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Konjunktur-Erwartung Industrie ist trotz einiger Bauchschmerzen zuversichtlich

Der BDI ist bei Wachstumsprognose unerwartet optimistisch. Der Industrieverband sieht trotz vieler Risiken keine Rezessionsgefahr.

Der BDI-Präsident Ulrich Grillo sieht optimistisch in das Jahr 2016. Quelle: REUTERS

Die Industrie sieht Deutschland trotz Flüchtlingskrise, China-Schwäche und der Konflikte im Nahen Osten auf einem stabilen Wachstumskurs. "Der BDI rechnet in diesem Jahr mit einer realen Zunahme der Wirtschaftsleistung um knapp zwei Prozent", sagte der Präsident des Industrieverbandes, Ulrich Grillo, am Mittwoch in Berlin. Allerdings warnte er, die Stärke sei angreifbar und nicht nachhaltig. Denn Deutschland profitiere in hohem Maße von Sonderentwicklungen wie dem Ölpreisverfall, dem schwachen Euro und den niedrigen Zinsen. Zudem fürchtet Grillo, dass die Bundesregierung es versäumt, die Wirtschaft zu stärken.

Gute Aussichten für die deutsche Wirtschaft
Eine Euro-Münze Quelle: dpa
Container werden auf Lastwagen geladen Quelle: dpa
Eine geöffnete Kasse Quelle: dpa
Ein Sparschwein und Cent-Münzen auf einem Sparbuch Quelle: dpa
Eine Baustelle Quelle: dpa
Ölpumpen Quelle: dpa
Jemand mit einem Schweißbrennner Quelle: dpa

Mit seiner Wachstumsprognose liegt der BDI um rund einen halben Prozentpunkt höher als Wirtschaftsverbände wie der DIHK oder der Exportlobby BGA. Auch die Bundesregierung übertrifft der Industrieverband. Grillo rechnet trotz der Schwäche in China und dem Konflikt zwischen Saudi-Arabien und dem Iran nicht mit einem wirtschaftlichen Absturz: "Rezessionsgefahr für Deutschland sehe ich im Moment überhaupt nicht."

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Die Bundesregierung warnte Grillo, sich allein in der Anti-Krisenpolitik zu verlieren. "Ich bin besorgt, dass die Regierung vor lauter Krisenmodus wegen der Flüchtlingsfrage für andere Herausforderungen blind bleibt." Man dürfe auch angesichts neuer Rekorde bei den Steuereinnahmen nicht in Selbstgefälligkeit erstarren. Der BDI forderte, Haushaltsüberschüsse auch für die seit langem geforderte Investitionsoffensive zu nutzen. Beides müsse geschehen - die Mittel für die Integration von Flüchtlingen zu erhöhen und mehr Investitionen anstoßen.

Dass der Abgasskandal um Volkswagen der deutschen Wirtschaft insgesamt und der Marke "Made in Germany" schade, erwartet Grillo nicht. "Das ist ein VW-Thema", sagte er. Nach wie vor sei die Wertschätzung für hiesige Produkte weltweit hoch. Eine der großen Hoffnungen der Industrie für 2016 ist, dass das umstrittene Freihandelsabkommen der EU mit den USA bis Ende des Jahres in seinen Eckpfeilern stehe. Dafür werde man auch beim Besuch von US-Präsident Barack Obama im April bei der Hannover-Messe eintreten, sagte Grillo.

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