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Kommentar Der Kauf der EADS-Anteile ist ohne Alternative

Mit dem Einstieg des Staates bei EADS stehen heikle Interessenskonflikte an - schließlich ist der Bund selbst Großkunde bei dem Rüstungslieferanten. Dennoch war es die richtige Entscheidung, die Anteile zu übernehmen.

Ein Eurofighter von EADS. Quelle: Reuters

Nun ist es amtlich: Die Bundesregierung steigt Mitte 2012 mit 7,5 Prozent beim Airbus-Mutterkonzern EADS ein. Berlin übernimmt damit ein Aktienpaket des Autoherstellers Daimler, der zehn Jahre nach Gründung des Luft- und Raumfahrtkonzerns seinen Anteil weiter reduziert. Zuvor war der Versuch gescheitert, einen privaten deutschen Investor für die EADS-Anteile zu finden. Ausgerechnet der liberale Wirtschaftsminister Philipp Rösler muss einen ausgesprochen heiklen Staatseinstieg absegnen, der den Bund rund 1,3 Milliarden Euro kosten wird.

Deutschland wird damit wie Frankreich und Spanien direkter Aktionär der Airbus-Mutter. Mit Produkten wie dem Eurofighter, dem Kampfhubschrauber Tiger und dem Militärtransporter A400M ist EADS aber auch der größte Rüstungslieferant der Bundeswehr. Ausgerechnet hier setzt das Verteidigungsministerium in den kommenden Jahren den Rotstift an. Der Kunde Staat wird also dem frischen Aktionär Staat in Zukunft kräftig wehtun müssen. Es stehen heikle Interessenskonflikte an.

Dennoch ist der Kauf der Daimler-Anteile ohne Alternative. Kein deutsches Unternehmen wollte sich in einem Unternehmen engagieren, indem der französische Staat seit Gründung der EADS die Fäden zieht. Ohne den Einstieg der KfW wären die Aktien keineswegs auf dem freien Markt gelandet. Mit hoher Wahrscheinlichkeit hätte der französische Staat zugegriffen. Der Einfluss Deutschlands auf einen der wichtigsten Technologiekonzerne Europas wäre verloren gewesen. Das hat Berlin mit Recht verhindert.

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