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Korruptionsskandal Siemens-Sumpf nimmt kein Ende

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Untreue, Bestechung, Geldwäsche

Auch hinter den Kulissen der Olympischen Spiele in Athen war Siemens mit Tarngeschäften aktiv Quelle: dpa/dpaweb

Siemens hatte in den Jahren 1999 bis 2006 insgesamt rund 1,3 Milliarden Euro für Schmiergeldzahlungen ausgegeben haben, um sich lukrative Auslandsgeschäft zu sichern. Der Vorwurf der Münchner Staatsanwaltschaft lautete: Untreue, Bestechung, Geldwäsche, schwarze Kassen mit Millionensummen in dreistelliger Höhe in der Schweiz, in Liechtenstein und in Österreich.

In Griechenland ging es um Aufträge für die Digitalisierung des griechischen Telefonnetzes, Kommunikationssysteme für die griechischen Streitkräfte und um das Überwachungssystem für die Olympischen Spiele 2004. Der Skandal reichte bis in die höchsten politischen Ebenen. Auch der frühere Ministerpräsident Kostas Smitis, mehrere Minister der Regierungspartei und ehemalige Minister der Oppositionspartei Nea Dimoraktia sollen verwickelt gewesen sein.

Von Griechenland bis Nigeria

Das ganze Ausmaß des Skandals wurde 2008 bekannt. Damals sagte der ehemalige Siemens-Manager Reinhars Siekaczek vor Gericht aus, Geld aus schwarzen Kassen Geld abgezweigt und für Scheinverträge im Ausland verwendet zu haben.

Ingesamt wurde gegen mehr als 300 Beschuldigte ermittelt. Siekaczek bestätigte Ende der 1990er Jahre ein bestehendes Schmiergeldsystem übernommen und weiterentwickelt zu haben.

Nach 1998, als Bestechung im Ausland strafbar wurden, hatten sich die Beteiligten ein neues System ausgedacht: Über fingierte Beraterverträge ohne Gegenleistungen wurden Gelder abgezweigt. Gemeinsam mit einem weiteren Haupttäter baute Siekaczek der Anklage zufolge ein Geflecht von Tarnfirmen im Mittleren Osten, den Kanalinseln und der Karibik auf, über die Millionenbeträge im Zusammenhang mit Telekommunikationsprojekten in Ägypten, Saudi-Arabien, Indonesien oder für die Olympischen Spiele in Athen flossen.

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