WiWo App Jetzt gratis testen
Anzeigen

Insolvenzverfahren Q-Cells-Insolvenzverwalter verklagt Hengeler Mueller

Exklusiv

Großkonflikt in der Saniererzunft: Der Insolvenzverwalter des Solarunternehmens Q-Cells will Millionenbeträge von Beratern und Managern zurückfordern.

  • Artikel teilen per:
  • Artikel teilen per:
Der Insolvenzverwalter des Solarunternehmens Q-Cells, Henning Schorisch, will von früheren Managern des Unternehmens und beteiligten Sanierungsberatern Beträge in Millionenhöhe zurückfordern. Quelle: dpa

Wann ist ein Unternehmen pleite? Die Kernfrage des deutschen Insolvenzrechts gewinnt derzeit eine ungeahnte Dimension: Nach Informationen der WirtschaftsWoche will der Insolvenzverwalter des Solarunternehmens Q-Cells, Henning Schorisch, von früheren Managern des Unternehmens und beteiligten Sanierungsberatern Beträge in Millionenhöhe zurückfordern. Nach Angaben eines Sprechers des Verwalters wurde bereits am 28. August Klage gegen die Großkanzlei Hengeler Mueller eingereicht. Zuvor sollen außergerichtliche Gespräche gescheitert sein, berichten mit dem Fall vertraute Personen.

Neuer Rückschlag für Solarworld
SolarworldDer Bonner Solarmodulhersteller kommt nach seinem scharfen Kapital- und Schuldenschnitt vom Frühjahr nur langsam wieder in Tritt. Die konzernweite Absatzmenge sei im ersten Halbjahr nach vorläufigen Zahlen zwar um mehr als die Hälfte auf 357 Megawatt gestiegen, teilte Solarworld mit. Hierzu habe aber vor allem das Auslandsgeschäft beigetragen. In Deutschland sei der Markt weiter schwach. Das Umsatzziel für 2014 von mehr als 680 Millionen Euro werde deshalb wahrscheinlich nicht erreicht. In den ersten sechs Monaten wuchs der Konzernumsatz um 13 Prozent auf 228 Millionen Euro, blieb dabei aber leicht unter den Erwartungen des Unternehmens. Vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sowie bereinigt um Sondereffekte des internen Umbaus kam Solarworld auf einen leichten Gewinn von einer Million Euro (Vorjahreshalbjahr: -37 Millionen Euro). Ein insgesamt positives operatives Ergebnis erwartet das Unternehmen weiterhin für 2015. Mit der Restrukturierung hatte Solarworld seinen Schuldenberg um mehr als die Hälfte auf 427 Millionen Euro verringert. Dabei mussten Aktionäre und Gläubiger hohe Verluste hinnehmen. Erst vor kurzem hatte sich der Konzern mit einem wichtigen Rohstoff-Lieferanten auf neue Verträge geeinigt - musste im Gegenzug aber viel Geld in den Wind schreiben. Quelle: dpa
Nordex Der Windkraftanlagenbauer Nordex will seine Geschäfte in Südamerika ausbauen. Schon heute verkaufe Nordex vor allem in Uruguay mit einigem Erfolg, sagte Vorstandschef Jürgen Zeschky. Auch in Chile werde Nordex aktiv sein. „Diese Länder haben einen ungestillten Hunger nach Energie und zahlen für Strom aus heimischen Kraftwerken gutes Geld.“ In den USA habe sich Nordex dagegen bescheidene Ziele gesteckt. „Ich würde nicht so weit gehen, diese Strategie "Rosinen picken" zu nennen, aber dem härtesten Wettbewerb gehen wir so aus dem Weg“, sagte Zeschky. Der Umsatzanteil Amerikas liege bei 18 Prozent. Nach einem guten ersten Quartal hatte Nordex seine Prognose für 2014 zuletzt angehoben. Erwartet werden nun ein Auftragseingang von 1,5 bis 1,7 Milliarden Euro und ein Umsatz von 1,5 bis 1,6 Milliarden Euro. Die Ebit-Marge für 2014 - also das Verhältnis von operativem Ergebnis und Umsatz - wird laut Zeschky 4 bis 5 Prozent betragen. Nordex werde sein Werk in Rostock für rund 25 Millionen Euro ausbauen, kündigte Zeschky an. Dort sind etwa 1400 Mitarbeiter beschäftigt. Insgesamt wolle Nordex bis 2016 rund 50 Millionen Euro in seine Kerntechnologie „Rotorblatt“ investieren. Hintergrund sind die größeren Dimensionen der Rotorblätter und zugehörigen Werkzeuge, die den Umbau der bestehenden Produktionshallen notwendig machen. Quelle: dpa
SolarworldDie Sanierung ist planmäßig abgeschlossen, die Verluste sind eingedämmt (auf 427 Mio. Euro) - jetzt müssen nur noch die Umsätze wieder fließen. Der Photovoltaikkonzern Solarworld sieht sich nach dem drastischen Kapital- und Schuldenschnitt wieder gut aufgestellt. „Wir kommen nicht nur in ruhigeres Fahrwasser, wir nehmen auch massiv Fahrt auf“, sagte Konzernchef Frank Asbeck im Mai bei der Hauptversammlung des Unternehmens in Bonn. Solarworld profitiere von dem Einstieg des Emirats Katar sowie von der Übernahme von Fertigungskapazitäten von Bosch in Thüringen. Der Unternehmenschef geht von einem Wachstum des globalen Photovoltaikmarktes aus, mit einem Schwerpunkt in Asien und in den USA. Allein im ersten Quartal seien in den USA fast so viele Neuanlagen installiert worden wie in dem rückläufigen Markt Deutschland für das ganze Jahr 2014 erwartet wird. Quelle: dpa
SMA SolarSchlechter Start ins Jahr 2014: Im ersten Quartal stand beim operativen Ergebnis des Solar-Technikherstellers ein Minus von 22 Millionen Euro in den Büchern - nach einem Verlust von 8 Millionen Euro Anfang 2013. Zudem brach der Umsatz deutlich ein. Grund dafür seien zum einen Unsicherheiten in Europa wegen der Ukraine-Krise, aber auch Projektverschiebungen in Nordamerika und Währungsturbulenzen in Indien, heißt es offiziell von SMA Solar. Auf der Hauptversammlung 2014 wurde beschlossen, für das Geschäftsjahr 2013 keine Dividende auszuschütten. Große Probleme hat das Unternehmen aber schon länger. Der Weltmarktführer bei Photovoltaik-Wechselrichtern hatte 2013 einen Verlust von rund 67 Millionen Euro eingefahren - nach einem Gewinn von 75,1 Millionen Euro 2012. Mit weiteren Sparmaßnahmen will SMA Solar nun wieder in die Gewinnzone zurückkommen. Schon im Jahr 2013 hat der Wechselrichter-Hersteller seine Kosten um 180 bis 200 Millionen Euro gesenkt. Zudem will das Unternehmen in Zukunft neue Märkte erschließen und neue Produkte einführen. „Im besten Fall“, so Vorstandssprecher Pierre-Pascal Urbon, soll 2014 ein Ergebnisplus von 20 Millionen Euro erreicht werden. Ende Mai gab SMA Solar bekannt, das Solar-Wechselrichter-Geschäft vom Mitbewerber Danfoss komplett zu kaufen und eine strategische Partnerschaft anzustreben. Quelle: dpa
SunwaysBeim Fotovoltaik-Unternehmen aus Konstanz läuft seit Ende April das offizielle Insolvenzverfahren. Der Insolvenzverwalter hat damit begonnen, den Konzern zu zerschlagen. Als ersten Schritt zur Liquidierung beantragte Sunways am 19. Mai den Widerruf der Börsenzulassung an der Frankfurter Wertpapierbörse beantragt. Gleichzeitig trat der Vorstandsvorsitzende Hoong Khoeng Cheong zurück .Das Geschäft mit Wechselrichtern und gebäudeintegrierter Photovoltaik hat bereits der chinesische Solarkonzern Shunfeng übernommen. 40 Mitarbeiter können deshalb ihren Arbeitsplatz behalten. Alle anderen hätten ihre Kündigung bereits erhalten, teilte ein Sprecher mit. Ende 2012 waren bei Sunways noch 265 Menschen beschäftigt. Die Aktionäre müssen davon ausgehen, bei der Insolvenz komplett leer auszugehen. Sunways schrieb seit Jahren rote Zahlen und wies hohe Verluste aus. Wie im Mai bekannt wurde, waren die Geschäfte des Unternehmens schon mehrere Monate vor der Zahlungsunfähigkeit fast völlig zum Erliegen gekommen. Bereits 2013 befand sich das Unternehmen einmal in einem vorläufigen Insolvenzverfahren, nachdem mehrere Banken dem Unternehmen Kredite in Millionenhöhe gekündigt hatten. Durch eine Vergleichsvereinbarung wurde das eigentliche Insolvenzverfahren damals jedoch abgewendet. Quelle: dpa
S.A.G. Solarstrom AGDie Solarkrise hat den Anlagenbauer in die Knie gezwungen. Das Unternehmen stellte am 13. Dezember 2013 einen Insolvenzantrag. Die Solarstrom AG kann nach Ansicht des Insolvenzverwalters aber gerettet werden. Mit einer Zerschlagung des Solarunternehmens sei derzeit nicht zu rechnen, teilte eine Firmensprecherin am 16. Mai am Rande einer Gläubigerversammlung mit. Die Sanierung und die Suche nach Investoren laufe positiv und werde fortgeführt, sagte Insolvenzverwalter Jörg Nerlich. Einzelheiten hierzu nannte er nicht. Nerlich erwartet den Angaben zufolge eine Insolvenzquote von rund 50 Prozent. Ob Aktionäre Geld zurück erhalten können, sei aber weiter offen. Das Freiburger Unternehmen mit heute rund 170 Mitarbeitern zählt zu den Pionieren der Solarbranche. Es war 1999 eine der ersten börsennotierten Solarfirmen in Deutschland. Quelle: dpa
ProkonDer Windkraftanlagen-Finanzierer hat im Januar beim Amtsgericht Itzehoe Insolvenz angemeldet. Das Verfahren wurde Anfang Mai eröffnet. Die Zukunft für die insgesamt rund 1300 Beschäftigten ist ungewiss. Gut 75.000 Anleger hatten dem Unternehmen über Genussrechte rund 1,4 Milliarden Euro anvertraut. Sie müssen sich auf schmerzvolle Verluste einstellen. Insolvenzverwalter Dietmar Penzlin schätzt, dass sie zwischen 40 und 70 Prozent ihres investierten Kapitals verlieren werden. Das Geschäftsmodell des von Carsten Rodbertus 1995 gegründeten Windparkbetreibers stand seit langem in der Kritik. Quelle: dpa

"Ob und inwieweit gegen weitere Berater oder Verantwortliche der damaligen Q-Cells SE Forderungen gestellt oder Klage erhoben wird, wird noch geprüft", teilte der hww-Sprecher mit, ohne auf weitere Details einzugehen. Nach Informationen der WirtschaftsWoche könnten an dem Q-Cells-Verfahren beteiligte Unternehmensberater von McKinsey, KPMGund Alvarez & Marsal in den Fokus rücken. Auch Berater der Kanzlei Görg waren involviert. Zudem soll der Verwalter Schadenersatzansprüche gegen den Vorstand prüfen.

Die Auseinandersetzung dürfte die Saniererzunft in den nächsten Monaten in Atem halten. Mit Schorisch, Partner der renommierten Insolvenzkanzlei hww wienberg wilhelm, auf der einen Seite und etlichen Sanierungspromis und Vorzeigekanzleien auf der anderen Seite, stehen sich Schwergewichte in der Insolvenzbranche gegenüber. Mehr noch: Dem Konflikt kommt grundsätzliche Bedeutung zu. Je nach Ausgang könnte der ohnehin schmale Grat, den Sanierungs- und Insolvenzexperten bei der Beratung taumelnder Unternehmen beschreiten, demnächst noch schwerer passierbar werden. Letztlich könnte sogar das Geschäftsmodell von Sanierungsberater ins Wanken geraten.

Wann war das Unternehmen insolvenzreif?

Die größten Firmenpleiten des Jahres
Schlecker Quelle: dpa
Neckermann Quelle: REUTERS
Q-Cells Quelle: dpa
Solar Millenium Quelle: dapd
P+S-Werften Quelle: dapd
Siag Nordseewerke Quelle: dpa
Interlübke Quelle: dpa

Im Kern geht es um die Frage, wann das Unternehmen insolvenzreif war. Der Q-Cells-Vorstand hatte am 3. April 2012 Insolvenzantrag gestellt, nachdem ein Beschluss des Oberlandesgerichts Frankfurt das Management von Q-Cells zu der Erkenntnis brachte, dass der Sanierungsplan nicht länger realistisch war. Das OLG hatte kurz zuvor in einem Präzedenzfall den Rettungsplan des Holzverarbeiters Pfleiderer gekippt. Pfleiderer wie Q-Cells wollten bei Anleihegläubigern den Verzicht auf Forderungen durchsetzen und dafür das 2009 erneuerte Schuldverschreibungsgesetz nutzen, das es ermöglicht hätte, den Schuldenschnitt mit 75-Prozent-Mehrheit umzusetzen. Schon in der ersten Instanz, vor dem Landgericht Frankfurt, war Pfleiderer mit dem Ansatz gescheitert. Doch die Berater von Hengeler Mueller, die parallel bei beiden Unternehmen im Einsatz waren, rechneten mit einem anderen Ausgang des Falls vor dem OLG. Doch auch dort entschieden die Richter, dass die Schuldverschreibungsregelung nicht greift. Q-Cells hätte - wie nach dem alten Gesetz vorgesehen - eine einstimmige Entscheidung erreichen müssen. Bei der damaligen Konstellation ein unwahrscheinliches Szenario. Das Management meldete Insolvenz an.

Die Frage, die der Q-Cells-Verwalter nun aufwirft, lautet: War die Havarie vor dem Oberlandesgericht nicht absehbar, die Situation also schon vorher offensichtlich ausweglos? Nach seiner Ansicht hätte der Vorstand  nicht das OLG-Urteil abwarten dürfen, sondern bereits zeitnah zur Entscheidung der Vorinstanz im November 2011, Insolvenz anmelden müssen. Das Gros der Zahlungen des Unternehmens, die ab diesem Zeitpunkt bis zur Antragstellung erfolgt sind, will Schorisch nun offenbar über Anfechtungen wieder zurück fordern. Tatsächlich gab es in der Vergangenheit immer wieder Auseinandersetzung über die Möglichkeiten von Verwaltern, die Beraterhonorare zurück zu fordern, mehrere Urteile des Bundesgerichtshof befassen sich mit dem Thema und stecken den Rechtsrahmen ab. Doch die Beträge, um die es bei Q-Cells geht, sprengen alle bekannten Fälle.

So stehen bei Q-Cells Honorare in Höhe von insgesamtknapp 10 Millionen Euro im Feuer, heißt es im Umfeld der Beteiligten. Mehr noch: Auf den damaligen Vorstandschef Nedim Cen und seinen Finanzvorstand Andreas von Zitzewitz könnten noch weitaus höhere Forderungen zukommen, die Rede ist von Gesamtbeträgen an der 100-Millionen-Euro-Marke. Die Vorstände müssen aus der Perspektive des Verwalters für sämtliche Zahlungen gerade stehen, die in den Monaten zwischen dem eigentlich notwendigen Antragszeitpunkt und der tatsächlichen Antragsstellung liegen. Da sich der Vorstand aber gleichfalls insolvenzrechtlich beraten ließ, stellt sich auch hier die Frage nach einer möglichen Haftung der beteiligten Juristen bei Hengeler & Co.

Auch eine Auslegungsfrage

In diesen Branchen gehen die meisten Firmen pleite
Platz 10: Finanz- und Versicherungsdienstleistungen2011 wurde in dieser Branche 902 Insolvenzen registriert. Quelle: Fotolia
Platz 9: Grundstücks- und WohnungswesenDie Branche hat im vergangenen Jahr 1152 Unternehmenspleiten gezählt. Quelle: Fotolia
Platz 8: Sonstige DienstleistungenBei diesen Dienstleistungen (Verbände, Interessensvertretungen, Reparatur von Gebrauchsgütern, Frisöre & Kosmetiksalons) wurden im Jahr 2011 1166 Insolvenzen registriert. Quelle: dpa
Platz 7: Verkehr und LagereiDie Transportbranche (Güter & Personen) zählte im vergangenen Jahr 2 162 Insolvenzen. Quelle: dpa
Platz 6: Bergbau und Gewinnung von Steinen und Erden, Verarbeitendes GewerbeDie Branche musste im Jahr 2011 2 267 Insolvenzen erleiden. Quelle: dpa
Platz 5: Sonstige wirtschaftliche DienstleistungenDas Geschäft mit Videotheken, Verleihung von Gebrauchsgütern sowie von Arbeitskräften lief 2011 nicht gut - 2 558 Insolvenzen wurden hier gemessen. Insgesamt hat die gesamte Dienstleistungsbranche den höchsten Anteil von Firmenpleiten im Jahr 2011 - 34,9 Prozent aller zahlungsunfähigen Unternehmen stammen aus diesem Wirtschaftszweig. Quelle: dpa
Platz 4: Freiberufliche, wissenschaftliche und technische DienstleistungenWirtschaftsprüfer, Kanzleien, Ingenieursbüros, usw. - im Jahr gab es in diesem Bereich bis zu 3 128 Pleiten. Quelle: Fotolia

Die betroffenen Berater und Juristen wollten sich gegenüber der WirtschaftsWoche nicht zu der Auseinandersetzung äußern. Im Umfeld einzelner Beteiligter werden die Erfolgsaussichten jedoch wenig überraschend als "äußerst gering" eingeschätzt. Zugleich wird der Fall in der Branche mit Argusaugen verfolgt. "Das ist ein grundsätzliches Problem", sagt der Restrukturierungsberater einer überregionalen Kanzlei. "Wenn Sie ein Krisenmandat übernehmen, stellt sich immer die Frage, wie bekomme ich die Honorarforderungen insolvenzfest." Sollte Schorisch Erfolg haben, sehen Sanierungspraktiker die Gefahr, dass die bei Insolvenzen ohnehin erheblichen Risiken noch stärker in den Vordergrund rücken und Restrukturierer künftig zum denkbar frühesten Zeitpunkt die Reißleine ziehen. Entsprechend aufgewühlt ist die derzeitige Stimmungslage in der Branche.

Schorisch gegen den Rest der Sanierungswelt? Schorisch hat sich mit dem Gutachten des ehemaligen BGH-Richter Hans-Peter Kirchhof gewappnet. Doch es soll bereits einen Gegengutachten existieren - ebenfalls aus der Feder eines früheren BGH-Richters - dass handwerkliche Fehler in der Argumentation sieht.

In Arbeit
Bitte entschuldigen Sie. Dieses Element gibt es nicht mehr.

Bei hww dürfte man sich die Entscheidung nicht einfach gemacht haben. "Ein Insolvenzverwalter ist gesetzlich zur bestmöglichen Befriedigung der Gläubigergemeinschaft verpflichtet. Dazu zählt nicht zuletzt, dass er sowohl Anfechtungsansprüche durchsetzen muss, als auch Ansprüche, die sich aus der Nichteinhaltung von Formalien bei der Abrechnung von Leistungen gemäß Rechtsprechung ergeben", heißt es offiziell von hww.

Allerdings ist der Geltendmachung der Ansprüche auch eine Auslegungsfrage. Zudem könnte das Verfahren Auswirkungen auf künftige Bestellungen von hww-Verwaltern haben. Durch die Neuregelung des Insolvenzrechts haben Sanierungsberater etwa in so genannten Schutzschirmverfahren eine deutlich stärkere Position bei der Auswahl des Sachwalters. Dass sie nun angesichts der Q-Cells-Gemengelage verstärkt auf hww setzen, darf bezweifelt werden.

Jetzt auf wiwo.de

Sie wollen wissen, was die Wirtschaft bewegt? Hier geht es direkt zu den aktuellsten Beiträgen der WirtschaftsWoche.
Diesen Artikel teilen:
  • Artikel teilen per:
  • Artikel teilen per:
© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%