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Industrie Auch 2015 stimmt die Chemie nicht

Schlechte Aussichten in der Chemiebranche: Der Umsatz wird im laufenden Jahr sinken, prognostiziert der Chemieverband VCI. Auch der fallende Ölpreis hilft den Unternehmen nicht weiter.

Die größten Chemiekonzerne der Welt
Das Mitsubishi Chemical-Werk in Yokohama Quelle: Pressebild
Platz 8: Dupont Quelle: dpa
Platz 7:LyndellBasell Quelle: AP
Screenshot Formosa Plastics Quelle: Screenshot
Platz 4: Exxon Mobil Quelle: Reuters
Platz 6: Sabic Quelle: dpa
Platz 6: Shell Quelle: Reuters

Der Umsatz der chemischen Industrie in Deutschland soll laut dem Chemieverband VCI im Jahr 2015 um 0,5 auf 192,2 Milliarden Euro zurückgehen, sagte VCI-Hauptgeschäftsführer Utz Tillmann auf einer Veranstaltung in Frankfurt. Noch im Dezember war der VCI von einem Zuwachs um 1,5 Prozent ausgegangen. Erstmals seit dem Jahr 2009 würde der Branchenumsatz damit wieder sinken.

Die Nachfrage nach Chemikalien zieht einfach nicht an: Die wirtschaftliche Dynamik in Deutschland und Europa bleibt schwach, auf vielen Auslandsmärkten sieht es kaum besser aus. Brasilien steckt in einer Rezession. In Russland geht die Wirtschaftsleistung – angesichts niedriger Ölpreise, Ukraine-Krise und Wirtschaftssanktionen – zurück. Und China wächst nicht mehr so stark wie in den vergangenen Jahren.

Selbst der sinkende Ölpreis hilft der Chemieindustrie nicht weiter. Zwar müssen die Chemiefirmen weniger für das Öl, aus denen die Chemikalien entstehen, ausgeben. Doch die Kunden verlangen in der Regel, dass die Unternehmen diese Ersparnis weiterreichen.

Kunden verschieben ihre Käufe

Der intensive Wettbewerb zwingt die Unternehmen schließlich, die Kostenersparnis an die Kunden weiterzureichen. In Erwartung weiter sinkender Ölpreise halten sich die Kunden gar mit Bestellungen bei den Chemiefirmen zurück und verschieben anstehende Käufe in die nahe Zukunft.

Zwar belebt der schwache Euro das Exportgeschäft und die niedrigen Zinsen treiben das Baugeschäft an. Doch laut Tillmann zeigen die „Sonderfaktoren“ nur eine „begrenzte Wirkung“: „Die wirtschaftliche Dynamik in Deutschland und Europa bleibt niedrig.“

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Mittelfristig erwartet der Chemieverband, dass die Ölpreise wieder steigen, sobald das derzeitige Überangebot abgebaut ist: „Es ist davon auszugehen, dass die USA und Saudi Arabien in absehbarer Zeit die Produktion drosseln.“

Die Probleme der Chemieindustrie hatten sich bereits im vierten Quartal 2014 angedeutet. Gegenüber dem Vorjahresquartal zeigten dabei alle Indikatoren nach unten: Produktion, Preise, Umsatz und Kapazitätsauslastung. Insgesamt erreichte die Branche 2014 noch einen Umsatzzuwachs von 1,4 Prozent, der allerdings weniger vom klassischen Chemie- als vom Pharmageschäft getragen wurden.

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