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LuftfahrtTriebwerkshersteller Rolls-Royce stellt sich rentabler auf – Aktie legt deutlich zu

Unter dem neuen Chef Tufan Erginbilgic stellt sich Rolls-Royce strategisch neu auf. Die Rendite soll deutlich steigen – sehr zur Freude der Aktionäre. 28.11.2023 - 10:42 Uhr

Tufan Erginbilgic, der neue Rolls-Royce-Chef, will den Triebwerksbauer profitabler machen.

Foto: Bloomberg

Der neue Rolls-Royce-Chef Tufan Erginbilgic will den britischen Triebwerkshersteller auf Rendite trimmen. Der ehemalige BP-Manager will den operativen Gewinn mittelfristig auf 2,8 Milliarden Pfund schrauben, wie er am Dienstag ankündigte. Das wäre doppelt so viel wie Rolls-Royce für das laufende Jahr in Aussicht gestellt hat. Allein die Rendite im Geschäft mit Triebwerken für Verkehrsflugzeuge soll auf 15 bis 17 Prozent steigen; im vergangenen Jahr war Rolls-Royce hier gerade auf 2,5 Prozent gekommen.

„Wir setzen überzeugende und erreichbare mittelfristige Ziele, die Rolls-Royce deutlich über das jemals Erreichte hinausbringen“, sagte Erginbilgic, der sein Amt zu Jahresbeginn angetreten hatte.

Seither hatte er an der neuen Strategie gearbeitet. Sie ist ein Paradigmenwechsel für Rolls-Royce. Nun sei das Unternehmen offenbar auch bereit, Umsatz aufzugeben, um die Rendite zu steigern, sagte Analyst Nick Cunnigham von Agency Partners. „Wenn das so ist, ist das ein tieferer Kulturwandel gegenüber dem jahrzehntelangen Ansatz, Marktanteile zu gewinnen.“

Teil der Strategie ist auch die Trennung von Unternehmensteilen, die in den nächsten fünf Jahren bis zu 1,5 Milliarden Pfund einbringen sollen. Rolls-Royce beliefert auch die Rüstungsindustrie und stellt Antriebe für die Energieerzeugung her, etwas bei der deutschen Tochter Rolls-Royce Power Systems in Friedrichshafen.

Die neuen Ziele trieben die Rolls-Royce-Aktie am Dienstag in London um sechs Prozent auf 257,8 Pence. Seit dem Amtsantritt von Erginbilgic hat sie bereits mehr als 160 Prozent zugelegt.

Fast die Hälfte aller Langstreckenflugzeuge haben Triebwerke von Rolls-Royce, etwa die Airbus-Modelle A330neo und A350. Bei Boeing haben die Fluggesellschaften die Wahl zwischen einem Rolls-Royce-Triebwerk und einem Konkurrenzmodell. In den vergangenen Jahren hatte Rolls-Royce mit Problemen mit dem Trent-1000-Triebwerk gekämpft.

Die Corona-Pandemie kostete das Unternehmen Umsatz, weil viele Langstreckenflugzeuge am Boden blieben. Ein Teil der Erlöse, etwa in der Wartung, ist von den geflogenen Kilometern abhängig. Erginbilgic hat bereits die Preise für die Wartung angehoben und die Kosten gedrückt und den operativen Gewinn im ersten Halbjahr damit verfünffacht.

Der Vorstandschef sagte, Rolls-Royce könne auch wieder in den Markt für Triebwerke für Kurzstreckenmaschinen einsteigen. Für die „UltraFan"-Technologie werde ein Partner gesucht. 

rtr
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