Infineon mit kräftigem Gewinnplus Chipkonzern verzückt die Anleger

Der Chipkonzern Infineon macht sich mit steigenden Gewinnen und einem optimistischen Ausblick zum Liebling der Investoren.

Reinhard Ploss, Vorstandsvorsitzender von Infineon Quelle: dpa

Nach einem kräftigen Gewinnplus im abgelaufenen Geschäftsjahr (zum 30. September) stellte Infineon am Donnerstag für die Zukunft weiter steigende Einnahmen und eine höhere Rendite in Aussicht. Die Aktien schossen danach um mehr als 13 Prozent auf ein Jahreshoch von 13,20 Euro nach oben. Zudem rechnet sich die Übernahme des US-Rivalen International Rectifier für Infineon deutlich früher als erwartet. Inmitten des Fusionsfiebers in der Branche will auch die frühere Siemens -Tochter auf Übernahmekurs bleiben: "Übernahmen sind definitiv Teil unserer Strategie" sagte Vorstandschef Reinhard Ploss.

Im neuen Geschäftsjahr werde der Umsatz um die 13 Prozent von zuletzt 5,8 Milliarden Euro steigen, teilten die Oberbayern am Donnerstag mit. Die operative Rendite des größten deutschen Chipherstellers solle leicht auf etwa 16 Prozent klettern. Konzernchef Ploss verblüffte die Analysten damit, dass er International Rectifier schneller als erwartet auf das Zielrenditeniveau seines Hauses brachte. Bereits im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2014/15 warfen die Amerikaner eine operative Marge von 15 Prozent ab. "Damit haben wir unsere Pläne mehr als ein Jahr früher umgesetzt", erklärte der Vorstandschef. "Im aktuellen Geschäftsjahr werden wir Umsatz, Ergebnis und Marge weiter steigern."

Zuletzt schraubte der Dax-Konzern den Jahresüberschuss auch dank positiver Steuereffekte um ein Sechstel auf 634 Millionen Euro nach oben. Infineon will seine Aktionäre davon profitieren lassen und hebt die Dividende um zwei Cent auf 20 Cent je Anteilsschein an. "Die Zahlen und die Prognose sind ziemlich gut", lobte DZ-Bank-Analyst Harald Schnitzer. "Die Dividendenerhöhung zeugt von großer Zuversicht."

Die zehn größten IT-Übernahmen weltweit nach Kaufpreis

In den turbulenten Anfangsjahren des Unternehmens hatten die Eigentümer lange Jahre auf eine Ausschüttung verzichten müssen. Erst Ploss Vorgänger Peter Bauer führte den Chipkonzern nach einer existenziellen Krise in ruhigeres Fahrwasser und zu berechenbaren Gewinnen.

Bauer und Ploss richteten den Konzern auf Spezialchips für die Industrie, die Auto- und Energiebranche sowie für Sicherheitstechnik aus und verdienen seither wie angestrebt etwa 15 Prozent operative Rendite. Für das laufende Geschäftsjahr geht Ploss davon aus, vor allem mit Halbleitern zur Energiesteuerung gut Geschäfte zu machen, während Industriechips und Automobiltechnik stabil entwickeln dürften.

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In der gigantischen Übernahmewelle in der Chipbranche will Infineon weiter mitmischen. "Wir sind in den vergangenen Jahren zum aktiven Akteur in der Konsolidierung geworden", erläuterte Ploss. Zuletzt buhlte Infineon nach Bankerangaben um den US-Hersteller Fairchild, der letztlich allerdings an den Konkurrenten ON ging. Auch für eine Beteiligung am weltgrößten Autochiphersteller Renesas ist Infineon im Gespräch.

Ploss wollte sich zu konkreten Projekten nicht äußern. Vom hohen Tempo der Konsolidierung will er sich aber nicht schrecken lassen. "Wir gehen unsere eigene Geschwindigkeit. Wir fürchten nicht, dass eine oder andere Ziel zu verpassen", erklärte er.

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