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Kreditversicherungen Schutzschirm für Warenverkehr lohnt sich für den Bund

Quelle: imago images

Mit milliardenschweren Garantien für Kreditversicherungen stabilisierte der Bund im vergangenen Frühjahr Lieferketten und Warenströme. Nun zeigt sich: Die Absicherung lohnte sich auch finanziell.

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Absicherungsgeschäfte für Warenkreditversicherungen dürften dem Bund einen dreistelligen Millionengewinn bescheren, heißt es in der Versicherungsbranche. Um zu verhindern, dass in der Coronakrise Lieferketten abreißen, weil Unternehmen keinen Versicherungsschutz erhalten, hatte die Bundesregierung im vergangenen Frühjahr gemeinsam mit Kreditversicherern wie Euler Hermes, Coface und Atradius einen Schutzschirm im Volumen von 30 Milliarden Euro gespannt.

Ziel sei es, „dass Kreditversicherer weiter für etwaige Zahlungsausfälle einstehen und tragen dazu bei, die Lieferketten in Deutschland und weltweit aufrechtzuerhalten“, sagte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier damals. 

Die Vereinbarung sah vor, dass der Bund als eine Art Rückversicherer agierte und 90 Prozent der abgesicherten Schäden übernahm. Im Gegenzug überließen die Versicherer dem Bund 65 Prozent ihrer Prämieneinnahmen im Jahr 2020. Da es nur wenige Insolvenzen gab, blieben die Schäden überschaubar.

Die Vereinbarung habe sich für den Bund gelohnt, sagt Albrecht Max Vater vom Internationalen Verband der Kreditversicherungsmakler (Bardo). Auch der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) geht von einem Überschuss aus. Nach einer GDV-Hochrechnung beliefen sich die Beitragseinnahmen für Kreditversicherungen 2020 auf insgesamt 786 Millionen Euro, der Großteil davon dürfte an den Bund gehen. Die Schäden taxiert der GDV auf insgesamt 436 Millionen Euro für 2020.

Ende März wird abgerechnet

Bundesfinanz- und Bundeswirtschaftsministerium wollten sich nicht zu Details äußern. Eine erste Abrechnung erfolge erst Ende März. Dem Bund seien daher bislang noch keine Einnahmen zugeflossen, sagte eine Sprecherin. Im Übrigen sei das Kernanliegen der Bundesregierung, durch den Schutzschirm reibungslose Warenströme zu sichern. Konkrete Angaben seien „aus Gründen der Vertraulichkeit“ nicht möglich. Dass sich das erste Absicherungsgeschäft für den Staat wohl gelohnt hat, zeigt indes auch die Verlängerung des 30-Milliarden-Schutzschirms bis Ende Juni 2021 – diesmal zu besseren Konditionen für die Versicherer.

Mehr zum Thema: Die Detailauswertung des Insolvenzverwalter-Rankings der WirtschaftsWoche zeigt, welche Verwalter 2020 die umsatzstärksten Insolvenzfälle betreut haben.

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