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Konzern verschiebt Bilanzvorlage ThyssenKrupp vor Verkauf des US-Stahlwerks

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Hiesinger treibt Kapitalerhöhung voran

Das sind die wunden Punkte von ThyssenKrupp
Ein Stahlarbeiter im ThyssenKrupp-Werk in Bochum steht vor einem glühenden Stahlcoil Quelle: dpa
Gerhard Cromme, Aufsichtsratsvorsitzender von ThyssenKrupp Quelle: dpa
Unter Cromme als Vorsitzendem des Prüfungsausschusses im Siemens-Aufsichtsrat bis 2007 fließen in dem Konzern Schmiergelder von 1,3 Milliarden Euro an Auftragsnehmer. Quelle: dpa
Berthold Beitz (99), Vorsitzender der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung, lauscht in der Villa Hügel der Rede von Ministerpräsident Sellering (SPD). Quelle: dpa
Der Ex-Vorstandsvorsitzende Ekkehard Schulz, rechts, und der Aufsichtsratsvorsitzende Gerhard Cromme Quelle: AP
Zuege stehen vor dem Hauptbahnhof in Frankfurt am Main Quelle: dapd
Der Formel-1 Fahrer Sebastian Vettel fährt am 17.04.2010 in Shanghai während eines Formel-1 Rennens an einer Zuschauertribüne vorbei. Quelle: dpa

Der Löwenanteil der Kosten fiel dabei auf die von Pannen begleitete Anlage in Brasilien. Sie liefert Rohstahl an das Weiterverarbeitungswerk in den USA. Der brasilianische Rohstoffkonzern Vale hält einen Minderheitsanteil an der Anlage im Bundesstaat Rio de Janeiro und hat quasi ein Vetorecht in dem dortigen Verkaufsprozess. ThyssenKrupp hatte lange mit dem brasilianischen Stahlkonzern CSN über einen Verkauf verhandelt.

Doch CSN habe immer wieder versucht, den Preis zu drücken. Für die Anlage in den USA hatte erst kürzlich erneut Weltmarktführer ArcelorMittal sein Interesse angemeldet. Thyssen-Krupp hat nach diversen Abschreibungen beide Werke noch mit 3,3 Milliarden Euro in den Büchern.

Den Konzern drücken Schulden von über fünf Milliarden Euro. Konzernchef Hiesinger treibt Insidern zufolge auch eine Kapitalerhöhung voran. Dabei könnte ThyssenKrupp zehn Prozent neue Aktien ausgeben, sagten zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters.

Ein Konzernsprecher bekräftigte auf Anfrage, dass eine Kapitalerhöhung nicht grundsätzlich ausgeschlossen sei. Eine Einschätzung könne aber erst dann vorgenommen werden, wenn unter anderem mehr Klarheit beim Verkaufsprozess für die amerikanischen Stahlwerke herrsche.

Industrie



Zugleich wurde bekannt, dass sich der Konzern wegen seiner Teilnahme an illegalen Preisabsprachen von Schienenherstellern auf die Zahlung einer Entschädigung an die Deutsche Bahn verständigt hat. "ThyssenKrupp und die Deutsche Bahn haben sich Mitte November grundsätzlich geeinigt", teilte der größte deutsche Stahlkonzern am Mittwoch mit. Zu der Höhe der Zahlungen machte das Unternehmen keine Angaben. "ThyssenKrupp geht diesbezüglich jedoch davon aus, dass es über die bereits vorgenommenen Rückstellungen hinaus zu keinen weiteren finanziellen Belastungen kommen wird", hieß es. Die "Süddeutsche Zeitung" hatte zuvor von mehr als 150 Millionen Euro gesprochen.

ThyssenKrupp hatte wegen des Schienenkartells Rückstellungen von 207 Millionen Euro gebildet. Allerdings pochen noch weitere Bahnbetriebe, etwa Nahverkehrsunternehmen, auf Schadenersatz.

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