WiWo App 1 Monat für nur 0,99 €
Anzeigen

Industriekonzern Thyssen-Krupp lud Gewerkschafter zu Luxusreisen ein

Asien, Amerika, Brasilien, Kuba - der Industriekonzern Thyssen-Krupp hat seine Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat offenbar mit großzügigen Auslandsreisen bedacht. Auch touristische Ausflüge standen auf dem Programm.

  • Artikel teilen per:
  • Artikel teilen per:
Großzügige Geschenke: Thyssen-Krupp lud Gewerkschafter zu kostspieligen Reisen ein - etwa zum Besuch des berühmten Zuckerhuts in Rio De Janeiro, Brasilien. Quelle: dpa

Der Industriekonzern Thyssen-Krupp hat Gewerkschafter zu kostspieligen Reisen in der ersten Klasse eingeladen. Mehrfach flogen Vertreter des Arbeitnehmerflügels im Aufsichtsrat nach Asien und Amerika, aber auch zu exotischen Zielen wie Kuba, wie das Handelsblatt in der Freitagausgabe unter Berufung auf interne Unterlagen des Unternehmens berichtet.

Die Reisen hatten zum Teil touristischen Charakter. So stand bei einer Brasilienreise neben der Besichtigung des neuen Stahlwerkes in der Metropole Rio de Janeiro ein Ausflug zum berühmten Zuckerhut auf dem Programm.

Thyssen-Krupp lud zudem mit Bertin Eichler den stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden zu einem Rennen der Formel eins ein. An der Rennstrecke in Shanghai hatte der Ruhrkonzern eigens eine Loge gemietet, um seine Gäste zu bewirten.

Eichler räumt rückblickend ein, dass seine fünf Reisen in der ersten Klasse ein Fehler waren. Bei Thyssen-Krupp sei es Praxis gewesen, dass Überseereisen von Aufsichtsräten vom Unternehmen in der ersten Klasse gebucht wurden, sagte er dem Handelsblatt. "Aus heutiger Sicht ist es sinnvoll, diese Praxis zu überprüfen und klare Kriterien zu vereinbaren.“

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Thyssen-Krupp steht wegen der erheblichen Fehlplanungen bei den neuen Stahlwerken in Brasilien und den USA enorm unter Druck. Die Kosten haben sich auf zwölf Milliarden Euro vervielfacht. Der Konzern will diese nun losschlagen - und muss dabei einen Verlust von neun Milliarden Euro hinnehmen.

    Aktionärsvertreter haben für die Hauptversammlung in der kommenden Woche angekündigt, den Aufsichtsrat nicht zu entlasten. Unter anderem die Aktionärsschützer der DSW bemängeln eine mangelnde Kontrolle bei den Überseewerken.

    Mehr zum Thema heute im Handelsblatt ePaper oder im Einzeldownload.

    © Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%