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Luftfahrtbranche in der Coronakrise Dax-Konzern MTU sieht Erholung ab 2021, starkes Wachstum erst ab 2024

Der Triebwerkhersteller legt unter Verweis auf das robuste Luftfrachtgeschäft einen verhalten optimistischen Ausblick. Die Aktie verliert dennoch.

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Der Dax-Konzern setzt auf das stabile Frachtgeschäft und die Erholung des Marktes. Quelle: dpa

Die Geschäftseinbrüche in der Luftfahrtbranche wegen der Coronakrise werden den Triebwerksbauer MTU Aero Engines noch lange begleiten. Wie Vorstandschef Reiner Winkler am Donnerstag bei einer Investorenveranstaltung erklärte, rechnet das Unternehmen damit, erst „ab 2024 wieder überproportional am Wachstum der Branche teilzuhaben“. Die Geschäftserholung werde bei dem Münchner Dax- Konzern aber bereits im kommenden Jahr einsetzen, vor allem dank zunehmender Nachfrage nach der Instandhaltung von Triebwerken ziviler Flugzeuge. Der Ausblick kam an der Börse offenbar nicht gut an: Die Aktien notierten 3,7 Prozent im Minus, ähnlich wie die Papiere anderer Luftfahrtausrüster.

„2021 dürfte die zivile Instandhaltung mit einem Umsatzplus im Zwanziger-Prozentbereich die deutlichste Aufwärtsbewegung zeigen“, erklärte MTU. Dem Unternehmen spiele seine starke Position bei Maschinen für Luftfracht und für Inlandsstrecken in die Hände. Der Luftfrachtverkehr habe sich in der Coronakrise als robust erwiesen. In der Passagier-Luftfahrt erhole sich der Verkehr im Inland schneller als auf internationalen Strecken.

Leichtes Wachstum erwartet Winkler im kommenden Jahr im Geschäft mit Ersatzteilen für Zivilmaschinen und im Geschäft mit Militärmaschinen. „Hier kommt uns die Entscheidung über den Ersatz der ersten Eurofighter-Tranche zugute und wir sind bestens positioniert, um am Tornado-Nachfolger teilzuhaben“, sagte Vorstandsmitglied Michael Schreyögg. Stagnieren dürfte hingegen das Neugeschäft mit der zivilen Luftfahrt. „Die gedrosselten Flugzeug-Produktionsraten spiegeln sich in der Triebwerks-Produktion wider“, erklärte Schreyögg.

Durch das laufende Jahr kommt MTU nach eigener Einschätzung glimpflich. Der Konzern hatte Ende Oktober einen Umsatz von 4,0 bis 4,2 (Vorjahr: 4,63) Milliarden Euro prognostiziert. Dabei erwartet MTU eine Umsatzrendite (Ebit-Marge) von zehn Prozent und damit einen Gewinn vor Steuern und Zinsen (Ebit) von 400 bis 420 Millionen Euro. Das wäre ein Rückgang um rund 45 Prozent im Vergleich zum Rekordergebnis des Vorjahres.

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