Kursrutsch K+S fällt immer tiefer

Konkurrenz macht K+S zu schaffen: In der vergangenen Woche stürzte die Aktie des Düngemittelkonzerns ab. Nun geht es weiter abwärts, nachdem die Kooperation von Belaruskali und einem Unternehmen aus Katar bekannt wurde.

K+S bauen nach Deal von Belaruskali Verluste aus. Quelle: dpa

K+S haben ihre Verluste am Montag weiter ausgebaut. Die Titel verloren im Dax bis zu 6,7 Prozent auf 17,47 Euro, nachdem der weißrussische Konkurrent Belaruskali erklärt hatte, künftig mit dem Unternehmen Muntadschat aus Katar bis zu drei Millionen Tonnen Kali pro Jahr zu verkaufen.

Die K+S-Aktien waren vergangene Woche ins Rutschen geraten, nachdem Uralkali und Belaruskali das Ende ihres Exportverbundes angekündigt hatten. Analysten befürchten einen Einbruch der Kali-Preise. Die Experten der Bank of America Merrill Lynch warnten bereits, dass Kunden mit dem Kauf von Kali warten könnten, bis die Preise deutlicher gefallen sind.

Bislang wurden die Preise im weltweiten Kali-Geschäft von zwei Exportkonsortien bestimmt: dem russischen Handelsbündnis BPC der Produzenten Uralkali und Belaruskali und dem kanadischen Konsortium Canpotec, der Rivalen Potash, Agrium und Mosaic. Das Duopol kam bisher für rund 70 Prozent des weltweiten Kali-Handels auf und sorgte für nahezu identische Preise in wichtigen Abnehmerländern wie Indien und China - eine komfortable Situation für alle großen Kali-Förderer. Doch Uralkali will das BPC-Bündnis auflösen und künftig auf eigene Faust handeln. Fallende Kali-Preise wollen die Russen über steigende Absatzmengen in China, Indien und Brasilien auffangen. Konzernchef Wladislaw Baumgertner rechnet damit, dass die Kali-Preise bereits in der zweiten Jahreshälfte von derzeit rund 400 Dollar unter die Marke von 300 Dollar fallen könnten.

Wie Analysten die K+S-Aktie bewerteten

K+S könnte das nur schwer verkraften. Denn die Betriebskosten der deutschen Bergwerke sind deutlich höher als die der Konkurrenz aus Russland und Kanada. Bei derart drastisch sinkenden Kali-Preisen würden die Ergebnisse des Konzerns daher deutlich schrumpfen. Als einziger großer westeuropäischer Produzent können die Kasseler den Weltmarktpreis zudem kaum selbst beeinflussen. Die Analysten von Bernstein Research gehen noch weiter: "K+S kann einen Preisrutsch nicht mit höheren Verkaufsmengen ausgleichen, solange das kanadische Legacy-Projekt nicht startet, das nach unserer Einschätzung eine unsichere Zukunft hat."

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