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Hochtief Das Misstrauen gegenüber ACS wird noch größer

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ACS könnte sich über Hochtief sanieren

Wer Hochtief bereits verlassen hat

Blieben Private-Equitiy-Gesellschaften oder ausländische Wettbewerber als Mitbieter. Der österreichische Baukonzern Strabag könnte versuchen, verstärkt durch die Hochtief-Sparte an Bilfinger vorbei zur Nummer eins in der Gebäudedienstleistung in Deutschland zu werden. Berater Hossenfelder sieht aber auch ausländische Wettbewerber wie den finnischen Bau- und Dienstleistungskonzern YIT, die dänische ISS-Gruppe und den französischen Interessenten in den Startlöchern – den Bauriesen Vinci und den Dienstleister Cofely, der zum halbstaatlichen Energieriesen GDF Suez gehört. „Viele“, so Hossenfelder“, „könnten die Gelegenheit nutzen, um in Deutschland auf einen Schlag aus dem Mittelfeld der Gebäudedienstleistungs-Branche in die Spitzengruppe vorzudringen.“
Andere reiben sich also die Hände. Ob das Hochtief strategisch nutzt, ist fraglich. Es nutzt aber ganz sicher ACS, wenn die Verkaufserlöse von Hochtief-Services, Hochtief-Airports und der Hochtief-Projektentwicklung etwa über Sonderdividenden oder über Kreditgeschäfte zwischen Mutter- und Tochtergesellschaft die ACS entlasten – ACS leidet unter maximaler Verschuldung und kämpft um seine Selbständigkeit.


Der Kuschelkurs der IG Bau rächt sich
Zum ersten Mal wird sichtbar, dass sich der Kuschelkurs der IG Bau gegenüber ACS in der heißen Übernahmephase Ende 2009 im Nachhinein nicht rentiert. Gewerkschaftschef und Hochtief-Aufsichtsrat Klaus Wiesehügel gehört zu den späten Verlierern der feindlichen Übernahme durch ACS. Die hat der bullige-bärtige Gewerkschafter zumindest erleichtert, als er den damals noch gegen ACS agierenden Hochtief-Betriebsräten in den Rücken fiel. Nun trafen sich die Betriebsräte aufgescheucht zu einer Klausurtagung, schrieben in dieser Woche einen offenen Brief an Fernandez und erinnern den Spanier daran, die Arbeitnehmervertretungen und die Gewerkschaft IG Bau „unverzüglich in den gesamten Prozess mit einzubinden“. „Die Hochtief-Mitarbeiter sind durch die Pläne beunruhigt“, sagt der Konzernbetriebsratsvorsitzende Ulrich Best und fordert Fernandez auf, „seine strategische Entscheidung, das profitable Segment „Service Solutions“ zu verkaufen, eingehend zu überprüfen“.


Warum reduziert Fernandez die Hochtief-Verschuldung auf Null?
Ebenso irritierend wie der Service-Verkauf ist, dass Fernandez plötzlich erklärt, er werde die Verschuldung von Hochtief auf Null reduzieren: „Wir wollen im ganzen Konzern eine positive Cash-Position haben.“ Wozu das gut sein soll, fragten die Journalisten am Donnerstagmorgen in Düsseldorf. Gemessen an Umsatz und Eigenkapitalausstattung ist die Verschuldung von Hochtief ja keineswegs hoch, gemessen an der Finanzlage von ACS ist sie luxuriös. Und die Zinsen sind derzeit so niedrig, dass andere Unternehmen derzeit eher fremdes Kapital aufnehmen. Fernandez erklärt, es würden dadurch Mittel für Investitionen in neue Geschäftsfelder frei. Doch dafür stehen – siehe oben - ja bald die Erlöse aus den Verkäufen großer Unternehmensteile bereit.

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