Kredit Airbus pocht auf die 600 Millionen vom Bund

Airbus erwartet von Deutschland eine Finanzierungshilfe. Der Bund hält die versprochenen 600 Millionen Euro an den Flugzeugbauer aber weiter zurück: Ohne eindeutige Standortzusagen gibt es kein Geld.

Das ist der neue A350
Eine Computeranimation zeigt einen A350 XWB. Der neue Flieger von Airbus ist am Freitag von Toulouse aus zum ersten Mal in die Luft gegangen. Quelle: dpa
Und da fliegt er: Der A350 hebt vom Rollfeld ab. In verschiedenen Flughöhen sind Manöver zum Test von Fahrwerk, Landeklappen oder Ruder geplant. Quelle: dpa
Beim für vier Stunden geplanten Erstflug soll der A350 unterschiedliche Geschwindigkeiten ausprobieren. Quelle: dpa
Der neue Airbus ist je nach Modell 60,5 bis 73,8 Meter lang und hat eine Spannweite von 64,8 Metern. Quelle: dpa
Die Premiere des Langstreckenflugzeugs befeuert den auf der Luftfahrtschau in Le Bourget erwarteten Konkurrenzkampf um Marktanteile zwischen dem europäischen Airbus-Konzern und US-Hersteller Boeing. Quelle: dpa
Bisher haben 33 Fluggesellschaften 613 Maschinen des neuen Typs geordert. Quelle: AP
Analysten erwarten, dass die Nachfrage nach der Maschine nach einem gelungenen Erstflug steigt. Quelle: dpa
Ursprünglich wollte Airbus den A330 weiterentwickeln, in deren Flugzeuggröße der A350 gehört. Forderungen der Fluggesellschaften mündeten dann aber im völlig neuen Flieger. Die Planung hat unter anderem wegen Problemen mit den Flügeln länger gedauert als gedacht und mit geschätzt gut zehn Milliarden Dollar auch mehr gekostet. Nun sollen moderne Verbundwerkstoffe das Gewicht senken und den Treibstoffverbrauch nach Airbus-Rechnung um 25 Prozent senken. Quelle: dpa
Airbus setzt viele Hoffnungen in den neuen Stolz der Flotte. Das Langstreckenflugzeug soll dem europäischen Flugzeugbauer neue Marktchancen im Kampf gegen den Dauerrivalen Boeing sichern. Quelle: dpa
Wie im Viel-Länder-Konzern Airbus üblich kommen auch die Teile des A350 aus halb Europa: Aus Hamburg stammen Heck und Teile der hinteren Flügel, in Bremen werden die Flügelkanten gefertigt, Broughton in Großbritannien steuert die Flügel bei, aus dem spanischen Getafe werden horizontale Teile der Heckflügel geliefert. Alles andere wird in Frankreich gebaut. Quelle: REUTERS
Zwei Airbus-Mitarbeiter bringen den Schriftzug an. Peter Chandler, oberster Testpilot von Airbus, sollte das Erstmodell von der Startbahn in den Himmel ziehen. „Man muss schon ein fähiger Pilot sein, um die Sachen zu machen, die wir fliegen“, erläutert Chandler seinen Job im hauseigenen Video, „nicht außergewöhnlich, aber fähig.“ Gemeinsam mit Co-Pilot Guy Magrin und vier Ingenieuren soll Chandler den ersten von fünf Testfliegern in die Luft bringen. Begleitet wird der A350 von einem Beobachtungsflugzeug. Quelle: dpa
Nach dem Ärger von Konkurrent Boeing mit den Batterien der 787 Dreamliner hat Airbus im A350 wieder Nickel-Akkus statt der ursprünglich ebenfalls geplanten, leichteren Lithium-Ionen-Technik eingeplant. Quelle: dpa
Der A350 XWB wird in drei Versionen für 270 bis 350 Passagiere gebaut. Die teuerste Variante steht mit rund 250 Millionen Euro in der Preisliste. Quelle: REUTERS
Airbus-Chef Fabrice Brégier will das erste Exemplar in der zweiten Hälfte 2014 ausliefern - ein Jahr später als ursprünglich geplant. Quelle: REUTERS

Nach dem Jungfernflug des neuen Airbus A350 pocht das Unternehmen auf eine rasche Auszahlung zugesagter Finanzierungshilfen der Bundesregierung. Airbus-Produktionschef Günter Butschek äußerte die Erwartung, dass die noch ausstehenden 600 Millionen Euro Kredit aus der 1,1 Milliarden Euro schweren Anschubfinanzierung für den neuen Langstreckenflieger nun überwiesen werden. "Ich gehe davon aus, dass wir die Gespräche in den nächsten Wochen zu einem guten Ende bringen können", sagte er dem Nachrichtenmagazin "Focus". Die Bundesregierung hatte das Geld auf Eis gelegt, um die Airbus-Mutter EADS dazu zu bringen, mehr Forschungs- und Entwicklungsbereiche in Deutschland anzusiedeln.

Auch das Wirtschaftsministerium zeigte sich grundsätzlich zuversichtlich, dass beide Seiten eine Lösung finden. "Über die Grundlinien einer solchen Verständigung herrscht bereits Einigkeit zwischen der Bundesregierung und Airbus", erklärte ein Ministeriumssprecher. "Darlehenszahlungen sind allerdings nur dann möglich, wenn damit konkrete Gegenleistungen und Zusagen für die deutschen Standorte verbunden sind", machte er zugleich deutlich.

Laut "Spiegel"-Vorabbericht will das Ministerium, dass der Nachfolger des Kurzstreckenjets A30X maßgeblich in Deutschland entwickelt wird. In Managementkreisen werde hingegen betont, die Bundesregierung könne keine weiteren Zusagen zum A30X erwarten, wenn sie die halbe Milliarde nicht zahle. Der französische Staat habe seine Entwicklungshilfen bereits ausbezahlt. Ein Gespräch zwischen Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) und Airbus-Chef Fabrice Bregier vergangene Woche habe aus Sicht des Unternehmens keine Ergebnisse gebracht. Das Ministerium steht nach eigener Auskunft jedoch weiter in engem Kontakt mit dem Flugzeugbauer.

Butschek betonte: "Wir haben unsere Verpflichtungen übererfüllt." Er verwies zudem darauf, dass der A350 ein Jobmotor sei. "Wir haben 2011 und 2012 für dieses Flugzeug in Deutschland etwa 4000 Arbeitsplätze geschaffen. 2013 kommen nochmals bis zu 1000 Mitarbeiter dazu - auch wegen des A350 XWB", erläuterte er.

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Am Freitag hatte Airbus im südfranzösischen Toulouse den erfolgreichen Jungfernflug des neuen Flugzeugs gefeiert und damit kurz vor der wichtigen Luftfahrtmesse in Le Bourget bei Paris Akzente gesetzt. Der Langstreckenflieger soll vor allem dem Dreamliner 787 des US-Rivalen Boeing Konkurrenz machen. Der Test war der vorläufige Endpunkt einer achtjährigen Entwicklungsphase, die EADS 15 Milliarden Dollar gekostet hat.

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