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Japan Stahl-Fälschungsskandal weitet sich aus

Der japanische Stahlriese Kobe Steel hat zugegeben, Produkte mit gefälschten Inspektionsdaten an Kunden weltweit ausgeliefert zu haben. Verwendung finden die Materialien in Autos, Zügen und militärischer Ausrüstung.

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Hiroya Kawasaki, Chef von Kobe Steel, versucht mit demütigen Gesten, die Wogen des Stahl-Skandals während einer Pressekonferenz zu glätten. Quelle: Reuters

Tokio Der Skandal um Produktdaten-Fälschung beim japanischen Stahlkonzern Kobe Steel weitet sich aus. Kobe Steel räumte am Freitag ein, dass auch die Stahlsparte Daten gefälscht habe, etwa bei Drahtprodukten. Bislang war lediglich von Aluminium- und Kupferprodukten die Rede gewesen. Unklar war, inwiefern ausländische Kunden von dem Skandal betroffen sind. Die Tageszeitung „Nikkei“ berichtete von über 30 nicht-japanischen Kunden, darunter Daimler und Airbus. Daimler erklärte, dass Kobe Steel kein Lieferant des Unternehmens sei. Auch BMW ist nach eigenen Angaben nicht betroffen. Airbus beziehe direkt keine Kobe-Produkte, will jedoch seine Zulieferkette überprüfen.

Ein Sprecher von Kobe Steel versicherte, dass es von den Draht-Kunden keine Beschwerden über Fehlfunktionen oder Sicherheitsprobleme gebe. Den Markt beruhigte dies nicht. Die Aktie von Kobe Steel verlor zeitweise fast neun Prozent an Wert. Seit Bekanntwerden des Skandals hat sie mehr als 40 Prozent verloren. Kobe Steel hatte die Produktdaten-Fälschung am Wochenende eingeräumt. Die Aluminium- und Kupferprodukte werden in Autos, Flugzeugen, Raketen und Rüstungsprodukten verwendet. Insgesamt sind rund 200 Firmen betroffen, darunter auch der AKW-Betreiber Tepco, bei dem es 2011 in Fukushima zur Atomkatastrophe gekommen war.

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