Klage gegen Ex-Manager gescheitert Thyssen-Krupp bleibt auf Millionenstrafe sitzen

Der Stahlkonzern Thyssen-Krupp bleibt auf der Strafe wegen verbotener Preisabsprachen sitzen. 291 Millionen Euro Schadensersatz sollte ein Manager zahlen. Ein Gericht schmettert den Großteil ab.

Logo von Thyssen Krupp Quelle: dpa

Thyssen-Krupp ist mit dem größten Teil seiner 291-Millionen-Euro-Schadenersatzklage gegen einen ehemaligen Manager des Konzerns in zweiter Instanz gescheitert. Der Konzern könne sich Unternehmens-Kartellbußen grundsätzlich nicht von Mitarbeitern erstatten lassen, teilte das Landesarbeitsgericht in Düsseldorf mit und wies Forderungen in Höhe von 191 Millionen Euro ab.

Über weitere 100 Millionen Euro fällte das Gericht keine Entscheidung und setzte das Verfahren aus. Das Unternehmen wollte Bußgelder für ein Schienenkartell von dem Manager erstattet haben wollen.

Der Thyssen-Krupp-Konzern hatte zuvor seine Schadenersatzforderungen an einen ehemaligen Manager wegen des Schienenkartells noch auf 291 Millionen Euro erhöht. Das sagte ein Sprecher des Landesarbeitsgerichts. „Wir gehen davon aus, dass es noch mehr wird“, hieß es aus Konzernkreisen. Die zusätzlich geltend gemachte Forderung von 100 Millionen Euro resultiert aus einem mit der Deutschen Bahn geschlossenen Vergleich. Dabei geht es um die Rückerstattung überhöhter Preise für Schienen.

Die größten Stahlhersteller

Nach unbestätigten Berichten soll es dabei um rund 150 Millionen Euro gegangen sein. Auch beim Schienenkartell drohen noch weitere Schadenersatzansprüche etwa von Nahverkehrsunternehmen. Das Bundeskartellamt hatte gegen Thyssen-Krupp im Zusammenhang mit dem Schienenkartell Bußgelder von rund 191 Millionen Euro verhängt.

Der Industriekonzern hatte sich erst am Montag mit der Deutschen Bahn auf einen Schadenersatz für verbotene Preisabsprachen bei Aufzügen geeinigt. Zur Höhe des Schadenersatzes wollten die Unternehmen keine Stellung nehmen.

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Nach Informationen der Zeitung soll es sich um einen Betrag in der Größenordnung von 20 Millionen Euro handeln. Gegen Thyssen-Krupp war in dem Kartellverfahren zuvor bereits eine Buße von 320 Millionen Euro verhängt worden. Nach der Einigung mit der Bahn drohen dem Unternehmen wegen des Aufzugskartells nun noch weitere Schadenersatzforderungen von Kommunen und Baufirmen.

Andere an dem Aufzugskartell beteiligte Unternehmen verweigerten weiterhin den Dialog mit der Deutschen Bahn, beklagte ein Bahnsprecher. Thyssen-Krupp sei dagegen mit gutem Beispiel vorangegangen und habe die belastete Vergangenheit mit der Bahn im Zusammenhang mit dem Fahrtreppenkartell bereinigt.

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