K+S Experte: Politik könnte feindliche Übernahme kaum verhindern

K+S droht die feindliche Übernahme durch den Konkurrenten Potash - und dagegen kann auch nicht viel unternommen werden. Rechtsexperten glauben, dass die deutsche Politik relativ machtlos ist.

Das Logo des Düngemittel- und Salzproduzenten K+S Quelle: dpa

Deutsche Politiker könnten eine feindliche Übernahme des Rohstoffkonzerns K+S durch den kanadischen Konkurrenten Potash nach Einschätzung eines Rechtsexperten schwerlich stoppen. „Die Politik hat kaum Möglichkeiten, eine Übernahme von K+S zu verhindern“, sagte der Wirtschaftsrechtler Hartmut Krause von der Kanzlei Allen & Overy am Mittwoch der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX. Theoretisch könne das Wirtschaftsministerium eine Übernahme durch ein ausländisches Unternehmen zwar verbieten. Dafür müssten aber durch eine Übernahme Grundinteressen der Gesellschaft bedroht sein.

Bei Unternehmen mit Strom- oder Telekommunikationsnetzen könne das der Fall sein, sagt Krause. „Bei K+S sehe ich eine solche Bedrohung durch Potash im Moment nicht. Düngemittel und Streusalz werden im Zweifel auch bei anderen Anbietern erhältlich sein.“

Im Umgang mit einem möglichen Käufer machen die Kasseler aus Sicht von Krause vieles besser als andere Unternehmen vor ihnen. „K+S hat aus den Fehlern anderer Übernahmekandidaten gelernt. Sie fahren keine emotionale Verteidigungsstrategie, in der sie zum Beispiel auf ihre Unabhängigkeit pochen“, befindet der Experte. Emotionale Strategien kämen bei Aktionären meist nicht gut an.

Der Konzern hatte Anfang Juli Übernahmegespräche mit den Kanadiern abgelehnt, unter anderem weil die Potash-Offerte mit 41 Euro pro Aktie als zu niedrig erachtet wurde. Ende Juli war bekannt geworden, dass sich K+S im Kampf gegen eine Übernahme durch Potash auch an Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel gewandt hatte. „Es hat mehrere Gespräche gegeben“, hieß es damals laut „Handelsblatt“ seitens des Ministeriums.

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