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Industrie Zulieferer Norma prüft Standortschließungen

Im Rahmen des neuen Sparprogramms will das Unternehmen herausfinden, wie es seine Standortstruktur verbessern kann. Jährlich sollen bis zu 45 Millionen Euro gespart werden.

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Sparprogramm: Automobilzulieferer Norma prüft Standortschließungen Quelle: Norma Group

Der Auto- und Industriezulieferer Norma prüft im Rahmen seines neuen Sparprogramms auch die Schließung von Produktionsanlagen. „Das werden wir in den nächsten Wochen ausarbeiten“, kündigte Interimschef Michael Schneider im Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch an.

„Wir denken sicher breit darüber nach, wie wir die Standortstruktur verbessern können.“ Damit könnten auch Produktionsverlagerungen verbunden sein. „Inwiefern damit dann insgesamt Standortschließungen direkt verbunden sind, das wird sich im Detail noch zeigen.“

Norma stellt Befestigungsschellen und Hightech-Verbindungselemente etwa für die Autoindustrie her und hat weltweit 29 Produktions- und weitere Vertriebsstandorte. Am Dienstag hatte das im SDax gelistete Unternehmen ein neues Sparprogramm angekündigt und betriebsbedingte Kündigungen nicht ausgeschlossen.

„Wir sehen sicherlich 2019 als schwieriges Jahr und ich würde auch 2020 nicht direkt Wachstum sehen“, beschreibt Schneider das wirtschaftliche Umfeld. „Wir müssen uns natürlich auch mit den Kapazitäten entsprechend anpassen.“ In diesem Jahr sei die Zahl der Mitarbeiter zwischen 300 und 400 gesunken, was vor allem über einen geringeren Einsatz von Leiharbeitern erreicht worden sei. Ende September habe Norma 8731 Mitarbeiter beschäftigt.

Im Rahmen eines vorangegangen Sparprogramms hatte Norma bereits ein Vertriebszentrum in den Niederlanden geschlossen und das Geschäft nach Deutschland verlagert. Dabei sei auch ein kleineres Werk in Russland zu gemacht und die Produktion nach Serbien verlagert worden, sagte Schneider. Einsparungen sollen künftig auch eine Bereinigung des Angebots von mehr als 47.000 Einzelprodukten bringen sowie Verbesserungen beim Einkauf.

Der bereinigte Gewinn pro Aktie, für den der Konzern 2019 einen starken Rückgang voraussagt, soll dadurch schon im kommenden Jahr wieder zulegen, kündigte Finanzvorstand Schneider an, der dem Konzern seit Sommer auch vorsteht. „Wir werden in den nächsten Jahren laufend besser, so dass wir auch 2020 schon eine Verbesserung gegenüber 2019 erwarten.“

Das setze aber eine gewisse Marktsituation voraus. „Wir gehen jetzt alle nicht davon aus, dass wir nächstes Jahr ein Zusammenbrechen des Marktes haben, vielleicht im Automobilmarkt kein direktes Wachstum, aber auch kein Zusammenbrechen des Marktes.“

Mit dem neu aufgelegten Sparprogramm peilt Norma 2023 jährliche Einsparungen von 40 bis 45 Millionen Euro an. Organisch rechnet der Industriezulieferer, der seit längerem mit der schwachen Autokonjunktur kämpft, für dieses Jahr mit einem Umsatzrückgang von zwei bis vier Prozent.

Mehr: Ariane Reinhart äußert sich nach der Verkündung des Sparprogramms. Die Conti-Personalvorständin will Mitarbeiter weiterqualifizieren – und ihre Zahl in Deutschland stabil halten.

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