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Industriegase-Fusion Linde und Praxair kündigen Squeeze-Out an

Linde und Praxair wollen nach ihrer Fusion die verbliebenen Linde-Minderheitsaktionäre abfinden. Die deutsche Linde AG soll von der Börse verschwinden.

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Der Dax-Konzern will sich mit dem US-Konkurrenten Praxair zusammenschließen. Quelle: dpa

München Nach dem Zusammenschluss der der Linde AG mit dem US-Rivalen Praxair soll die britische Linde plc als einzige Gesellschaft mit diesem Namen an der Börse notiert sein. Die deutsche Linde AG soll nach der geplanten Übernahme von der Börse genommen und die restlichen freien Aktionäre zwangsweise abgefunden werden („Squeeze-Out“), wie Linde am Mittwoch in München mitteilte.

Die Linde plc werde indirekt rund 92 Prozent an der Linde AG halten. Nach einer Fusion reichen nach deutschem Recht 90 Prozent, um einen Squeeze-Out zu verlangen. Der deutsche Fusionspartner setzt darauf, dass dann die Linde plc in den deutschen Leitindex Dax aufgenommen wird.

Linde sieht sich vor der Fusion in guter Form. Zwar ging der Umsatz wegen des schwachen Dollars zurück. Der operative Gewinn (Ebitda) legte jedoch im ersten Quartal um 3,8 Prozent auf 1,08 Milliarden Euro zu, wie Linde am Mittwoch in München mitteilte. Ohne Währungseffekte hätte sogar ein Plus von zwölf Prozent zu Buche gestanden. Analysten hatten einen Rückgang erwartet.

Linde bekräftigte, die beiden Fusionspartner gingen immer noch davon aus, dass die kartellrechtlichen Genehmigungen rechtzeitig vorlägen, Linde und Praxair wollen die Wettbewerbshüter vor allem in Brüssel und den USA mit dem Verkauf von Unternehmensteilen milde stimmen. „Linde befindet sich in konstruktiven Gespräche mit den entsprechenden Behörden und parallel dazu mit potenziellen Käufern.“

Linde und Praxair haben sich vorbehalten, einen Rückzieher zu machen, wenn sie wegen der Auflagen mehr als 3,7 Milliarden Euro Umsatz oder 1,1 Milliarden Euro operativen Gewinn (Ebitda) abgeben müssten. Ein Automatismus ist das aber nicht. Die Zeit drängt: Bis zum 24. Oktober muss die Fusion unter Dach und Fach sein. Die EU-Kommission hat sich für ihre Prüfung bis zum 9. August Zeit genommen. Erste Gebote für verschiedene Teile von Linde und Praxair liegen bereits vor.

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