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Linde Konkurrent Messer wittert seine Chance

Linde steht vor der Fusion mit Praxair. Quelle: dpa

Im Zuge der Fusion mit dem US-Konzern Praxair wird der Münchner Gasehersteller Linde Geschäfte mit Milliardenvolumen verkaufen müssen. Der deutlich kleinere Wettbewerber aus Bad Soden im Taunus steht bereit.

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Der deutsche Industriegasehersteller Messer will von der geplanten Megafusion zwischen Linde und dem US-Anbieter Praxair profitieren. Weil der globale Markt für Industriegase wie Sauerstoff, Stickstoff und Acetylen schon stark konsolidiert ist, dürften die Kartellbehörden ihre Genehmigung des Zusammenschlusses mit weit reichenden Forderungen zu Verkäufen verbinden. Der deutlich kleinere Industriegasehersteller Messer, der zuletzt auf einen Jahresumsatz von 1,2 Milliarden Euro kam, würde gerne zugreifen.

„Wir bemühen uns da natürlich um Assets“, sagt Hans-Gerd Wienands, CFO bei Messer, „vor allem Anlagen in Nordamerika wären sehr interessant für uns.“ In welchen Regionen der USA Messer Geschäfte von Linde übernehmen würde, lässt Wienands indes offen: „Da kann man kein Rosinenpicken betreiben.“

Weil Linde und Praxair in Nordamerika stark vertreten sind, gehen Experten davon aus, dass vor allem dort Geschäfte verkauft werden müssen. Bei Messer glaubt man, gegenüber den Großen der Branche gute Chancen zu haben, zum Zuge zu kommen. „Air Liquide ist durch die Übernahme von Airgas schon jetzt sehr groß“, sagt Wienands, „da geht fast nichts mehr.“ Die Franzosen hatten das US-Unternehmen vor zwei Jahren übernommen.

Schwierig dürfte die Bewertung der einzelnen Geschäfte, die Linde am Ende verkaufen muss, sein. Aus dem Konzernverbund herausgelöst, sei die Bewertung fast immer eine andere, so Wienands. „Das ist kompliziert“, sagt er, „die Wirtschaftsprüfer haben gut zu tun.“ Ein exaktes Budget für Ankäufe von Linde-Geschäften hat Messer nicht geplant. Preise wie das 13- bis 14-fache des Ebitda, wie Air Liquide bei der Übernahme von Airgas gezahlt hat, werde Messer aber sicherlich nicht aufwenden, heißt es. Vor etwa zwei Wochen sind bei Messer die Angebotsunterlagen von Linde eingegangen, Ende des Monats dürfte das Unternehmen Angebote abgeben.

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