hitachi Zughersteller Hitachi startet Deutschland-Offensive

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Von Hamburg aus will der japanische Zugbauer den deutschen Eisenbahnmarkt erobern. Die traditionellen Lieferanten der Deutschen Bahn sind empört.

Die beliebtesten Bahnhöfe 2012
Der Bremer Hauptbahnhof erhält den Titel "Großstadtbahnhof des Jahres 2012". Quelle: dapd
Für Städte bis zu 100.000 Einwohner gibt es den Titel "Kleinstadtbahnhof". Gewinner in diesem Jahr: Der Hauptbahnhof Aschaffenburg. Die Allianz Pro Schiene hat 2012 auch den "Sonderpreis Tourismus" ausgelobt - diesen Titel erhielt der Bahnhof in Bad Schandau, in der Sächsischen Schweiz. Um die Preisträger zu ermitteln, wurden die Bahnkunden aufgerufen, ihre Lieblingsbahnhöfe zu nominieren. Eine fünfköpfige Jury der Allianz pro Schiene hat die Bahnhöfe schließlich anhand einer Checkliste geprüft und so den Sieger ermittelt. Quelle: dapd
Im vergangenen Jahr ging der Titel an den Hauptbahnhof Leipzig (im Bild) und Halberstadt. Quelle: AP
Im Jahr 2010 ging der Titel an die Hauptbahnhöfe in Darmstadt (im Bild) und Baden-Baden. Quelle: dpa
Die Sieger des Jahres 2009: Die Hauptbahnhöfe in Erfurt und Uelzen.
Die Sieger im Jahr 2008: Der Hauptbahnhof in Karlsruhe. Quelle: dpa
Im gleichen Jahr erhielt auch der Hauptbahnhof in Schwerin den Titel Bahnhof des Jahres in der Kategorie " Städte unter hunderttausend Einwohner". Quelle: dpa

Hamburg soll den Durchbruch bringen. In Kürze entscheidet die Stadt, wer von 2013 an die S-Bahn dort betreiben darf – für die nächsten 20 Jahre. Als Favorit gilt die Deutsche Bahn, die dies bisher schon tut. Erhält sie den Zuschlag, will sie rund 180 neue S-Bahn-Züge bestellen. Dann könnte Hitachi endlich auch in Deutschland zum Zuge kommen. Der japanische Konzern sei einer von drei möglichen Lieferanten, heißt es aus der Bahn. Es wäre der erste Auftrag, den die Japaner von der Bahn bekämen.

„Wir hoffen sehr, dass uns der Markteinstieg in Hamburg gelingt“, sagt Alistair Dormer, Chef von Hitachi Rail Europe. Deutschland sei ein „strategisch wichtiger Markt“. Ziel sei es, „mittelfristig sowohl Nah- als auch Fernverkehrszüge nach Deutschland zu verkaufen“.

Das Vorpreschen der Japaner, die mit Zügen und Bahntechnik 2011 rund 1,4 Milliarden Euro umsetzten, kommt der einseitigen Aufkündigung eines ungeschriebenen Nichtangriffspakts mit Europas drei wichtigsten Eisenbahnbauern gleich: Siemens aus Deutschland, Bombardier mit der Zentrale in Kanada sowie Alstom aus Frankreich.

Mehr noch, während der Hersteller des japanischen Hochgeschwindigkeitszuges Shinkansen in den deutschen Bahnmarkt eindringt, haben die drei auf dem japanischen Eisenbahnmarkt wohl kaum eine Chance. „Für deutsche und europäische Hersteller von Triebzügen und Lokomotiven ist der japanische Markt so gut wie verschlossen“, sagt Ronald Pörner, Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Bahnindustrie in Deutschland (VDB). „Die Regierung und auch Betreiber von Eisenbahnen in Japan setzen bewusst auf Handelshemmnisse, die heimische Zughersteller einseitig bevorteilen.“ Das Geschäft sei „eine Einbahnstraße von Ost nach West“.

Grafik Umsatz des japanischen Hitachi-Konzerns im Eisenbahngeschäft

Wie ernst Siemens, Alstom und Bombardier die Japaner nehmen müssen, zeigen deren jüngste Erfolge in Großbritannien. So erhielt Hitachi erst unlängst einen Großauftrag des britischen Verkehrsministeriums. Für umgerechnet 5,6 Milliarden Euro bauen die Japaner von 2014 an rund 600 Intercity-Züge und warten diese in den kommenden fast 30 Jahren. Dies war schon der zweite Großauftrag auf der Insel. Nun ist offenbar Deutschland an der Reihe.

Zumindest einer wird sich über das Vorpreschen der Japaner freuen: Bahn-Chef Rüdiger Grube. Deutschlands oberster Eisenbahner wünscht sich spätestens seit der Ausschreibung der neuen ICx-Züge, bei der er sich dem Siemens-Konzern ausliefern musste, mehr Wettbewerb bei Schnell- und Nahverkehrszügen.

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