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Kenny Jacobs "Ryanair wird Europas wichtigste Fluglinie für Manager"

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Was Ryanair für München plant

Das hören wir schon länger. Aber bisher waren es eher Karlsruhe oder Memmingen. Von München redet Ihr Chef O‘Leary seit Jahren. Bislang hat er aber immer gekniffen.

Nun. Michael und ich waren gerade da zu Gesprächen und ... (macht eine Pause).

Ja und?

Wir haben leider noch nichts unterschrieben, aber München passt bestens zu uns: Viele Kunden, die unter den hohen Preisen besonders der Lufthansa leiden. Und es gibt genug Platz, weil Air Berlin und Lufthansa ihr Streckennetz gekürzt haben.

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    Wann schalten Sie den Flugplan frei?

    Moment. Noch brauchen wir aber bessere Start- und Landezeiten.

    Also kneifen Sie doch wieder.

    Keineswegs. Doch wenn wir in einen Ort wie München gehen, steigen wir da groß ein, nicht mit ein paar Verbindungen, sondern mit einer Basis mit eignen Flugzeugen und einer ordentlich zweitstelligen Zahl von Flügen.

    Und damit können Sie gegen Lufthansa und deren Billiglinie Germanwings bestehen?

    Brauchen wir nicht. Lufthansa hat die ja gerade abgezogen. Aber auch falls die als Euro- oder Irgendwas-Wings wieder kommen, bleibt es eine Hochpreislinie. Denn wir kommen mit im Schnitt halb so hohen Preisen. Und weil wir nun ja auch in den Buchungssystemen der Reisebüros sind, wird unser Vorteil umso deutlicher.

    Wenn das so gut ist, warum ist Ryanair denn dann so spät in solche Systeme wie Amadeus eingestiegen? Ihr Chef hat sich deshalb ja sogar als Idiot bezeichnet.

    Muss ich Michael da eigentlich widersprechen oder zustimmen? (lacht) Aber mal im Ernst. Wir sind in Amadeus, weil sich das lohnt. Als wir Ende der Neunzigerjahre da raus sind, war die Sache ganz anders. Da haben wir für eine Buchung etwa zehn Euro Gebühr bezahlt. Und das macht bei einem Flugpreis von zehn Euro keinen Sinn.

    Und jetzt zahlen Sie weniger als einen Euro.

    Das ist natürlich vertraulich, aber eher über- als untertrieben. Und dafür bekommen wir Kunden, die wir sonst nicht bekommen würden und die im Schnitt ein Vielfaches unserer über das Internet buchenden Kunden zahlen.

    Zumal Sie auch für Buchungen zahlen, die Ihnen Internetsuchmaschinen oder Online-Reisebüros vermitteln.

    Wir zahlen? Es mag sich ja viel ändern, aber das nicht. Wir zahlen nichts an Google und an Vermittler schon gar nicht. Wir sind so bekannt, dass wir das nicht brauchen.

    Dienstleister



    Wir haben gehört, dass Sie zumindest mit Google in der Sache im Gespräch waren.

    Wir wollten wachsen und da gab es die Frage, was mehr bringt - Google oder GDS. Und da hat GDS gewonnen.

    Wäre es nicht noch billiger, wenn Sie ihr Buchungssystem direkt mit den Systemen der großen Firmenreisebüros oder der Unternehmen verbinden?

    Klar. Darum machen wir das auch künftig. Wir sind erstmal zu Unternehmen gegangen wie Ford im Rheinland, die oft nach Stansted fliegen. Und das ist erst der Anfang. Wir haben dafür ein Verkaufsteam für Firmenkunden aufgebaut. Wir können uns auch Dinge wie feste Servicepakete mit zusätzlichen Extras zu Business Plus vorstellen und – Achtung - wir denken über Rabatte für Großkunden mit Rückerstattungen am Jahresende nach. Allein diese Worte auszusprechen, hätte jeden noch vor ein paar Jahren an den Firmenprange gebracht.

    Und das überzeugt die Kunden von Ihren bislang noch wenigen Flughäfen in Deutschland zu fliegen?

    Dank der Reservierungssysteme hat jeder die Wahl mit der Lufthansa für 200 Euro ab Düsseldorf zu fliegen oder mit uns für einen Bruchteil dessen. Billiger und besser überzeugt so manchen. (lacht)

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