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Lkw-Zulieferer SAF-Holland will Probleme in US-Werken dieses Jahr beheben

Der Lkw-Zulieferer SAF-Holland ist optimistisch, seine Probleme in den USA lösen zu können. Analysten reagieren erfreut.

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Der Lkw-Zulieferer SAF-Holland hält an seinen 2014 verkündeten Wachstumszielen fest. Quelle: dpa

Die Lieferketten-Probleme des deutsch-amerikanischen Lkw-Zulieferers SAF-Holland in den USA sollen bis Ende dieses Jahres der Vergangenheit angehören. Auch der Gegenwind durch hohe Stahlpreise soll nachlassen, zeigt sich der Lkw-Zulieferer optimistisch.

Beide Faktoren hatten das Ergebnis von SAF-Holland zuletzt deutlich belastet. In den USA hatte das Unternehmen aus Unterfranken nach einer Neustrukturierung ihres Werksverbunds mit Ineffizienzen in der Produktion zu kämpfen. Hinzu kam eine starke Nachfrage, die die Lieferkette auch an anderen Stellen auf die Probe stellte.

„Wir sind guter Hoffnung, dass die Supply-Chain-Probleme in den USA bis Ende dieses Jahres behoben sein werden“, sagte Finanzvorstand Matthias Heiden in einem Interview mit Bloomberg am Donnerstag. „Daran arbeiten wir intensiv, ebenso wie unsere Lieferanten.“

Vorsichtige Zuversicht zeigt Heiden bei den Stahlpreisen, die in Nordamerika zuletzt stark gestiegen waren und die das Unternehmen nicht sofort an seine Kunden weitergeben konnte. „Wir kaufen fast ausschließlich Komponenten ein“, sagte der Vorstand. „Für die zugrundeliegenden Stahlsorten gehen wir zurzeit von gleichbleibenden oder leicht fallenden Preisen aus.“

„Die Kommentare des Vorstands dürften Bedenken im Markt zerstreuen“, sagte Harald Eggeling, Analyst bei der Frankfurter Privatbank Oddo BHF. „Wir erwarten, dass SAF-Holland für das erste Quartal 2019 ein Ergebnis weitgehend frei von Sonderbelastungen durch die Supply-Chain-Probleme in Amerika einerseits sowie durch Stahlpreise andererseits vorlegen wird.“

Auch mittelfristig sieht sich SAF-Holland auf gutem Weg. Heiden bekräftigte die Ende 2014 ausgerufenen Ziele, bis 2020 einen Umsatz von 1,5 Milliarden Euro und eine bereinigte EBIT-Marge von mindestens acht Prozent zu erreichen.

„Bei dem organischen Umsatzziel sind wir etwas vor der Kurve. Bei der Marge sind wir etwas dahinter, haben aber Maßnahmen eingeleitet, um das Ziel zu erreichen. Die acht Prozent halte ich für absolut erreichbar“, erklärte er. Der Gewinn je Aktie soll bis 2020 auf 1,20 Euro zulegen, bestätigte Heiden.

Akquisitionen für 250 Millionen Euro

SAF hatte seinerzeit die Absicht bekanntgegeben, bis 2020 durch Akquisitionen Umsätze von rund 250 Millionen Euro hinzuzukaufen. Bis dahin fehlen noch etwa 150 Millionen Euro, so der Vorstand. „Das Ziel steht aber weiterhin.“

Für den Rest dieses Jahres stünden allerdings die Integration der drei Zukäufe von 2018 und die Verbesserung der Profitabilität im Vordergrund, sagte Heiden. Erst 2019 werde man sich wieder verstärkt möglichen Zielen für Zukäufe widmen.

Dabei liege der Fokus auf Firmen, die für mehr geografische Diversifizierung sorgen, oder die das Produktportfolio erweitern. „Ideal wäre ein Kandidat, der beides zugleich bietet“, erklärte CFO Heiden. Ein solcher Kandidat könne zum Beispiel auch aus China kommen.

In ihrem neuen Werk in China will SAF im zweiten Quartal 2019 die Serienproduktion aufnehmen. Das Unternehmen profitiert in dem Land von der wachsenden Nachfrage nach Achssystemen mit Scheibenbremsen und Luftfederung. Für den Produktionsstandort ist Heiden „positiv gestimmt“.

Werk in der Türkei ist profitabel

Das gilt auch für das Werk in der Türkei – trotz politischer und Währungsturbulenzen und obwohl SAF von der Türkei aus auch Kunden im Iran beliefert.

Das Werk in der Türkei sei bereits mit einer Schicht profitabel, sagte Heiden. „Wir steuern aktuell einen Drei-Schicht-Betrieb an. Für uns ist das auch ein sehr kostengünstiger Standort.“

Das Thema Iran-Sanktionen analysiere SAF noch. „Klar ist, dass wir alle Sanktionen in vollem Umfang befolgen werden, auch weil wir eine sehr starke Präsenz in den USA haben“, versicherte der Vorstand. „Sollten wir unsere Kunden im Iran nicht mehr beliefern können, würde das unser türkisches Werk gut verkraften, weil es auch Kunden in Südosteuropa und den 'Stan'-Staaten (Saaten deren Name auf -stand endet) beliefert.“

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