Luft- und Raumfahrt EADS wird künftig aus Toulouse gesteuert

Der Luft- und Raumfahrtkonzern EADS hat seine Umzugspläne in trockene Tücher gebracht: Zum 1. April sei die neue Struktur der Unternehmenszentrale in Kraft getreten, teilte das Unternehmen am Dienstag in Amsterdam mit.

Die größten Rüstungsdeals 2012
130 Leopard II-Panzer soll der Rüstungshersteller Krauss-Maffei Wegmann an die Indonesische Regierung liefern. Der Auftrag ist umgerechnet 217 Millionen Euro schwer. Unter Parlamentariern in Deutschland ist der Deal umstritten: Grüne und Linke haben unter Verweis auf die Menschenrechtslage in Indonesien vor dem Geschäft gewarnt. Indonesien hat sich nach dem Abgang des Diktators Suharto 1998 zu einer soliden Demokratie entwickelt. Menschenrechtsorganisationen prangern dennoch die unverhältnismäßige Gewalt der Sicherheitskräfte an, vor allem in der rohstoffreichen Provinz Papua, in der Separatisten kämpfen. Nach einem Bericht der Jakarta Post vom 13. September will das indonesische Verteidigungsministerium außer den Leopard II-Panzern angeblich noch 50 Schützenpanzer des Typs Marder 1A3 sowie zehn Unterstützungspanzer kaufen. Quelle: dapd
Das deutsch-europäische Joint-Venture MBDA - ein Gemeinschaftsunternehmen von EADS, Finmeccanica und und BAE Systems - belieferte Saudi-Arabien im Sommer 2012 mit Luftabwehrsystemen. Dazu zählen 39 mobile Command and Control-Systeme, die auf Zetros-LkW mit gepanzerten Fahrerkabinen von Daimler installiert werden. Weitere 26 mobile Koordinationsposten, mit Radarsystemen von Rheinmetall und angebracht auf Daimler Unimogs U 500, sollen ebenfalls von Riad in Auftrag gegeben worden sein, berichtet das Magazine Jane's Defence Weekly. Zum Kaufpreis wurde nichts bekannt. Saudi-Arabien bestellte in den letzten Jahren unter anderem bereits 84 Kampfflugzeuge des Typs F 15 in den USA. Quelle: dapd
Die indische Tageszeitung India Today berichtet über eine weitere Lieferung von MBDA an die indische Luftwaffe. Im Zuge der Modernisierung sollen die Truppen 51 Mirage-Kampfflugzeuge sowie 500 Luft-Luft-Raketen des Typs MICA mit kurzer und mittlerer Reichweite erhalten. Der Deal hat einen Wert von rund 945 Millionen Euro. Quelle: AP
Das Sultanat Oman wird möglichweise noch in diesem Jahr noch Eurofighter Typhoon von BAE Systems kaufen. Der Konzern bestätigte eine formelle Anfrage von der arabischen Halbinsel. Ein Sprecher der britischen Wirtschaftsförderung der Regierung UK Trade & Investment sagte gegenüber dem Magazin Jane’s jedoch, dass noch in diesem Jahr eine Vertragsunterzeichnung folgen werde. Nach verschiedenen Medienberichten geht es um 24 Eurofighter Typhoon aus den Beständen der Royal Air Force - spekuliert wird, dass der Deal mit fabrikneuen Flugzeugen ergänzt werden soll. Quelle: dpa
Wie Recherchen des Nachrichtemagazins 'Der Spiegel' ergaben, will Pakistan drei deutsche U-Boote kaufen. Auftragswert: rund 1,2 Milliarden Euro. Es handele sich um U-Boote der Klasse 214, gebaut von den Howaldtswerken-Deutsche Werft (HDW) in Kiel, einer Tochter von ThyssenKrupp. Der Bundessicherheitsrat, der solchen Waffenexporten zustimmen muss, erteilte auf Anfrage der pakistanischen Regierung von 2004 zwei Jahre später eine Vorgenehmigung, so dass die Verhandlungen beginnen konnten. Im Jahr 2009 lag ein nahezu unterschriftsreifer Vertrag vor. Doch der Verkauf ist bislang nicht zustande gekommen. Auch Israel habe, so der Spiegel, großes Interesse an deutschen U-Booten. Drei Schiffe seien bereits geliefert, drei weitere sollen bis 2017 übergeben werden. Zudem erwäge Israel, in Deutschland noch drei weitere U-Boote zu bestellen. Nach Informationen des Magazins, sei Kanzlerin Angela Merkel den Israelis weit entgegengekommen. Berlin übernehme nicht nur mit 135 Millionen Euro ein Drittel der Kosten, sondern stunde auch den israelischen Anteil bis 2015. Quelle: dpa
Die Bundeswehr muss hingegen sparen. Bis 2020 will sie nur noch 350 statt der ursprünglich vorgesehenen 405 Schützenpanzer des Typs Puma kaufen. Die Puma-Panzer sollen ab 2014 nach und nach das seit 1971 genutzte Vorgängermodell, den Schützenpanzer Marder, ablösen. Die Herstellerfirmen kämpfen allerdings noch mit technischen Problemen: Mit dem Vertrag gibt das Ministerium ihnen neun Monate mehr Zeit, die Einsatzfähigkeit des Puma nunmehr bis September 2013 nachzuweisen. Quelle: REUTERS
Der Bundessicherheitsrat gab bereits im Juli 2011 grünes Licht für Rüstungsgeschäft mit Algerien. Auftragsvolumen: 10 Milliarden Euro. Im März  unterzeichnete das algerische Verteidigungsministerium einen Vertrag mit ThyssenKrupp Marine Systems über vier Fregatten des Typs MEKO A-200. Die Waffensysteme für die Schiffe liefern u.a. die deutschen Firmen Diehl BGT und Rheinmetall, wie das Magazine Jane’s Defence Weekly im April berichtete. Der Rüstungsdeal beinhaltet darüber hinaus die Produktion des Transportpanzers Fuchs von Rheinmetall und MAN und von Last- und Geländewagen von Daimler sowie die Lieferung von Verteidigungs- und Sicherheitselektronik für den Grenzschutz in Algerien durch die EADS Rüstungssparte Cassidian, Rhode & Schwarz und Carl Zeiss. Quelle: dpa/dpaweb

Der operative Hauptsitz des Unternehmens wird in Toulouse eingerichtet. Mit den Arbeitnehmervertretern hat sich das Unternehmen dafür auf die Verlagerung von 75 Stellen aus München und weiteren 116 Stellen aus Paris nach Toulouse geeinigt. „Diese Vereinbarung ist ein entscheidender Schritt auf dem Weg zur weiteren Integration von EADS“, erklärte Konzernchef Tom Enders.

Wie die neue Eigentümerstruktur der EADS funktioniert

Vor seinem Wechsel an die EADS-Spitze im vergangenen Jahr hatte Enders die Flugzeugtochter Airbus mit Sitz in Toulouse geführt. In Branchenkreisen war der Umzug der Konzernzentrale als Schritt gewertet worden, dem Gewicht von Airbus im Konzern entsprechend Rechnung zu tragen. Widerstand kam bei Bekanntwerden der Pläne vor gut einem Jahr aus der deutschen Politik: Vor allem Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) wetterte dagegen und drohte sogar damit, die Übernahme eines EADS-Anteils durch den Bund zu verhindern, falls sie nicht wieder in den Schubladen verschwinden.

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Zum 1. September soll die neue EADS-Zentrale in Toulouse voll einsatzbereit sein, hieß es in der Mitteilung. Künftig sollen dort dauerhaft mehr als 500 Stellen beheimatet sein, einschließlich der integrierten Bereiche Personalwesen und Finanzen von EADS und Airbus sowie weiterer Funktionen. In München verbleiben mehr als 300 Stellen und in Paris rund 250 Stellen. „Ich möchte mich bei den Betriebsräten in Deutschland und Frankreich für die konstruktiven und vertrauensvollen Verhandlungen der letzten Monate bedanken“, erklärte Enders.

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