Linde Aufsichtsräte stellen sich gegen Fusion mit Praxair

Der Gasehersteller Linde und der US-Konzern Praxair haben ihre Fusionsgespräche beendet. Der Grund sollen Differenzen bei Detailfragen gewesen sein. Laut einem Bericht soll es dabei auch um den Hauptsitz gegangen sein.

Linde: Aufsichtsräte stellen sich gegen Fusion mit Praxair Quelle: REUTERS

Kaum begonnen und schon in Luft aufgelöst: Der Gasehersteller Linde und der US-Konzern Praxair haben ihre Fusionsgespräche aufgegeben. Vor gut vier Wochen gaben beide Unternehmen bekannt, einen Zusammenschluss unter Gleichen zu prüfen. Nicht ganz gleicher Meinung waren sich die Chefetagen vor allem bei der Wahl des Firmensitzes und der Struktur des fusionierten Unternehmens, verlautete aus den Gesprächen in den vergangenen Wochen. In Detailfragen sei es nicht zu einer Einigung gekommen, hieß es nun am Montag offiziell.

Linde-Aktien fielen zum Handelsauftakt um gut acht Prozent. Anleger zeigten sich enttäuscht. Nach der Ankündigung Mitte August waren die Papiere stark gestiegen.

Die Pläne waren in der Finanzwelt auf viel Zustimmung gestoßen. Ein Zusammengehen hatten Analysten als strategisch sinnvoll begrüßt.

Bei Linde hieß es denn auch, die Sinnhaftigkeit einer Fusion sei in den Gesprächen grundsätzlich bestätigt worden. Allerdings habe man insbesondere beim Thema Governance (Unternehmensführung) keine Übereinstimmung erzielen können.

Die weltweit größten Industriegasekonzerne

Hätte die Transaktion geklappt, wäre ein neuer Weltmarktführer für Industriegase entstanden. Linde hatte seinen globalen Spitzenplatz an den französischen Rivalen Air Liquide abtreten müssen, nachdem dieser in diesem Jahr das US-Unternehmen Airgas geschluckt hatte.

Praxair kam zuletzt auf einen Jahresumsatz von 10,8 Milliarden US-Dollar. Linde erzielte 2015 rund 18 Milliarden Euro Umsatz. Gemessen am Marktwert hatte Praxair mit 33,7 Milliarden Dollar allerdings die Nase vorn. Die Münchener kamen – vor Bekanntwerden der Gespräche – auf 25,9 Milliarden Euro (ca. 29 Milliarden Dollar).

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