1. Startseite
  2. Unternehmen
  3. Industrie
  4. Konjunktur: Pharmaindustrie droht laut Verband 2023 deutliches Produktionsminus

KonjunkturPharmaindustrie droht laut Verband 2023 deutliches Produktionsminus

Selbst die lange erfolgsverwöhnte deutsche Pharmabranche rechnet nun mit schwierigen Zeiten. Denn auch wenn die Kosten steigen, kann sie die Preise kaum erhöhen. 19.10.2022 - 14:47 Uhr

Die Absatzpreise bei Pharma im Inland seien zuletzt nur um zwei Prozent gestiegen, die der Industrie insgesamt dagegen um 15 Prozent.

Foto: dpa

Der Produktion der Pharmaindustrie in Deutschland droht im kommenden Jahr ein deutlicher Rückgang. Sie dürfte um 2,9 Prozent schrumpfen, sagt der Verband Forschender Arzneimittelhersteller (vfa) in seiner Herbstprognose voraus.

Für 2024 erwartet er nur ein leichtes Produktionsplus von 0,3 Prozent. Im zu Ende gehenden Jahr ist mit einem Zuwachs von 0,8 Prozent zu rechnen - auch wegen der starken Impfstoffproduktion um den Jahreswechsel 2021/2022 infolge der Corona-Pandemie. Die Zahl der Mitarbeiter ist den Angaben nach um knapp 1000 gestiegen und soll im kommenden Jahr weiter zulegen.

Hauptgründe für die insgesamt düsteren Konjunkturaussichten sind die hohe Inflation, Lieferengpässe und explodierende Energiekosten. „Diese spiegeln sich entlang der gesamten Wertschöpfungskette in den steigenden Produktionskosten wider“, sagte vfa-Chefvolkswirt Claus Michelsen am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters.

„Während die Industrie insgesamt die Kostenschübe häufig als Preisaufschläge an die Abnehmer weitreichen kann, ist das in der Pharmabranche aufgrund der regulierten Arzneimittelpreise nur sehr begrenzt möglich.“

So seien die Absatzpreise bei Pharma im Inland zuletzt nur um zwei Prozent gestiegen, die der Industrie insgesamt dagegen um 15 Prozent. Auch im kommenden Jahr falle die allgemeine Preissteigerung deutlich kräftiger aus als die der Arzneimittelpreise.

Zusätzliche Milliardenbelastungen

Kritik übt der Verband am geplanten Gesetz zur Stabilisierung der Finanzen der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). „Dieses Gesetz ändert die Geschäftsgrundlage der pharmazeutischen Industrie in Deutschland grundlegend“, sagte vfa-Präsident Han Steutel. So resultieren alleine aus dem sogenannten Herstellerrabatt zusätzliche Belastungen von 1,3 Milliarden Euro für das kommende Jahr.

>> Lesen Sie hier: Wie Merck mit Forschergeist und mutigen Deals zu einem der wertvollsten Industriekonzerne wurde

Hinzu kämen Eingriffe in das Erstattungssystem, was den Kostendruck verstärke. „Die Politik sucht händeringend nach Innovations- und Wachstumstreibern für den Wirtschaftsstandort Deutschland“, sagte Steutel. „Eine jetzt noch stabile Branche – zudem mit großem Potenzial – massiv zu schwächen ist grob fahrlässig und widerspricht jedem ökonomischen Sachverstand.“

rtr
Mehr zum Thema
Unsere Partner
Anzeige
Stellenmarkt
Die besten Jobs auf Handelsblatt.com
Anzeige
Homeday
Homeday ermittelt Ihren Immobilienwert
Anzeige
IT BOLTWISE
Fachmagazin in Deutschland mit Fokus auf Künstliche Intelligenz und Robotik
Anzeige
Remind.me
Jedes Jahr mehrere hundert Euro Stromkosten sparen – so geht’s
Anzeige
Presseportal
Lesen Sie die News führender Unternehmen!
Anzeige
Bellevue Ferienhaus
Exklusive Urlaubsdomizile zu Top-Preisen
Anzeige
Übersicht
Ratgeber, Rechner, Empfehlungen, Angebotsvergleiche
Anzeige
Finanzvergleich
Die besten Produkte im Überblick
Anzeige
Gutscheine
Mit unseren Gutscheincodes bares Geld sparen
Anzeige
Weiterbildung
Jetzt informieren! Alles rund um das Thema Bildung auf einen Blick