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IAA VW-Aufsichtsratschef Pötsch hält weiteren Finanzbedarf für möglich

Der Chefaufseher schließt nicht aus, dass noch größere Investitionen in autonomes Fahren fällig werden. Zu Finanzierungsmöglichkeiten schwieg er.

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„Der gewiefte Finanzer wird immer eine Liste von Möglichkeiten mit sich führen, was man tun könnte, um dem Konzern erweiterte finanzielle Flexibilität zu geben.“ Quelle: Reuters

Volkswagen schließt angesichts der hohen Investitionen in neue Batteriezellwerke und selbstfahrende Autos einen weiteren Finanzbedarf nicht aus. Der Wolfsburger Konzern sei wegen gut laufender Geschäfte derzeit zwar in der Lage, die Kosten der Transformation aus dem freien Mittelzufluss zu stemmen, sagte Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch der Nachrichtenagentur Reuters in einem am Dienstag veröffentlichten Interview.

„Wir können also sowohl gute Dividenden rausbezahlen als auch unser Geschäft problemlos nach vorne finanzieren“, sagte Pötsch. „Aber natürlich bewegen wir uns in einem Umfeld, in dem wir nicht ausschließen, dass nochmal größere Beträge, etwa für das Thema autonomes Fahren zu investieren sind.“ Da sei es „empfehlenswert, ein, zwei Schritte weiterzudenken“.

Pötsch äußerte sich nicht über einen möglichen Börsengang der Porsche AG. Aus der heutigen Sicht sehe die Finanzsituation des Konzerns relativ komfortabel aus. „Und im Zuge der großen Planungsrunden, die wir ja jedes Jahr vollziehen, überprüfen wir regelmäßig, wo es Bedarf gibt.“

Möglichkeiten zur Finanzierung von Vorhaben nannte Pötsch nicht und sagte auch nicht, um welche es sich dabei handeln könnte. Der Chefaufseher sagte lediglich: „Der gewiefte Finanzer wird immer eine Liste von Möglichkeiten mit sich führen, was man tun könnte, um dem Konzern erweiterte finanzielle Flexibilität zu geben.“

Konzernchef Herbert Diess hatte unlängst gesagt, er räume einem möglichen Teil-Börsengang der Stuttgarter Sportwagentochter keine Priorität ein. Dennoch hoffen Investoren darauf, dass Volkswagen einem solchen Schritt nicht abgeneigt wäre. Reuters hatte im Mai unter Berufung auf Insider berichtet, dass die Familieneigner Porsche und Piech Szenarien für einen Porsche-Börsengang durchgespielt hätten.

Pötsch sagte weiter, der Konzernumbau von Volkswagen sei weitgehend abgeschlossen. „Um Audi haben wir eine Gruppe an Premium-Marken gebildet. Dazu gehören Bentley, Lamborghini und Ducati. Und daran soll sich nichts ändern.“ Über einen möglichen Verkauf der Luxussportwagenmarke Lamborghini und des italienischen Motorradherstellers Ducati hatten Investoren lange spekuliert.

Pötsch, der lange Finanzvorstand des Konzerns war, bevor er im Zuge des Dieselskandals 2015 an die Spitze des Aufsichtsrats wechselte, ist zugleich Vorstandschef der Porsche SE. Über diese Holding halten die Familien Porsche und Piech die Mehrheit an dem Wolfsburger Autokonzern.

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