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Lichtkonzern Osram sucht nach Käufer für Teile der Digitalsparte

Der Osram-Mehrheitseigner AMS will mit dem Verkauf der Digitalsparte seinen Schuldenberg abbauen. Vor allem asiatische Konkurrenten kommen als Käufer in Frage.

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Der Lichtkonzern will sich künftig auf hochmargige Geschäftsaktivitäten konzentrieren. Quelle: dpa

Der Lichtkonzern Osram will sich von Teilen seiner Digitalsparte trennen. Der geplante Verkauf des Bereichs Digital Systems sei Teil der Strategie, sich auf hochmargige Geschäftsaktivitäten zu konzentrieren, teilte das Unternehmen am Dienstag mit.

Der Wettbewerb im Geschäft mit Elektronik und Vorschaltgeräten sei so stark, dass die Renditeerwartung von zehn bis 15 Prozent nicht erfüllbar sei, sagte Osram-Chef Olaf Berlien. Er rechne damit, dass der Verkauf bis zum Sommer über die Bühne gehen könnte. „Es ist ein gutes Geschäft, es ist nur keines, was der Renditeanforderung entspricht.“

Insidern zufolge kommen als Käufer vor allem asiatische Konkurrenten in Frage; Berlien sagte, auch ein europäischer Wettbewerber könnte zugreifen. Osram erwirtschaftet in der Sparte jährlich einen Umsatz von etwa 400 Millionen Euro.

Der Sensorspezialist und Osram-Mehrheitseigner AMS hat früh deutlich gemacht, dass er an der Digitalsparte kein strategisches Interesse hat. Er will mit dem Verkauf auch den vier Milliarden Euro großen Schuldenberg abbauen, den sich das Unternehmen mit der Osram-Übernahme aufgehalst hat.

Wie es mit den anderen Bereichen der Digitalsparte weitergehe, zu der unter anderem auch Kinobeleuchtung oder Gewächshaus-Lampen gehören, ließ Berlien offen. Hier sei noch keine Entscheidung gefallen.

AMS erzielt dank Lockdown Rekordergebnis

Im abgelaufenen Quartal profitierte Osram unter anderem von der Konjunkturbelebung in der Autobranche; der Halbleiterbereich schaffte eine Gewinnmarge von mehr als 31 Prozent und markierte damit einen Höchstwert.

Insgesamt seien dabei zum Teil Nachholeffekte zu spüren, sagte Berlien. Viele Kunden hätten in der Coronakrise ihr Geld beisammengehalten und die Lagerbestände reduziert. Nun ziehe die Nachfrage an, und die Lager würden wieder gefüllt. Kurzfristig gebe es Engpässe beim Hochfahren der Produktion: „Wir sind in einigen Bereichen gar nicht mehr so lieferfähig“, sagte der scheidende Osram-Chef.

Die künftige Osram-Mutter AMS schaffte im vergangenen Jahr Rekordwerte bei Gewinn und Umsatz. Der Sensorenspezialist profitierte von den Corona-Einschränkungen, weil sich viele Verbraucher mit Rechnern für das Homeoffice oder neuen Smartphones eindeckten.

Die Erlöse legten auf 2,3 Milliarden Dollar zu, teilte das Unternehmen mit. Der Gewinn stieg auf 519 Millionen Euro. Einschließlich Osram lag der Konzernumsatz bei 4,2 Milliarden Dollar, der Betriebsgewinn bei 550 Millionen Dollar. AMS erhofft sich aus der Übernahme von Osram, zum „unangefochtenen Anbieter von optischen Lösungen“ zu werden. Zudem will sich der Konzern unabhängiger vom Geschäft mit Sensoren für Unterhaltungselektronik und Smartphones machen, das derzeit auf einen Anteil von rund 80 Prozent kommt.

Die Eintragung des Gewinnabführungs- und Beherrschungsvertrags im Handelsregister verzögert sich derzeit jedoch, weil mehrere Aktionäre Klage eingereicht hatten. Osram-Chef Berlien geht von drei bis vier Monaten aus, bis der Eintrag erfolgen könnte. AMS will sich mit dem Vertrag Zugriff auf die Finanzmittel von Osram verschaffen. 

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