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Lafarge und Holcim Mega-Fusion könnte Zement um 25 Prozent verteuern

Exklusiv

Der wichtige Baustoff Zement dürfte sich durch den geplanten Zusammenschluss der weltgrößten Hersteller Lafarge und Holcim bald erheblich verteuern.

Zement Quelle: dpa

"Kartellgründungen führen im Durchschnitt zu Preissteigerungen von etwa 25 Prozent“, sagte der Düsseldorfer Wettbewerbsexperte Justus Haucap, Ex-Chef der Monopolkommission, im Interview mit der WirtschaftsWoche. „Dies wäre schlimmstenfalls hier zu erwarten.“

Nach Ansicht von Haucap mache die Fusion den ohnehin schon konzentrierten Markt noch anfälliger für Wettbewerbsbeschränkungen und Preissteigerungen. So deute der Kursanstieg von HeidelbergCement als an der Fusion völlig unbeteiligtem Wettbewerber darauf hin, dass die Anleger steigende Zementpreise erwarteten.

Auch der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes beurteilt die Fusion von Lafarge und Holcim kritisch. Hauptgeschäftsführer Felix Pakleppa sieht eine „Verschlechterung für Mittelständler in der Bauwirtschaft, da diese nicht die Chance haben, größere Margen auszuhandeln.“

Betroffen von der drastischen Preissteigerung wäre letztlich auch der Steuerzahler. Denn die Abnehmer haben laut Ökonom Haucap nur zwei Möglichkeiten: „Entweder sie versuchen, die Kostensteigerung selbst aufzufangen. Oder sie leiten die Kosten an den Kunden weiter, den jeweiligen Bauträger.“ Einer der wichtigsten Auftraggeber in der Baubranche ist die öffentliche Hand. Sie kommt hierzulande für knapp 30 Prozent der Bauumsätze auf.

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