Lanxess Chemieriese erholt sich schneller als gedacht

Der Kölner Chemiekonzern Lanxess hat die Krise nahezu überwunden. Chef Matthias Zachert redet sogar schon wieder von Zukäufen. Millionenschwere Investitionen soll ein Deal mit Saudi Aramco ermöglichen.

Zachert Quelle: dpa

Mehrfach hatte Matthias Zachert im vergangenen Jahr die Ergebnisprognose angehoben. Am Ende konnte Lanxess mit etwa 900 Millionen Euro Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen für 2015 glänzen, etwa zehn Prozent mehr als im Vorjahr. Näheres gibt Lanxess bei der Bilanzvorlage am Donnerstag bekannt. 

Es scheint wieder aufwärts zu gehen beim Kölner Chemiekonzern. Und zwar schneller als gedacht.  Lanxess-Chef Zachert fasst sogar schon wieder Akquisitionen ins Auge – etwa eine Milliarde Euro könnte der Chemiekonzern dafür aufbringen.   

Der 48-jährige Zachert, seit 2014 im Amt und zuvor in Diensten des Darmstädter Pharma- und Chemiekonzerns Merck, kappte in den vergangenen zwei Jahren Kosten, baute 1000 Stellen ab, optimierte Standorte.

Die größten Chemiekonzerne der Welt
Platz 10 - PPG Industries (USA) Quelle: AP
Linde Quelle: dpa
Platz 8: Air Liquide (Frankreich) Die Erfindung von flüssiger Luft legte den Grundstein für einen Weltkonzern. Im vergangenen Jahr kam der französische Chemieriese auf einen Umsatz von 19,08 Milliarden Dollar. Quelle: obs
Platz 7: Henkel (Deutschland)Weltweit ist der Düsseldorfer Konzern bekannt für seine Marken Persil, Pril oder Pritt. Mit einem Umsatz von 19,69 Milliarden Dollar spielt der Dax-Konzern auch unter den internationalen Chemieriesen vorne mit. Quelle: dpa
Platz 6: Dupont (USA)Der komplette Name des amerikanischen Chemieriesens lautet „E I Du Pont de Nemours“. Das geht zurück auf die französischen Gründer, die in die USA emigriert waren und dort 1802 begannen, Sprengstoffe zu produzieren. Heute macht das Unternehmen in über 80 Ländern weltweit einen Umsatz von insgesamt 24,6 Milliarden Dollar. 2017 erfolgte die Fusion mit dem Rivalen Dow Chemical zum größten Chemiekonzern der Welt. Quelle: dpa
LyondellBasell Industries (Niederlande) Quelle: REUTERS
Platz 4 - Saudi Basic Industries (Saudi-Arabien) Quelle: SABIC

Vor allem gelang es ihm im vergangenen Jahr, einen Partner für das kriselnde Kautschukgeschäft zu finden, das bei Lanxess etwa 40 Prozent des Jahresumsatzes von etwa acht Milliarden Euro ausmacht. Wegen der Überkapazitäten beim Kautschuk und schlechter Geschäftsaussichten hatten die Kölner 2013 rote Zahlen geschrieben. Nun hat Zachert mit dem saudi-arabischen Konzern Saudi Aramco ein Joint-Venture vereinbart.

Die Lanxess-Krise

Ein Geschäft, das für beide Partner sinnvoll ist: Denn die Saudis sind schon länger bemüht, sich vom billigen Öl unabhängiger zu machen und wollen verstärkt in nachgelagerte Produkte wie etwa Kautschuk investieren. Von dem Know-how von Lanxess können sie somit profitieren.

Und umgekehrt erhalten die Kölner mittelfristig einen besseren und günstigeren Zugang zu den Rohstoffen; die Öl-Rechnung von Lanxess dürfte künftig deutlich billiger ausfallen.

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1,2 Milliarden Euro erhält Lanxess dafür von Saudi Aramco; das Geld soll Mitte dieses Jahres fließen. 400 Millionen Euro davon hat Zachert schon für Investitionen verplant. Doch auch für Akquisitionen dürfte noch etwas übrig bleiben. „Wir haben einige Ziele und Ideen, aber wir werden uns nicht treiben lassen“, lässt Zachert schon mal wissen.

Nach den schlechten Erfahrungen mit der einseitigen Ausrichtung auf die Kautschukmärkte wird es sich dabei eher um Nischenanbieter handeln. Dazu können etwa Hersteller von Agrarchemikalien oder Hochleistungskunststoffen zählen. „Wir haben uns in den vergangenen Jahren stark über das Kautschukgeschäft und die grünen Reifen definiert, in Zukunft werden wir die übrigen Geschäftssäulen in den Fokus stellen und mehr in mittelgroßen Märkten agieren“, sagt Zachert.

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