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Luftfahrtausstellung Der letzte große Auftritt der ILA

Die Internationale Luftfahrtausstellung in Berlin erlebt in diesem Jahr ein Rekordjahr. Doch langfristig wird die deutsche Messe nicht nur im Vergleich zu den Branchentreffs in London und Paris, sondern auch gegenüber den Flugschauen in Asien an Bedeutung verlieren.

Das sind die Verkaufsschlager von Airbus
Platz 15 - A330-200F - 24 bestellte FlugzeugeDas am wenigsten verkaufte Flugzeug von Airbus ist die Frachtversion der A330-200. Am 5. November 2009 erfolgte der Erstflug vom Flughafen Toulouse-Blagnac aus. Der neue Frachter hat eine etwas höhere Nutzlast als das bisherige A300-Frachtmodell sowie eine größere Reichweite. Bei den Passagierversionen der A330 ist der Kabinenboden beim Aufenthalt am Boden leicht abschüssig, da das Bugfahrwerk etwas kürzer als das Hauptfahrwerk ist. In der Frachtversion ist das Fahrwerk leicht versetzt, damit der Boden eben ist. Anders als in der Passagierversion wurde die Technologie der A380 verbaut. Im Juli 2010 wurde der erste Airbus A330-200F im Rahmen der Farnborough International Airshow an Etihad Crystal Cargo ausgeliefert. Stand: August 2013
Platz 11 - A350-1000 - 145 bestellte FlugzeugeMit der größten Version des A350 wollte Airbus eigentlich der Boeing 777-300ER Konkurrenz machen, doch ist mittlerweile eines der Sorgenkinder des Airbus-Konzerns. Nachdem Airbus radikale Veränderungen vorgenommen hatte, kam es zu Problemen in der Entwicklung. Im Januar zog Etihad Airways die Bestellung von sechs Airbus A350-1000 zurück. Airbus überarbeitet derzeit die Konstruktion des Modells: Neben einem breiteren Rumpfquerschnitt, aus Verbundwerkstoffen gefertigten Flügel, sollen auch stärkere Triebwerke von Rolls-Royce verbaut werden und dadurch 20 Prozent weniger verbrauchen.
Platz 14 - A318-100 - 79 bestellte FlugzeugeDie A318-100 fasst in der normalen Ausstattung rund 107 Passagiere und ist die kleinste Version des A320. Kurz nach dem Erstflug am 15. Januar 2002 sorgten Probleme mit den Triebwerken für Negativschlagzeilen, einige Bestellungen wurden storniert. Daraufhin wurde die Technik überarbeitet. Ein Airbus A318 kostet etwa 44,9 Millionen US-Dollar, die Entwicklungskosten beliefen sich auf rund 300 Millionen US-Dollar. Da leichtere Konkurrenz insbesondere von Embraer deutlich wirtschaftlicher ist, fallen die Verkaufszahlen des kleinen Airbus-Jets relativ gering aus. Der sogenannte „Baby-Bus“ wird von Air France, British Airways und LAN Airlines eingesetzt.
Platz 13 - A350-800 - 89 bestellte FlugzeugeDie A350 ist eigentlich nur eine Weiterentwicklung A330. Auf der Luftfahrtmesse in Farnborough im Jahr 2006 kü ndigten der damalige Airbus-Chef Christian Streiff und Airbus-Verkaufsmanager John Leahy an, den bisherigen A350-Entwurf zu verwerfen und statt dessen ein vollständig neues Flugzeug mit der Bezeichnung A350 XWB zu entwickeln. In ihrer kleinsten Variante wird die A350 allerdings nur wenig nachgefragt. Zu den größten Nachfragern gehören Qatar Airways und US Airways.
Platz 12 - A340-500 - 131 bestellte FlugzeugeDie Ultralangstreckenversion des A340 wird unter anderem auf dem längsten Linienflug der Welt eingesetzt. Singapore Airlines fliegt die 16.668 Kilometer zwischen Singapur und New York in in 18 Stunden und 18 Minuten. Damit das Flugzeug genug Treibstoff für diese Reichweite hat, ist im Rumpf ein zusätzlicher Tank eingebaut. Bester Abnehmer der Modells ist Emirates. Der Listenpreis beträgt rund 250 Millionen Dollar.
Platz 10 - A340-200 - 246 bestellte FlugzeugeDie A340-200 rund fünf Meter kürzer als die Grundversion und wird vor allem auf Langstrecken eingesetzt. Entwickelt wurde das Modell ab 1987, im Jahr 1993 nahm die erste Maschine bei der Lufthansa ihren Dienst auf. Bis heute gehört die deutsche Airline zu den wichtigsten Nachfragern des A340-200. Durch sein leichtes Gewicht hat der Flieger eine Reichweite von durchschnittlich 14.000 Kilometern. 1994 stellte eine Maschine sogar einen Reichweitenrekord für vierstrahlige Passagiermaschinen auf und flog bei einem Testflug von Paris nach Auckland 19.000 Kilometer weit. Doch wegen der hohen Betriebskosten ist die Nachfrage gering.
Platz 8 - A380 - 262 bestellte FlugzeugeDas größte Modell der zivilen Luftfahrt machte zuletzt immer wieder mit Haarrissen in den Tragflächen negative Schlagzeilen. Auch in der Entwicklungsphase musste Airbus immer wieder Rückschläge hinnehmen. Mittlerweile verkauft sich der Riesenflieger besser. Allein die arabische Airline Emirates hat 90 Maschinen geordert. Der Listenpreis liegt derzeit bei 390 Millionen Dollar pro Maschine, allerdings können die meisten Fluggesellschaften mit deutlichen Rabatten rechnen.

Es ist sicher ein erhebender Moment, wenn am Dienstag in Berlin Dietmar Schrick als Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie die Internationale Luftfahrtausstellung eröffnet. Die Leistungsschau der deutschen Flugbranche feiert nicht nur 103 Jahre nach ihrem Start in Frankfurt ihr 20jähriges Jubiläum.

Sie ist nicht zuletzt Balsam für die Berliner Seele. Zum einen ist das Angebot mit 1200 Ausstellern aus 45 Ländern größer denn je. Dazu beschert sie der Hauptstadtregion auch zusätzliche Einnahmen von 360 Millionen Euro in den Hotels, Gaststätten und Transportunternehmen wie Taxi oder Bahn.

Luftfahrtmesse in Dubai

Damit bringt sie deutlich  mehr Geld als der 43 Millionen Euro teure Neubau des Messegeländes. Und nicht zuletzt zeigt sie, dass Berlin wesentlich mehr ist als „Arm aber sexy“. Denn im Süden der Hauptstadt, quasi in Sichtweite der Messe, liegt einer der größten Standorte der Flugbranche in Europa, wo neben Luft- und Raumfahrtkonzernen wie die EADS oder Rolls Royce insgesamt 120 Unternehmen mit rund 6000 Beschäftigten arbeiten.

Am wichtigsten jedoch: Weil die ILA, wie sie Insider nennen, auf dem südlichen Ende an der neu gebauten Startbahn stattfindet, ist sie so etwas wie eine kleine Eröffnung des neuen Berliner Flughafens. Mag auch der offizielle Start des BER abgekürzten Pannenpisten mit dem Nahmen Willy Brandt Airport gerade zum – je nach Zählweise - dritten oder vierten Mal geplatzt sein, auf der ILA tun die Anlagen von BER ihren Dienst als hätte nie was anderes gegeben.

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