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Konjunktur Firmenpleiten sinken trotz Corona-Rezession – Trend dürfte 2021 drehen

Die Insolvenzantragspflicht ist für Unternehmen weitgehend bis zum 1. Oktober ausgesetzt worden. Das ist ein Grund für die niedrige Zahl der Firmenpleiten.

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„Ich fürchte, wir werden uns auf eine Welle von Unternehmensinsolvenzen einstellen müssen.“ Quelle: dpa

Trotz der konjunkturellen Talfahrt wegen der Coronakrise ist die Zahl der Firmenpleiten in Deutschland im Juli gesunken. Ein Grund dafür sei, dass die Insolvenzantragspflicht als Hilfsmaßnahme gegen die Folgen der Virus-Pandemie für viele Unternehmen weitgehend bis zum 1. Oktober ausgesetzt worden sei, teilte das Statistische Bundesamt am Donnerstag mit.

Die 1369 Insolvenzanträge im Juli bedeuteten einen Rückgang von 16,7 Prozent binnen Jahresfrist. In den ersten sieben Monaten des Jahres gab es ein Minus bei den Firmenpleiten von 7,8 Prozent. Der Trend hielt auch im September an: Hier sanken die eröffneten Regelinsolvenzen – also alle Fälle außer Verbraucherpleiten – um 34,5 Prozent.

Seit dem 1. Oktober ist ein Insolvenzantrag bei Zahlungsunfähigkeit wieder verpflichtend, bei Überschuldung gilt die Befreiung für Firmen zunächst weiter bis Jahresende. Experten gehen deshalb davon aus, dass ab Oktober die Zahl der Pleiten zunimmt und sich dann etwa ab dem ersten Quartal 2021 beschleunigt. „Ich fürchte, wir werden uns auf eine Welle von Unternehmensinsolvenzen einstellen müssen“, sagte jüngst der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher.

In der Folge steigender Firmenpleiten dürfte auch die Zahl der Verbraucherinsolvenzen im nächsten Jahr spürbar zulegen. Derzeit halten sich Privatleute mit dem Gang zum Amtsgericht zurück, weil sie auch eine Gesetzesänderung abwarten. Denn der Bund setzt eine EU-Richtlinie um, wonach Insolvenzantragsteller künftig schon nach drei Jahren schuldenfrei sind und nicht erst nach sechs Jahren. Dementsprechend sank die Zahl der Verbraucherinsolvenzen allein im Juli um gut 30 Prozent und lag in den ersten sieben Monaten mit 32.016 fast 17 Prozent unter dem Vorjahresniveau.

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