Lanxess Chemiekonzern erhöht nach Sparkurs Ergebnisziele

Der Sparkurs hat sich für Lanxess gelohnt. Der Chemiekonzern erhöht dieses Jahr zum dritten mal seine Zielvereinbarungen. Das Unternehmen rechnet für das Gesamtjahr mit einem Betriebsgewinn von bis zu 900 Millionen Euro.

Zum dritten Mal in diesem Jahr erhöht Lanxess seine Ergebnisziele. Quelle: dpa

Lanxess-Chef Matthias Zachert drückt bei der Neuausrichtung des Chemiekonzerns aufs Tempo. Der Sparkurs trägt schneller als erwartet Früchte und Zachert erhöhte zum dritten Mal die Ergebnisziele für dieses Jahr. "Nachdem wir die wesentlichen strukturellen Probleme gelöst haben, können wir uns nun wieder auf Wachstum konzentrieren", sagte der Lanxess-Chef am Donnerstag. "Das gesamte Team hat weltweit die Ärmel hochgekrempelt." Nach einem Ergebnissprung im Sommerquartal rechnet Lanxess nun für das Gesamtjahr mit einem bereinigten Betriebsgewinn (Ebitda) zwischen 860 und 900 Millionen Euro. Bislang sollte das Ergebnis auf 840 bis 880 Millionen Euro zulegen.

Zachert hatte vor rund eineinhalb Jahren ein umfangreiches Sparprogramm gestartet. Rund 1000 Stellen wurden abgebaut, Geschäftsbereiche und Stabsfunktionen wurden verringert. "Wir haben sehr harte Einschnitte gemacht. Intern waren das schwere Schritte und für alle Beteiligten nicht einfach." Erst kürzlich hatte Lanxess mit dem saudischen Ölgiganten Saudi Aramco einen Partner für sein schwächelndes Kautschukgeschäft gefunden. Lanxess habe seine Neuausrichtung wegen der verhaltenen konjunkturellen Entwicklung und der Unsicherheit in vielen Wachstumsmärkten nochmals forciert, sagte Zachert nun. "Das wirkt sich bereits jetzt auf unser operatives Ergebnis und unsere Jahresprognose aus." Jährliche Einsparungen von 150 Millionen Euro aus optimierten Verwaltungs- und Geschäftsstrukturen könnten bereits Ende 2015 – und damit ein Jahr früher als erwartet – voll erreicht werden.

Die Lanxess-Krise

Vom Kautschukgeschäft, das rund die Hälfte zum Konzernumsatz beiträgt, will sich Lanxess unabhängiger machen. Stattdessen setzt der Kölner Chemiekonzern künftig stärker auf Aktivitäten, die nicht so sehr vom Auf und Ab der Konjunktur abhängen. Dazu zählen etwa Vorprodukte für Pflanzenschutzmittel, Pigmente oder Leichtbau-Kunststoffe für die Automobilindustrie. Vor allem in diesen Bereichen will Lanxess verstärkt investieren und teilweise zukaufen. „Wir wollen nicht mehr so zyklisch sein“, sagte Zachert, „und die Zyklizität kommt vor allem aus dem Kautschukgeschäft".

Erste Investition seit Neuausrichtung

Weitere Einsparungen von 150 Millionen Euro ab Ende 2019 kommen etwa aus Prozessverbesserungen in Produktionsanlagen oder auch Kapazitätsanpassungen. So sollen etwa in Lateinamerika die Produktionskapazitäten im Kautschukgeschäft wegen des schwierigen Marktumfelds um ein Drittel verringert werden. Wartungsprozesse sollen verbessert und der Energie- und Rohstoffverbrauch verringert werden. In Wachstumsprojekte will der Vorstand dagegen bis 2020 bis zu 400 Millionen Euro investieren. "Lanxess wird ein profitablerer und weniger zyklischer Spezialchemiekonzern", sagte Zachert.

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Dabei will er sich auf mittelgroße Märkte konzentrieren und hat die Geschäfte mit Agrochemikalien, Farbpigmenten oder auch Spezialchemikalien etwa für die Wasseraufbereitung im Blick. Zachert kündigte an, 60 Millionen Euro in den Ausbau der Produktion der Feinchemie-Tochter Saltigo in Leverkusen stecken zu wollen - die erste große Investition seit der Neuausrichtung.

Im dritten Quartal steigerte Lanxess seinen bereinigten Betriebsgewinn um knapp zwölf Prozent auf 235 Millionen Euro. Analysten hatten im Schnitt mit 231 Millionen Euro gerechnet. Der Umsatz lag bei 1,95 Milliarden Euro, ein Minus von gut vier Prozent. Analysten hatten eigentlich ein leichtes Umsatzplus erwartet, Lanxess hat aber wegen der niedrigen Rohstoffpreise mit niedrigeren Verkaufspreisen zu kämpfen. Zugute kamen dem Konzern dagegen der starke Dollar und der Sparkurs.

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