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Linde Fusion mit Praxair droht zu scheitern

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Linde-Management wirbt um Zustimmung

Flankiert werden die Betriebsräte in ihrer Ablehnung von der IG Metall. "Wir sind gegen die Fusion, unsere Position hat sich nicht verändert", sagte ein Gewerkschaftssprecher. "Wir halten nichts von diesem Merger." Die IG Metall fürchtet eine Aushöhlung der Mitbestimmungsrechte und die Verlagerung von Funktionen und Stellen ins Ausland. Rückendeckung kommt auch aus der Politik: "Ein solcher geplanter Zusammenschluss braucht die Akzeptanz der Arbeitnehmerseite", erklärte Matthias Machnig, Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium. "Diese ist derzeit offenbar nicht vorhanden. Auch ist nach meiner Einschätzung die ökonomische Rationalität eines solchen Vorhabens nicht überzeugend dargelegt."

Der eigens für die Verhandlungen mit Praxair reaktivierte Vorstandschef Belloni warb zuletzt auf der Bilanzpressekonferenz für den Megadeal. "Diese Fusion würde Wert schaffen und zwei führende Unternehmen für Industriegase zusammenbringen und deren jeweilige Stärke nutzen." Die Kartellprobleme seien lösbar, wie der Zusammenschluss des Erzrivalen Air Liquide mit Airgas gezeigt habe. Vor allem in Nordamerika müsste sich der dann neue Weltmarktführer von Standorten trennen.

Der fusionierte Konzern, weiterhin unter dem Namen Linde, soll auf beiden Seiten des Atlantiks an der Börse notiert sein. Der rechtliche Sitz der Konzernholding ist noch offen. Im Rennen sind die Niedrigsteuerstandorte Dublin, London und Amsterdam. Lenken soll das Unternehmen Praxair-Chef Steve Angel, Linde-Aufsichtsratschef Reitzle dafür den Verwaltungsrat führen.

Trotz des sehr konkreten weiteren Fahrplans hatte Belloni auch gesagt, dass Linde die Fusion nicht um jeden Preis brauche: "Wir sind keineswegs ein Sanierungsfall". Der Konzern arbeite unabhängig von den Praxair-Plänen daran, rentabler zu werden. Dazu gehört auch ein Jobabbau in Deutschland: Knapp 1000 der 8000 Stellen sollen wegfallen, vor allem in Bayern. Weltweit beschäftigt Linde rund 65.000 Mitarbeiter.

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