Logistikausrüster Kion mit weiterer Gewinnwarnung – Aktie bricht ein

Seit dem Höchststand im November 2021 hat die Aktie fast drei Viertel ihres Wertes verloren. Quelle: dpa

Der Gabelstaplerhersteller leidet unter der wirtschaftlich angespannten Gesamtlage, die nach eigenen Angaben aber auch Fehler in den Strukturen offenbart hat. Die Märkte strafen den MDax-Konzern ab.

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Der Logistik-Ausrüster Kion macht sich angesichts verlustreicher Projekte mit Lager- und Transport-Technik in diesem Jahr auf einen Gewinneinbruch gefasst. Das bereinigte operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) werde um bis zu drei Viertel auf 200 bis 310 (Vorjahr: 842) Millionen Euro unter dem Vorjahresniveau liegen, teilte Kion am Dienstagabend mit.

Im März hatte der weltgrößte Hersteller von Gabelstaplern noch ein Ebit von mehr als einer Milliarde Euro in Aussicht gestellt, die Prognose aber schon im April zurückgenommen. „Die disruptive gesamtwirtschaftliche Situation hat Schwachstellen in unseren internen Prozessen sichtbar gemacht, die wir gründlich analysieren“, sagte Vorstandschef Rob Smith. „Wir ergreifen konsequente Maßnahmen, um das Unternehmen wieder zu profitablem Wachstum zu führen.“

Die im Nebenwerteindex MDax notierte Kion-Aktie brach am Mittwoch um mehr als 20 Prozent auf 26,98 Euro ein. Seit dem Höchststand von November 2021 hat sie damit fast drei Viertel ihres Wertes verloren. Größter Aktionär von Kion ist die chinesische Weichai Power mit 45 Prozent.

Kopfzerbrechen machen Kion nach eigenen Angaben vor allem die stark gestiegenen Kosten für Material, Bauteile, Löhne und Logistik in der Lagerautomatisierungs-Sparte. Kern der Sparte ist die 2016 übernommene Dematic.

Weil in den Verträgen über Kundenprojekte bisher keine Preisanpassungsklauseln vereinbart wurden, der Nachschub an Teilen stockt und Kion Probleme hat, genügend Mitarbeiter für die Abarbeitung der Projekte zu finden, schreibt das Unternehmen mit zahlreichen langfristigen Aufträgen rote Zahlen.

Verluste auch durch gesunkene Nachfrage

Allein im dritten Quartal werde die Logistik-Sparte Supply Chain Solutions einen Verlust von bis zu 190 Millionen Euro schreiben, hieß es in der Mitteilung. Im Konzern rechnet Kion zwischen Juli und September mit einem Verlust von 100 bis 140 Millionen Euro. Auch bei Flurförderzeugen gebe es Lieferengpässe.

Inzwischen bröckelt die Nachfrage aus dem in der Corona-Krise boomenden Online-Handel, im Juli und im August seien vereinzelt Aufträge storniert worden. Umsatz und Auftragseingang von Kion dürften in diesem Jahr damit ebenfalls unter den Planungen aus dem Frühjahr liegen.

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Der Umsatz werde mit 10,45 bis 11,25 (10,3) Milliarden Euro zwar noch über Vorjahr liegen, aber um 550 bis 750 Millionen unter der Prognose vom März. Der Auftragseingang soll mit 11,6 bis 12,5 Milliarden Euro maximal das Vorjahresniveau erreichen.

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